Nach drei Jahren bei der Konkurrenz ist Jorge Lorenzo als Testfahrer zu Yamaha zurückgekehrt. Valentino Rossi selbst drängte darauf, den Spanier zu holen.

Als Valentino Rossi und Maverick Vinales in Sepang ihre neue Yamaha M1 für die MotoGP-Saison 2020 präsentierten, wurde auch Jorge Lorenzo als Testfahrer offiziell vorgestellt. Erstmals kommentierten die Stammfahrer seine Rückkehr ins Team und Rennchef Lin Jarvis erklärte, wie es überhaupt dazu kam.

Dabei scherzte Jarvis: „Ich weiß nicht, wo er in den letzten drei Jahren war, in irgendeinem Urlaub. Aber es ist großartig, dass er wieder zu Yamaha zurückkehrt.“ 2016 fuhr Lorenzo seine letzte von neun Saisons als Yamaha-Stammfahrer. Danach wechselte er zwei Jahre zu Ducati und schließlich zu Honda. Ende 2019 trat er zurück.

Nun das Comeback als Testfahrer von Yamaha. Für den Hersteller eine willkommene Verstärkung. „Vergangenes Jahr haben wir die Entscheidung getroffen, die Testfahrer zu wechseln. Damals wurden wir vielleicht kritisiert, weil die Leute sagten: ‚Ah, sie reden über das Testteam, aber jetzt haben sie keinen Fahrer'“, weiß Jarvis.

Rossi bewertet Lorenzo-Deal „als kluge Entscheidung“

„Als Jorge Ende 2019 beschloss, sich zurückzuziehen, sahen wir das als eine Gelegenheit. Wir heißen ihn willkommen und denken, dass seine Unterstützung uns in der 2020er-Saison, aber auch in der 2021er-Saison helfen kann.“ Erste Runden auf der M1 drehte Lorenzo bereits beim MotoGP-Shakedown und äußerte sich zufrieden.

Das sind ganz offensichtlich auch die beiden Werksfahrer mit ihrem neuen Teammitglied. So schwärmte Rossi über seinen einstigen Teamkollegen: „Für mich ist Jorge perfekt für uns. Da ich auch selbst gegenüber Lin und Yamaha darauf gedrängt habe, mit Jorge zu sprechen, halte ich es für eine kluge Entscheidung.“

Womöglich habe es hier und da Zweifler gegeben, weil Lorenzo bei Honda eine schwere Zeit hatte. „Aber ich habe immer gesagt, dass es reicht, um eines Tages mit der M1 zu fahren und konkurrenzfähig zu sein“, stellte Rossi klar. Und sagte mit Blick auf den jüngsten Shakedown: „Tatsächlich war es schon am ersten Tag so.“

„Für uns ist es wichtig. Denn in der modernen MotoGP ist es jetzt sehr wichtig, ein gutes Testteam zu haben, das die Daten und alles mitbringt. Aber man braucht einen Fahrer, der stark und schnell sein kann, der die gleiche Rundenzeit fahren kann wie wir. Für uns wird es eine große Hilfe sein, das Motorrad in kürzerer Zeit zu verbessern“, ist sich Rossi sicher.

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04. Feb | 2:00 Min

Vinales sieht Arbeit durch Lorenzo-Feedback erleichtert

Dieser Meinung ist auch Vinales. Er sieht noch weitere Vorteile durch Lorenzos Ankunft. „Für mich ist das wirklich wichtig, denn wir kommen fast aus dem gleichen Ort, wir sprechen dieselbe Sprache, auch die Charakteristik ist sehr ähnlich. Für mich ist es viel einfacher zu arbeiten. Zudem ist er mit diesem Motorrad Weltmeister geworden.“

Insofern traut Vinales seinem Landsmann zu, dem Team zu altem Ruhm zu verhelfen. „In all den Jahren waren wir nicht so wettbewerbsfähig, um einen Titel zu gewinnen. Also wird es sehr wichtig sein, die Möglichkeit zu haben, Jorges Feedback zu haben, um das Team zu unterstützen und zu verstehen, was zu tun ist“, so der Spanier.