Einerseits ist Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti mit der Anzahl der Podestplätze zufrieden, andererseits hat man zu wenig gewonnen: „Es fehlt etwas.“

Das dritte Jahr in Folge wurde Andrea Dovizioso MotoGP-Vizeweltmeister. In der Teamwertung belegte Ducati den zweiten Platz und in der Herstellerwertung verlor man noch beim Finale Platz zwei an Yamaha. Drei Rennen konnte Ducati in der Saison 2019 gewinnen. Das ist weniger als 2017 (sechs Siege) und 2018 (sieben Siege). Die Bilanz fällt deswegen durchwachsen aus.

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„Auf der einen Seite war es eine positive Saison“, meint Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti. „Mit Ausnahme von 2007, als Casey [Stoner] die Weltmeisterschaft gewonnen hat, haben wir die meisten Podestplätze erzielt.“ Nämlich 17, wenn man auch Pramac-Fahrer Jack Miller zu Dovizioso und Danilo Petrucci hinzuzählt.

„Ich denke, die GP19 war sehr konkurrenzfähig. Es stimmt aber auch, dass Marquez die Weltmeisterschaft schon vorzeitig gewonnen hat. Also können wir nicht restlos glücklich sein“, so Ciabatti. „Auf der einen Seite war es positiv, unser Motorrad und unsere Fahrer zu sehen. Dovizioso belegte zum dritten Mal in Folge den zweiten Platz.“

Dovizioso: „Wir sind nicht die Schnellsten“

„Auf der anderen Seite müssen wir versuchen zu gewinnen. Natürlich können wir nicht komplett zufrieden sein“, hält Ciabatti fest. Denn im Prinzip war man nur selten in Schlagdistanz zur Kombination Marquez und Honda. „Im vergangenen Jahr haben wir auf der Ducati sieben Rennen gewonnen und im Jahr davor sechs. Jetzt waren es nur drei Siege. Es fehlt also etwas.“

Auch Doviziosos Fazit ist nüchtern: „Wir sind nicht die Schnellsten und haben den WM-Titel nicht gewonnen. In diesem Jahr hatten wir mehr Probleme als im Vorjahr. Es ist klar, dass wir etwas finden müssen. Das ist nicht so einfach. Das MotoGP-Level ist sehr hoch. Jeder Hersteller investiert sehr viel. Manchmal ist man besser als die Konkurrenz, manchmal nicht.“

Bei den Novembertestfahrten in Spanien arbeitete Ducati mit einem neuen Chassis, um das chronische Untersteuern auszumerzen. Laut den Aussagen der Fahrer gibt es in diesem Bereich Fortschritte, aber es ist noch nicht genug. Im Bereich Chassis wird auch weiterhin das Hauptaugenmerk der Ingenieure liegen.

Ducati: Erstmals vier aktuelle Werksmotorräder

„Man hat in diesem Jahr gesehen, dass wir einige Vorteile hatten“, merkt Ciabatti an. „Vor allem beim Top-Speed, aber Honda ist näher gekommen. Wir müssen weiterarbeiten. Unsere Ingenieure arbeiten 360 Grad an allen Aspekten des Motorrads. Wenn wir das Turning etwas verbessern können, dann wäre das natürlich willkommen.“

Im nächsten Jahr wird Ducati zum ersten Mal vier aktuelle Werksmotorräder einsetzen. Auch das Pramac-Duo Miller und Francesco Bagnaia wird mit dem gleichen Motorrad wie das Werksteam ausgestattet sein. Damit besteht die Möglichkeit, Testarbeit im Laufe eines Wochenendes aufzuteilen und mehr Daten zu sammeln. Avintia wird zwei 2019er-Motorräder erhalten.