In der Moto2- und Moto3-WM erlebte der WM-führende Quartararo ein Wechselbad der Gefühle. Er schildert, wie er aus dem Tief heraus kaum.

Fabio Quartararo galt als Supertalent, als er 2015 in der Moto3-WM debütierte. In der Spanischen Meisterschaft hatte der junge Franzose seine Gegner klar bezwungen. Doch dann folgte nach ein paar Rennen Ernüchterung. Keine Siege in der Moto3, enttäuschende Ergebnisse und der Wechsel in die Moto2 brachten Quartararos Karriere vom Kurs ab. Doch dann platzte der Knoten.

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Der MotoGP-WM-Leader erinnert sich an die Moto2-Saison vor zwei Jahren, als er bei Speed Up um den Anschluss kämpfte: „Das schlimmste Gefühl hatte ich 2018 in Argentinien. Im Qualifying landete ich auf der 28. Position. Damals fragte ich mich, was ich hier treibe. Ich lag so weit zurück und wusste nicht, wo ich bin. Von da an änderte ich meine Herangehensweise komplett.“

„Ich wendete mich an einen Psychologen, um zu sehen, was los ist. Von da an machten wir Fortschritte in Jerez und Le Mans. In Barcelona holte ich meinen ersten Sieg“, erinnert sich Quartararo. „Dieser Moment war sehr wichtig für mich.“

Neustart nach dem Tiefpunkt zu Beginn der Saison 2018

Das Tief zu Beginn der Moto2-WM-Saison 2018 wird Quartararo nicht so schnell vergessen. „Es war einer der schlimmsten Momente, aber ich habe etwas für die Zukunft gelernt. Natürlich machte ich mir Sorgen, doch es war gut, diesen Moment zu erleben, um einen Sprung zu machen“, erklärt der Franzose.

Nach dem Erfolg in Barcelona wurden die MotoGP-Teams auf das junge Supertalent aufmerksam. Das neu aufgebaute Petronas-Yamaha-Team verpflichtete den Mann aus Nizza für die Saison 2019 und stattete ihn mit einer Vorjahres-Yamaha aus. Dafür wurden die Entscheidungsträger kritisiert, denn Quartararos Ergebnisse in der Moto2 waren nicht konstant gut.

Doch von Beginn der Saison 2019 zeigte Quartararo sein Talent und sorgte für Überraschungen. In diesem Jahr startete der Yamaha-Pilot mit zwei Siegen in die Saison und führt seit dem ersten Rennen die Fahrerwertung an. Ist die MotoGP einfacher als die kleinen Klassen?

MotoGP einfacher als die Moto2/Moto3?

„Ganz so ist es nicht“, kommentiert Quartararo. „Als ich in die MotoGP kam, fühlte ich mich sofort sehr wohl. Viele Leute kümmerten sich viel professioneller als in der Moto3 und in der Moto2. Ich passte mich ziemlich schnell an. Ich bekam vom Team sehr gute Unterstützung. Sie haben mir sehr geholfen.“

„Von Beginn der Saison 2019 an zeigte mir mein Crewchief ein paar Tricks. Wir probierten viele Dinge am Motorrad und gingen Schritt für Schritt vor. In Katar hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Ich war Gesamtzweiter. Dann steigt das Selbstvertrauen und man wird schneller“, so Quartararo.

„In der MotoGP muss man an die Reifen, die Mappings und die Motorbremse denken. Daran habe ich mich ziemlich gut angepasst. Die Reifen fand ich viel besser als die in der Moto2“, schildert der Petronas-Pilot.