Sportchef Massimo Rivola will Aprilia in Zukunft als eigenständiges Werksteam etablieren und zudem ein Partner-Team installieren: Kann er Piaggio von seinen Plänen überzeugen?

Aprilia tritt in der MotoGP zwar mit einem eigenen Werksteam an, ist formal aber ein Privat-Rennstall. Als die italienische Marke 2015 in die Königsklasse zurückkehrte, ging man eine Partnerschaft mit dem Rennstall von Fausto Gresini ein und übernahm dessen beide Startplätze. Der komplette Teamname lautet deshalb Aprilia-Racing-Team-Gresini.

In Zukunft will Aprilia-Motorsportchef Massimo Rivola das Engagement aber anders aufstellen, verrät er im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘. „Alle Verträge laufen Ende 2021 aus. Mein Ziel ist es, ein offizielles Werksteam für die Phase 2022 bis 2026 zu werden. Und idealerweise haben wir dann ein zusätzliches Satelliten-Team.“

Das Projekt soll also ähnlich aufgestellt sein wie bei der Konkurrenz. Es gibt ein eigenständiges Werksteam und dazu ein Partner-Team wie Gresini. „Mit vier Motorrädern kann man schneller entwickeln“, so Rivola. „Es wäre ein anderes Engagement. Aber aus meiner Sicht ist das der Weg, den wir einschlagen müssen.“

Aprilia-Pläne: Umsetzbarkeit steht in den Sternen

Ob das umsetzbar ist, ist derzeit allerdings offen. 2022 könnte zu früh kommen, denn um zwei Teams ausrüsten zu können, müssten im Hintergrund schon jetzt die Planungen anlaufen. Es benötigt mehr Manpower und auch die Zulieferer müssten aufstocken, um das Projekt praktisch verdoppeln zu können.

Dazu braucht es auch finanziellen Einsatz. Rivola stimmt zu, dass 2022 für diesen Plan noch zu früh kommen könnte: „Bevor wir diesen Punkt erreichen, müssen wir auch innerhalb von Piaggio unsere Glaubwürdigkeit beweisen. Wir müssen Piaggio überzeugen, dass das der Weg ist.“ Zunächst liegen die Hoffnungen auf dem neu entwickelten Motorrad für 2020, mit dem ein Schritt nach vorne gelingen soll.

Mit guten Ergebnisse könnte Rivola auch innerhalb der Piaggio-Gruppe für ein größeres Engagement argumentieren. „Der Ball liegt bei uns. Wenn wir ihn gut spielen, dann könnten sie uns zustimmen und wir könnten diese Richtung einschlagen. Es ist noch nichts offiziell, aber das würde ich gerne tun. Ich kann natürlich nicht garantieren, dass das passieren wird.“