Sein Verbleib in der Moto2 gilt als unwahrscheinlich: Philipp Öttl überlegt, ob er 2020 in die Moto3 zurückkehrt – oder ob er die Motorrad-WM verlässt.

In der laufenden Saison ist Philipp Öttl einer von drei deutschen Fix-Startern in der Moto2-WM. Doch im kommenden Jahr wird aus deutscher Sicht vermutlich nur noch Marcel Schrötter übrig sein. Denn weder Öttl noch Landsmann Lukas Tulovic haben aktuell für einen Verbleib in der mittleren Kategorie gute Karten.

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„In würde es nicht ausschließen, aber in der Moto2 sieht es eher schlecht aus“, gesteht Öttl im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘. Sind Teams auf ihn zugekommen? „Nicht aus der Moto2. Bei Tech 3 hätte ich wohl eine kleine Chance gehabt. Aber ihnen wurde aufgezwungen, in der Moto3 zu fahren. Dadurch ist diese Chance weggefallen.“

Wäre eine Rückkehr in die Moto3 eine Alternative, oder ist Öttl für die kleinste Grand-Prix-Klasse zu groß? „Ich werde immer auf die Größe angesprochen, aber es geht. Ich stand schon auf dem Podest und habe einen Grand Prix gewonnen“, entgegnet der Bayer.

Öttl hat konkrete Angebote aus der Moto3

„Aus der Moto3 gibt es viele Angebote“, erklärt Öttl. „Moto3 könnte ich fahren, aber wir müssen schauen, wie sich das entwickelt. Wir haben uns umgeschaut. Möglichkeiten sind vorhanden, aber es ist nichts fix. Ich erwarte, dass es in den kommenden Tagen bzw. Wochen eine Entscheidung gibt, in welche Richtung es geht. Ich muss mir das gut überlegen, weil ich nicht die falsche Entscheidung treffen möchte.“

Die Supersport-WM wäre für 2020 eine weitere Alternative. „Wir waren jetzt so lange in dem Fahrerlager (der Motorrad-WM, Anm. d. Red.). Man muss erstmal schauen, wie es in dem anderen Fahrerlager aussieht. Es ist kein Geheimnis, dass mein Vater in Portimao war“, erklärt Öttl.

„Man muss aufpassen, es ist kein Kindergarten. Sie fahren mit Serien-Maschinen Zeiten, die wir in der Moto2 nicht erreichen. O.k., sie haben andere Reifen. Es ist aber eine sehr starke Klasse. Es ist hart, wenn man vorne mitfahren möchte. Bei Krummenacher und bei Sandro (Cortese, Anm. d. Red.) hat es gut funktioniert“, schielt Öttl in Richtung Supersport-WM.

Rückkehr ins GP-Fahrerlager unmöglich?

Wie wahrscheinlich ist ein Wechsel zu den Supersportlern? „Ich würde sagen, es ist 50/50“, grübelt Öttl. Und ist sich damit bewusst, dass es schwierig ist, aus dem Superbike-Fahrerlager zum Grand-Prix-Sport zurückzukehren.

„Das spielt auf jeden Fall eine Rolle. Es stimmt, dass es nicht einfach ist, wieder zurückzukommen. Ich bin 23 Jahre alt und verhältnismäßig jung. Sicher spielt es eine Rolle. Deshalb muss man sich das gut überlegen“, berichtet der Moto3-Laufsieger.

Das Niveau in der Supersport-WM ist hoch, doch die Dichte ist nicht mit der in der Moto2 zu vergleichen. Das weiß auch Öttl: „Mit einer Sekunde Rückstand ist man in der Moto2 auf Position 20 bis 23. Die Dichte in der Supersport-WM ist nicht so groß. Man sollte sich das auf keinen Fall leicht vorstellen.“

„In der Supersport-WM kommt es auf anderen Sachen an. Das Level schwankt immer. Aber ich denke, dass es in der Supersport-WM in den kommenden Jahren immer schwieriger für die Fahrer wird“, prophezeit Öttl eine spürbare Zunahme der Leistungsdichte.