Der Spanier hadert mit seiner Rennmaschine. Der Unterschied zu KTM ist für Espargaro unglaublich hoch.

Mit Startplatz vier hatte Aleix Espargaro am Samstag in Brünn für eine Überraschung gesorgt. Doch schon da war dem Aprilia-Piloten klar, dass es auf der RS-GP 20 schwer werden würde, im Rennen die Pace der Spitze mitzugehen. Und so kam es dann auch, obwohl Espargaro gut startete und nach einer Runde an zweiter Stelle lag.

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„Ich hatte einen guten Start und rechnete damit, dass ich den vorderen Jungs zumindest ein paar Runden lang etwas leichter folgen kann. Aber ich konnte es nicht, sie haben eine bessere Traktion. Ich war zwar auf der Bremse stark, konnte ihren Kurvenspeed aber nicht mitgehen“, analysiert Espargaro die eigenen Schwächen.

Gleichzeitig räumt er ein: „Ich wollte im Scheitelpunkt nicht zu viel riskieren, nachdem ich in Jerez zweimal gestürzt bin, weil ich die Vorderradbremse zu früh losgelassen habe, um Tempo zu machen. Hier war es wichtig, das Rennen zu beenden.“ Das gelang Espargaro am Ende mit der ersten Top-10-Platzierung in dieser Saison.

Espargaro: Es fehlt an Kurvenspeed

Deshalb fällt sein Fazit auch weitgehend positiv aus. „Ich kann glücklich sein, denn Brünn ist eine schwierige Strecke für uns“, sagt er. „Eine unserer schlechtesten Rennstrecken der letzten drei Jahre war also keine Superkatastrophe, was die Distanz betrifft. Wir waren acht oder neun Sekunden von Platz drei entfernt, also nicht super weit.“

Um den Rückstand zu verkürzen, sieht Espargaro vor allem eine Baustelle: „Wir müssen weiter an der Traktion arbeiten, um die Beschleunigung zu verbessern. Aber aus meiner Sicht geht es vor allem um den Kurvenspeed. Ich weiß auch nicht, warum wir in diesem Bereich so leiden. Im Winter war ich mit der RS-GP20 auf Anhieb stark.“

Doch in Jerez und auch in Brünn sei er nicht der Lage gewesen, die Geschwindigkeit beim Lösen der Vorderradbremse zu halten, erklärt der Aprilia-Pilot. „Abgesehen davon waren die KTMs hier auf einem ganz anderen Niveau, was die Beschleunigung betrifft. So etwas habe ich noch nie gesehen, nicht mal in Österreich bei Ducati.“

„KTM hat den stärksten Motor von allen“

Als Oliveira, Binder und Bruder Pol an ihm vorbeizogen, „war mein Gefühl, dass ich in der Moto2-Klasse fahre“, sagt Espargaro, um den Power-Unterschied zu verdeutlichen. „Als Oliveira mich überholte, ließ er mich einfach stehen. Seine Beschleunigung war so viel besser, auch die von Binder“, staunt der Spanier und grübelt.

„Ich weiß nicht, was sie gefunden haben, aber es ist nicht allein die Leistung. Da haben sie sicher mehr als wir, aber sie sind auch in der Lage, diese Leistung auf den Boden zu bringen. Das ist der größte Unterschied.“ Liegt das daran, dass ihr mechanischer Grip besser ist oder hat KTM die Elektronik einfach besser im Griff?

„Das ist schwer zu beurteilen“, gesteht Espargaro. „Als Fahrer weiß ich natürlich, wie wichtig die Elektronik ist. Hier haben sie sich offensichtlich verbessern können. Aber eines ist auch klar: Du kannst die beste Elektronik, das beste Chassis auf der Welt haben, wenn dir die PS im Motor fehlen, wird dir das auch nichts bringen.“

Bradley Smith diesmal als 17. ohne Punkte

Und KTM hat aus seiner Sicht in dieser Saison „den stärksten Motor von allen“. Aprilia hingegen fährt noch immer gedrosselt, nachdem Sorgen wegen der Zuverlässigkeit herrschten. Deshalb kommt Espargaro zu dem Schluss: „Der Unterschied zwischen mir – nicht nur mir, sondern auch Suzuki, Yamaha – und KTM ist unglaublich.“

Diesen Vergleich konnte Bradley Smith im Rennen nicht wirklich ziehen, dafür lag der Aprilia-Ersatzmann zu weit hinten. Er egalisierte seinen Startplatz und kam als Siebzehnter ins Ziel: „Leider wurde mein Tempo nach ein paar Runden schlechter. Ähnlich wie in Jerez kämpfte ich schon früh mit dem Grip am Hinterrad.“

„Es war definitiv schön, Aleix so weit vorne zu sehen“, sagt Smith weiter. „Wir konnten das Rennen beenden und so auf jeden Fall weitere wichtige Daten sammeln, um unser Projekt voranzubringen. Es scheint, dass wir ab dem nächsten Rennen einige neue Features zu testen haben werden, und das ist sehr wichtig.“