Suzuki-Teamchef Davide Brivio nennt die Gründe für die erfolgreiche Saison von Alex Rins – und hat nach dem Silverstone-Sieg seines Teamleaders offenbar Lust auf mehr.

Zum ersten Mal seit der Saison 2000 hat Suzuki dieses Jahr schon mehr als ein Rennen gewonnen. Und beim Triumph in Silverstone hat Alex Rins zudem unter Beweis gestellt, dass er Weltmeister Marc Marquez in der letzten Kurve den Schneid abkaufen kann. In seiner dritten Saison hat Rins bislang eine weitere Steigerung gezeigt. Bei acht der bisherigen zwölf Rennen war er in den Top 5 zu finden. Und neben den beiden Siegen in Austin und Silverstone stehen für ihn zudem ein zweiter und vier vierte Plätze zu Buche.

Lediglich in Assen und auf dem Sachsenring schied Rins aus. Auch dort war er bis zu seinen Stürzen aber jeweils aussichtsreich im Rennen gelegen. „Wir haben bisher zwei Rennen gewonnen. Und ich würde sagen, das liegt an unserer guten Konstanz“, meint Teammanager Davide Brivio. „Zunächst haben wir Fortschritte beim Motorrad gemacht und dann viele technische Aspekte verfeinert.“ Die GSX-RR ist zweifellos ein ausbalanciertes Paket geworden.

Weiteres Ziel: In jedem Rennen Kampf ums Podest

Umsetzen muss es dann der Fahrer. Rins befindet sich in seiner dritten MotoGP-Saison. „Er hat sich extrem weiterentwickelt und ist rasch reifer geworden“, lobt Brivio seinen Nummer-eins-Piloten. „Meiner Meinung nach ist er in jeder Hinsicht ein Top-Fahrer geworden. Denn er kann jetzt in jedem Rennen sehr gut mitkämpfen.“ Aktuell ist Rins WM-Dritter – 23 Punkte fehlen ihm auf den Platz zwei von Ducati-Star Andrea Dovizioso.

Erst 2015 kehrte Suzuki in die Königsklasse zurück. 2016 gab es dann mit Maverick Vinales den ersten Sieg seit 2007. Und nun hat man es in der fünften Saison geschafft, sich im Spitzenfeld zu etablieren. „Wenn wir so weitermachen und diese Regelmäßigkeit fortsetzen, dann können wir in jedem Rennen um Podestplätze kämpfen. Das wird natürlich schwierig, aber wir müssen es versuchen“, gibt Brivio die weitere Marschrichtung vor.

Brivio: „Immer schwieriger, sich selbst zu übertreffen“

„Wenn man kein Rennen gewonnen hat, dann will man eins gewinnen. Hat man eines gewonnen, will man ein zweites gewinnen. Jetzt haben wir zwei gewonnen – und wollen so weitermachen. Auf der anderen Seite wird es natürlich immer schwieriger, sich selbst zu übertreffen. Denn es ist schon schwierig, auf diesem Level zu bleiben. Wir bringen uns sozusagen selbst in Probleme, denn mit jedem Schritt setzen wir uns noch ambitioniertere Ziele.“

166 Punkte hat Suzuki bisher für die Hersteller-Wertung gesammelt. Damit befindet man sich klar auf dem vierten Platz. Seit dem Jahr 2000 wartet Suzuki auf einen Weltmeister-Titel. Damals war Kenny Roberts jun. mit der RGV500 erfolgreich. In der modernen Viertakt-Ära der MotoGP hat Suzuki insgesamt erst vier Grands Prix gewonnen.