Nach dem Aus von Jonas Folger spricht Valentino Rossi über die Zukunft des Yamaha-Testteams – und erklärt, warum er nicht an Jorge Lorenzos Pressekonferenz teilnahm.

Das Yamaha-Testteam wird in der kommenden Saison wieder von den japanischen Piloten geleitet. Jonas Folger verlor nach nur einem Jahr seinen Job als Yamaha-Testfahrer. Nach der Bekanntgabe des Rücktritts von Jorge Lorenzo wurde Valentino Rossi vor dem Valencia-Grand-Prix darauf angesprochen, ob der Spanier nicht der perfekte Testfahrer für Yamaha wäre. Er gewann mit der M1 drei WM-Titel.

„Ich würde es sehr begrüßen, Lorenzo als Testfahrer zu haben. Er ist ein sehr schneller Fahrer und könnte uns helfen“, bemerkt Rossi. Und bestätigt, dass Lorenzo und die Yamaha M1 eine schlagkräftige Kombination bilden: „Wenn Lorenzo auf der M1 sitzt, dann ist er stark.“

Es ist aber unwahrscheinlich, dass Lorenzo als Yamaha-Testpilot anheuert. Der Ex-Champion plant einen langen Urlaub und will sein Leben danach neu sortieren. „Es ist schade, weil wir einen großartigen Fahrer verlieren“, hält Rossi fest. Er blickt zurück: „Ich erinnere mich an gute und schlechte Zeiten mit Lorenzo. Unsere Beziehung hatte Höhen und Tiefen.“

Rossi nicht bei Lorenzos Rücktritts-PK

An der Pressekonferenz des ehemaligen Teamkollegen nahm Rossi nicht teil, obwohl für ihn ein Platz in der ersten Reihe reserviert war. Er versucht, sich zu rechtfertigen: „Ich hörte von einer Pressekonferenz um 15.00 Uhr, hatte aber zu tun. Dann sah ich, dass fast alle anderen Piloten da waren.“

„Ich habe nicht mitbekommen, ob es eine Einladung gab. Ich wusste von nichts. Deshalb war ich nicht dort“, begründet Rossi seine Abwesenheit. Und er verspricht: „Ich werde Jorge persönlich treffen.“

Die Neuausrichtung des Yamaha-Testteams gefällt Rossi nicht. Er war einer der Befürworter von Jonas Folger. „In der modernen MotoGP ist das Testteam wichtig. Es geht nicht nur darum, wie in der Vergangenheit Shakedown-Tests zu absolvieren. Es geht auch darum, an der Performance zu arbeiten. Und zu verstehen, ob die neuen Teile besser sind“, kommentiert der Altmeister.

„Yamaha beschäftigte sich intensiv mit dem Testteam, auch was die Organisation betrifft. Sie wollten die Situation verbessern. In meinen Augen ist es ein bisschen schade“, nimmt Rossi Stellung zum Folger-Aus. Der „Doctor“ stellt klar: „Manchmal braucht man einen Fahrer, der nahe an den Rundenzeiten dran ist, die in den Rennen gefahren werden, um die Situation zu verstehen.“