Fabio Quartararo enttäuscht in Sepang als letzter Yamaha-Pilot – doch der Shooting-Star hat eine Vermutung, warum er beim Petronas-Heimrennen durchgereicht wurde.

Die Voraussetzungen für den ersten MotoGP-Sieg von Fabio Quartararo in Sepang hätten besser nicht sein können. Bestzeiten und Rekord-Runden in den Trainings am Freitag, Pole-Position am Samstag und Erzrivale Marc Marquez nur auf Startplatz elf. Doch beim Heim-Grand-Prix der Petronas-Truppe gelang Quartararo kein Happy-End: Im Rennen landete er nur auf Platz sieben und war somit letzter Yamaha-Pilot.

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„Es war ein sehr hartes Rennen. Ich hatte stark zu kämpfen“, bemerkt Quartararo, der zeitig viele Positionen verlor. „Meine erste Runde war ein absolutes Desaster. Ich hatte große Schwierigkeiten, das Motorrad abzubremsen. Das ist ein Problem, das wir das komplette Wochenende über nicht hatten. Im Laufe des Rennens hatten wir weitere Probleme. Deshalb konnten wir nicht das Rennen zeigen, das wir uns erhofften.“

„Wir waren schnell genug, um weiter vorne zu landen. Wir müssen untersuchen, was da los war“, kommentiert der Franzose, der nicht das gleiche Gefühl hatte wie in den Trainings. „Ich hatte beim Bremsen große Schwierigkeiten. Es war unmöglich, zu überholen“, wundert sich der Rookie.

Warum war Quartararo im Rennen nicht schneller?

Hatte sich Quartararo mit dem weichen Reifen verpokert? „Es war keine schlechte Option. Der weiche Reifen war zu Beginn und am Ende gut. Es war kein Problem. Normalerweise sollten die ersten Runden mit dem weichen Reifen besser sein“, bemerkt er. „Ich glaube nicht, dass es am Grip lag. Ich hörte, dass Maverick (Vinales) zu Beginn sehr schnelle Rundenzeiten fuhr. Wir hatten aber große Probleme mit der Front. Sie war sehr unruhig.“

„Natürlich bin ich enttäuscht. Wir waren schnell genug für das Podium, kamen aber mehr zehn Sekunden hinter der Spitze ins Ziel. Das ist natürlich nicht das Ergebnis, das wir erwarteten“, stellt Quartararo klar, der eine Vermutung hat, was beim Malaysia-Grand-Prix schiefgegangen sein könnte.

„Ich denke, der Druck im Vorderreifen war zu hoch. Und was das angeht, bin ich sehr sensibel. Ich denke, das war der Hauptgrund“, grübelt der 20-Jährige. „Wir verloren beim Bremsen sehr viel Performance. Es traf uns sehr stark.“

„Im Laufe des Wochenendes war es umgekehrt. Wir hatten Probleme, Druck im Reifen aufzubauen. Unser Druck war immer sehr niedrig. Im Rennen stieg der Druck an. Es war ein merkwürdiges Gefühl“, schildert der Franzose, der hinter Teamkollege Franco Morbidelli ins Ziel kam.

Marquez vermutet, dass Petronas-Yamaha die Erfahrung fehlt

Wie bewertet Marc Marquez das enttäuschende Abschneiden von Quartararo? „Es ist ein neues Team, und sie leisten gute Arbeit. Sie sind sehr professionell und haben mit Morbidelli und Quartararo junge Fahrer. Obwohl sie schnell sind, haben sie über eine Renndistanz nicht viel Erfahrung“, stellt der Weltmeister fest.

„Sie haben aber ihr Tempo demonstriert. Quartararo war im Qualifying sehr schnell und feierte seine Pole-Position. Doch im Rennen hatte er mit irgendetwas zu kämpfen. Er ist aber sehr schnell und wird ein harter Gegner sein in der kommenden Saison“, so Marquez.

Keine ideale Abstimmung für das Rennen?

Andrea Dovizioso vermutet, dass das Petronas-Team nicht ideal vorbereitet war für das Rennen: „Manchmal ist es in der MotoGP so, dass man im Rennen eine komplett andere Situation vorfindet. Im Training muss man intelligent vorgehen und versuchen, vorbereitet zu sein. Im Rennen hat man hier weniger Grip.“

„Die Abstimmung der Maschine und vor allem die Abstimmung der Elektronik haben einen großen Einfluss. Man kann im Training schnell sein und im Rennen klappt das dann nicht mehr – vor allem auf dieser Strecke, wenn die Haftung sehr niedrig ist“, so Dovizioso.

„Man erwartet etwas, doch das ist nicht möglich. Dann wird man aggressiv und alles wird noch schlimmer. Das kann passieren. Ich weiß nicht, ob das in dem Fall so war. Aber mir passierte das auch sehr oft“, erinnert sich Dovizioso. „Es ist schwierig. Man muss die Arbeitsweise der Michelin-Reifen richtig verstehen, um seinen Stil und das Motorrad anzupassen.“