Der Ducati-Werkspilot Scott Redding dementiert Medienberichte, die behaupten, er wünscht sich Hilfe von seinen Markenkollegen. Jonathan Rea blendet die WM vorerst aus.

Vor dem WSBK-Event in Barcelona liegen 36 Punkte zwischen Weltmeister Jonathan Rea (Kawasaki) und Herausforderer Scott Redding (Ducati). Sollte Rea seine starke Form von Aragon und Portimao auch in Barcelona fortsetzen, dann wird es für Redding schwierig, den Rückstand zu verringern. „Es ist klar, was ich tun muss: Ich muss gewinnen. Das ist mein Ziel“, betont der Ducati-Pilot.

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Auf die Schützenhilfe seiner Markenkollegen möchte sich Redding aber nicht verlassen. Einige Medien rückten den WSBK-Rookie nach dem zweiten Aragon-Wochenende in ein schlechtes Licht. Es wurde behauptet, Redding wäre verärgert gewesen, weil Ducati keine Team-Order ausgesprochen hatte.

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20. Sep

Weder von Teamkollege Chaz Davies noch von GoEleven-Ducati-Pilot Michael Ruben Rinaldi erwartet Redding Hilfestellung beim Kampf gegen Rea. „Ich weiß nicht, ob ich Hilfe bekomme. Ich habe mit niemandem darüber gesprochen. Ehrlich gesagt ist das nicht meine Art und Weise, wie ich eine Meisterschaft gewinnen will. Das muss man selbst hinbekommen“, stellt Scott Redding klar.

„Jeder fährt für sich und will gewinnen, genau wie es mit Rinaldi in Aragon der Fall war. Ich weiß, dass in den Medien ein paar wilde Dinge kursierten. Ich hätte gesagt, dass er nicht gewinnen und mir damit Punkte wegnehmen soll“, wundert sich Scott Redding im Gespräch mit der offiziellen Website der Superbike-WM und stellt klar: „Ich freute mich, dass er gewann – mit Ducati. Er hat mich fair besiegt.“

Kann Scott Redding die WM wieder spannend machen?

Rinaldi war am zweiten Aragon-Wochenende in den beiden Hauptrennen der schnellste Ducati-Pilot. Für Redding hielt das Wochenende einen großen Rückschlag bereit, denn im ersten Lauf stürzte der WM-Anwärter und verlor 20 Punkte auf Jonathan Rea, der Zweiter wurde.

„In Aragon erledigten wir unsere Arbeit bestmöglich, wenn man den Sturz ausblendet. Das kann aber passieren, wenn man pusht und um eine Meisterschaft kämpft. Bei den Punkten liegen wir zurück, doch es ist nicht unmöglich“, kommentiert Redding.

Welche Erwartungen hat Scott Redding vor dem Barcelona-Wochenende? „Wir waren beim Test hier sehr stark, besonders auf eine Renndistanz gesehen. Das möchte ich hier ausspielen. Ich kenne den Kurs sehr gut, weil ich hier jahrelang fuhr, auch in der Spanischen Meisterschaft. Es wäre toll, hier ein paar Punkte aufzuholen“, so Redding.

Volles Risiko: Der Weltmeister will weiter auf Sieg fahren

Jonathan Rea könnte es auf Grund des großen Vorsprungs ruhig angehen, doch der Kawasaki-Pilot fährt weiter voll auf Sieg. „Es ist noch nicht der richtige Zeitpunkt, um an die Meisterschaft zu denken“, stellt die Startnummer 1 klar.

„Der Schwung, den wir in Portugal hatten und bei beiden Aragon-Wochenenden mitnehmen konnten, schenkt mir sehr viel Vertrauen, das Motorrad am Limit zu bewegen. Ich spiele an diesem Limit. Wir können uns nicht zurücklehnen. Das Tempo an der Spitze ist richtig hoch“, warnt Rea.

„Man kann nicht kontrollieren, wie es bei den anderen läuft, ob sie gut zurechtkommen oder ob sie Fehler machen. Im vergangenen Jahr lernte ich, nie aufzugeben, als ich mit Alvaro (Bautista) kämpfte und so weit zurücklag“, erklärt er. „Es war unerwartet. Es ist merkwürdig, wie sich alles entwickelte.“

Der Australien-Sturz prägte Jonathan Reas Corona-Pause

„In Australien war es richtig hart mit dem Sturz. Dann saß ich vier oder fünf Monate Zuhause und bereute diesen Fehler. Von Jerez an ging es aufwärts. Jetzt haben wir einen kleinen Vorsprung in der Meisterschaft. Doch es gibt noch neun Rennen“, bemerkt Rea.

Der verdichtete Kalender kommt Rea entgegen. „Es ist toll für mich und für das Motorrad, dass die Saison so komprimiert ist“, freut sich der Titelverteidiger, der auch in Barcelona einer der großen Favoriten ist. Rea kennt den Kurs nur von den Tests. Beim Heimrennen seiner spanischen Provec-Mannschaft will er glänzen.

„Beim Test lief es hier richtig gut. Ich fuhr hier noch zuvor ein Rennen. Der Test war wichtig, weil ich das Layout besser verstand. Wir erhielten eine Vorstellung davon, wie die Reifen im Rennen abbauen könnten“, kommentiert er den Test im Sommer. „Beim Longrun fühlte ich mich sehr wohl.“

Teruel Round: Rennen 2