Für Danilo Petrucci und Fabio Quartararo war das Rennen auf Phillip Island schon nach wenigen Metern vorbei. Harter Hinterreifen trägt Mitschuld am frühen Sturz.

Nach Startplatz fünf im Qualifying hatte Danilo Petrucci eigentlich die Hoffnung, beim Großen Preis von Australien wieder in die Erfolgsspur zu finden. Doch sein Rennen dauerte nur bis zur zweiten Kurve. Dort stürzte der Ducati-Pilot per Highsider, flog in hohem Bogen durch die Luft und traf beim Aufprall Fabio Quartararo.

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Der Petronas-Yamaha-Pilot hatte sich seinerseits in der Anfahrt auf Kurve 2 ebenfalls vertan und geriet so unglücklicherweise überhaupt erst ins Schussfeld von Petrucci. Auch Quartararo ging daraufhin zu Boden und musste sein Rennen aufgeben.

Petrucci sagte im Anschluss: „Ich bin bitter enttäuscht, weil ich endlich ein Wochenende hatte, das meinen Erwartungen entsprach. Und am Morgen im Qualifying hatte ich eine gute Zeit gesetzt, also war ich sehr optimistisch für das Rennen.“

Petrucci ärgert sich über verpasste Podestchance

„In der Kurve 2 kam Marquez von innen auf mich zu, ich war gezwungen, weit zu gehen und auf eine schmutzige Linie auszuweichen. Ich verlor die Kontrolle über das Motorrad und hatte einen Highsider, der leider auch Quartararo traf. Es tut mir wirklich leid für ihn und auch, dass ich wahrscheinlich eine Podest-Chance verpasst habe.“

Auf dem Podium stand mit Jack Miller (Pramac) am Ende ein anderer Ducati-Pilot. Er erlebte die Situation kurz nach dem Start hautnah mit: „Als ich sah, wie er aus dem Sitz katapultiert wurde, dachte ich mir nur: Um Gottes Willen, das war richtig böse.“

„Wir beide waren auf einer etwas weiteren Linie, als wir in die Kurve gingen. Und wir hatten mit dem harten Reifen nicht viel Grip. Ich konnte noch früh genug wieder ans Gas gehen, er wohl nicht. Er war schon etwas weiter in der Kurve und flog einfach ab“, berichtete Miller weiter. Dabei könnte die Reifenwahl eine entscheidende Rolle gespielt haben.

Quartararo macht harten Hinterreifen verantwortlich

MotoGP-Rookie Quartararo sieht in ihr jedenfalls die Hauptursache für seinen Fehler und den Sturz von Petrucci: „Wenn man es sich genauer anschaut, machten einige Leute mit dem harten Hinterreifen einen kleinen Fehler, wie er auch mir passierte. Aber meiner war etwas größer und der von Petrucci noch größer.“

Im Rückblick zieht der Petronas-Pilot die Reifenwahl für sich deshalb auch in Zweifel, zumal er den harten Hinterreifen in keinem Training ausprobiert hatte. „Wir sind nie mit einem anderen Reifen als dem weichen gefahren, aber nach dem Rennen ist es einfach zu sagen, dass der weiche Reifen der bessere gewesen wäre“, betonte der Franzose.

Was ohne den Zwischenfall in Kurve 2 möglich gewesen wäre, weiß er nicht: „Petrucci hat mich zwar getroffen, aber selbst wenn er das nicht getan hätte, wäre ich aufs Gras gekommen und hätte viele Positionen verloren. Vielleicht hätte ich das Rennen beenden können, aber es wäre schwierig geworden, um die Top 5 oder das Podium zu kämpfen.“

Beide Sturzpiloten klagen über Schmerzen im Knöchel

Etwas Gutes kann er dem Rennsonntag aber doch abgewinnen. „Im Qualifying ist uns etwas Unglaubliches gelungen. Wir schafften es von Q1 in die erste Reihe. Das war ein guter Start in den Tag“, resümierte Quartararo seine Fahrt auf Startplatz zwei.

Den direkten Sprung in Q2 hatte Quartararo wegen eines frühen Trainingssturzes am Freitag verpasst. Weil er sich dabei den Knöchel verletzte, ließ er das einzige trockene Training aus und musste in Q1 antreten, das außerplanmäßig am Sonntag stattfand.

Auf seine Verletzung angesprochen, versicherte der Franzose, dass der Sturz im Rennen sie nicht verschlimmert, er aber weiterhin Schmerzen habe. Auch Petrucci sprach nach seinem Highsider von einem angeschlagenen Knöchel. Nach einer ersten Kontrolle seien aber keine Brüche festgestellt worden. Beide hoffen, für Malaysia fit zu sein.