Der ADAC hofft auf ein MotoGP-Rennen mit Zuschauern im Herbst: Ein Verantwortlicher spricht exklusiv über die aktuelle Situation rund um das Kult-Event am Sachsenring.

Das in Deutschland bis Ende August geltende Verbot von Großveranstaltungen fordert mit dem Deutschland-Grand-Prix auf dem Sachsenring im Juni aller Voraussicht nach ein prominentes Opfer. Veranstalter ADAC sucht in Absprache mit MotoGP-Promoter Dorna aktuell nach einem neuen Termin im Herbst.

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Mit einem Blick auf den MotoGP-Kalender 2020 bieten sich dafür zwei September-Wochenenden an – der 6. und der 20. Am 13. September soll die MotoGP zum San-Marino-GP in Italien gastieren. Zwei Wochen später ist dann der Aragon-Grand-Prix in Spanien terminiert.

Im Oktober wäre der 11. Oktober der nächste freie Sonntag. Doch mit einem Blick auf die Temperaturen erscheint ein MotoGP-Event Mitte Oktober in Deutschland als absolute Notlösung.

Sachsenring: ADAC und Dorna ständig in Kontakt

„Wir befinden uns in Abstimmung mit der Dorna über einen neuen Termin“, kommentiert ein ADAC-Sprecher gegenüber ‚Motorsport-Total.com‘. MotoGP-Promoter Dorna hat den Deutschland-GP im Juni noch nicht offiziell abgesagt. Der ADAC dagegen veröffentlichte die Absage schon kurz nach dem bekannt wurde, dass bis Ende August keine Groß-Events in Deutschland gestattet sind.

„Wir haben die Dorna offiziell darüber informiert, dass es in Deutschland ein Veranstaltungs-Verbot gibt. Und wir sprechen mit der Dorna nicht erst seit Bekanntgabe dieses Verbots über einen Ersatztermin“, so der ADAC.

„Wir haben ein gutes Verhältnis. Die Kollegen der Dorna sind natürlich in der schwierigen Situation, viele Rennen und einen komplexen Kalender unter einen Hut bringen zu müssen. Wir sind aber in regelmäßigem Austausch und sitzen zusammen in einem Boot. Egal ob Dorna, die Veranstalter, die Teams oder die Medien“, erklärt der ADAC-Vertreter.

Tickets weiter gültig, können aber zurückgegeben werden

Die Tickets für das Event behalten ihre Gültigkeit. Fans, die für den Ersatztermin keinen Urlaub bekommen oder anderweitig verhindert sind, können mit einer Rückerstattung rechnen. „Wenn jemand den neuen Termin nicht wahrnehmen kann, werden wir Lösungen finden. Diese Fans können sich an unser Büro am Sachsenring wenden“, stellt der ADAC klar.

Nach dem Ausbruch des Coronavirus und den Restriktionen der Regierungen in den einzelnen Ländern ließ das Interesse an Events generell nach. Auch der Sachsenring ist von dieser Entwicklung betroffen. „Bis zum Beginn der Kontaktsperren haben wir rund 70.000 Tickets verkauft. Danach gingen die Ticketverkäufe zurück“, verrät der ADAC.

Die Veranstalter des Sachsenring-GP hatten Glück, dass das Verbot für Großveranstaltungen rechtzeitig bekanntgegeben wurde. Eine spontane Absage hätte immense Unkosten verursacht.

„Es wurden noch keine konkreten Vorbereitungen am Sachsenring getroffen in Bezug auf die Infrastruktur. Die Aufbau-Maßnahmen vor Ort wären frühestens Anfang Mai gestartet. Gemeint sind die komplette Zuschauer-Infrastruktur, die Tribünen und so weiter“, erklärt der ADAC.

ADAC bei Geisterrennen komplett aus dem Spiel

Die bisherigen Unkosten belaufen sich größtenteils auf Werbe-Maßnahmen, das Marketing und die Beschäftigung des Personals vor Ort. Sollte es einen Ersatztermin geben, dann würden diese Ausgaben weniger stark ins Gewicht fallen als bei einer finalen Absage.

Sollten Großveranstaltungen auch nach dem 31. August verboten sein, dann wäre ein Geisterrennen der letzte Ausweg. Bei diesem Szenario spielt der ADAC als Veranstalter keine Rolle. Denn ein Rennen ohne Zuschauer würde die Geschäftsgrundlage komplett entziehen.

Der Verzicht auf sämtliche Erlöse aus Ticket-Verkäufen hätte zur Folge, dass dem Veranstalter die einzige Einnahmequelle gestrichen wird. Sollte ein Rennen ohne Zuschauer stattfinden, dann läge die Austragung in den Händen der Dorna.

Aktuell ist offen, wann und ob die MotoGP in die Saison 2020 startet. Nach dem Sachsenring steht das Renn-Wochenende im holländischen Assen im Kalender. Doch auch dieser Termin wackelt…