Ein neues Bike für den Weltmeister: Superbike-Rekord-Champion Jonathan Rea dreht beim WSBK-Test in Jerez mit der brandneuen Kawasaki ZX-10RR die ersten Runden.

Kawasaki ließ beim Superbike-Test in Jerez die Hüllen fallen. Erstmals haben die Japaner dort die 2021er-Version ihrer ZX-10RR präsentiert. Auffälligstes Merkmal: Eine deutlich aggressiver wirkende Front-Verkleidung.

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Auf klassische Winglets, wie sie die Konkurrenz von Ducati und Honda einsetzt, verzichtet Kawasaki. Stattdessen wurde der Lufteinlass der Airbox und der Bereich der angedeuteten Scheinwerfer deutlich auffälliger geformt. Neben der neuen Aerodynamik kommt die neue Kawasaki zudem mit einem überarbeiteten Motor daher.

Jonathan Rea fuhr am Ende des zweiten Testtags die Bestzeit. Der Weltmeister umrundete den Circuito de Jerez in 1:38,324 Minuten und war damit sogar schneller als Honda-Testpilot Stefan Bradl auf seinem MotoGP-Bike. Kawasaki-Teamkollege Alex Lowes blieb mit seinen 1:38,887 Minuten deutlich dahinter.

Professor Nebel: Die Federgabel

Rea gibt Feedbacks an Kawasaki weiter

„Erstmal haben wir mit den Teilen für 2021 gearbeitet, die wir von Kawasaki bekommen haben“, berichtet Rea. „Wie immer haben wir Informationen gesammelt und viele verschiedene Dinge probiert – darunter eine neue Front-Verkleidung. Die Feedbacks dazu geben wir jetzt an Kawasaki weiter. Dann haben wir uns mit dem Motor, der Federbein-Umlenkung, der Gabel und der Bremse beschäftigt. Und von Pirelli haben wir einen neuen Vorderreifen bekommen.“

„Wir haben intensiv gearbeitet, und ich bin viele Runden mit gebrauchten Reifen gefahren. Mit einem frischen Reifen war ich nicht allzu schnell, aber mit gebrauchten Gummis wurde ich dann von Runde zu Runde schneller. Das ist ein gutes Problem“, erklärt der Rekord-Weltmeister. „Es gab gute und schlechte Aspekte. Aber jetzt haben wir viele Informationen, mit denen wir uns beschäftigen können.“

Weiter geht es für die Kawasaki-Werkspiloten am 25. November. Im MotorLand Aragon können Rea und Lowes zwei weitere Tage testen, ehe sie dann in die wohlverdiente Winterpause gehen. Und was sagt Rea zum ersten Kennenlernen mit der heiß ersehnten neuen ZX-10RR?

Aggressive Aerodynamik: Crewchief erkennt Vorteile

„Die auffälligste Neuerung ist natürlich die Verkleidung. Ich habe den Ingenieuren meine Eindrücke weitergegeben, die jetzt für weitere Analysen an Kawasaki gehen“, kommentiert Rea. „Das Motorrad ist noch sehr jung. Wir haben Unterschiede gespürt, müssen aber noch alles richtig zusammenbringen.“

„Vor dem Saisonstart 2021 bekommen wir weitere neue Teile, das Projekt ist noch sehr jung. Wir werden wie üblich in der Winterpause weiter hart arbeiten. Aber insgesamt bin ich mit dem Test zufrieden“, bilanziert der Nordire.

Crewchief Pere Riba hat durch den Modell-Wechsel jetzt viel Arbeit vor sich, um die einzelnen Komponenten richtig zusammenzubringen. „Der Motor hat einen anderen Charakter, und das hat natürlich Folgen. Die Aerodynamik der neuen Verkleidung scheint sehr gut zu funktionieren. Das hilft in verschiedenen Bereichen“, zieht der Ex-Racer ein erstes positives Fazit.

„Die Balance der Maschine verschiebt sich. Also brauchen wir noch Zeit, um das perfekte Paket zusammenzubringen“, erklärt Reas Crewchief nach dem ersten Test mit der 2021er-Kawasaki weiter. Die Serien-Version der neuen ZX-10RR wird am 23. November präsentiert.