In seiner zweiten WSBK-Saison will Scott Redding die Erfolgsserie von Weltmeister Jonathan Rea beenden – dabei sollen dem Ducati-Star die Lehren aus seiner Debüt-Saison helfen.

Ducati ist seit der Saison 2011 ohne Titel in der Superbike-WM. Der erfolgreichste Hersteller der Serie erlebt die längste Durststrecke seiner WSBK-Geschichte. Nach Vize-Titeln mit Chaz Davies und Alvaro Bautista reichte es für Scott Redding im Vorjahr erneut nur zu „Silber“.

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Doch das soll sich in diesem Jahr ändern. Mit den Erfahrungen aus seiner Premieren-Saison will Redding die Erfolgsserie von Kawasaki-Pilot Jonathan Rea nach sechs Jahren beenden.

„Ich glaube daran, dass ich Champion sein kann“, unterstreicht Redding jetzt in einem Interview. „Das ist der einzige Grund, warum ich Rennsport betreibe. Wir betreiben Rennsport, um Titel zu holen, Rennen zu gewinnen und an der Spitze zu kämpfen.“

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27. Jän

Was Rea laut Redding so stark macht

Doch mit Jonathan Rea hat Scott Redding in der Superbike-WM einen harten Gegner. Wie erklärt sich Redding die Erfolge des Nordiren? „Sie arbeiten seit über fünf Jahren mit dem gleichen Paket. Fünf Jahre mit dem gleichen Paket, auf den gleichen Strecken, mit dem gleichen Fahrer und mit den gleichen Ergebnissen. Es ist für sie Routine“, kommentiert der Herausforderer.

In der WSBK-Saison 2020 führte Redding die Meisterschaft zeitweise an. Doch Rea meldete sich zurück und holte beim Saisonfinale in Estoril seinen sechsten Titel in Folge. Redding beschreibt die Hürden in seiner ersten WSBK-Saison: „Ich kannte einige Strecken nicht, bin zuvor noch nie in der Superbike-WM gefahren. Und das Motorrad war ja auch neu.“

„Ich denke also, dass wir 2021 deutlich stärker sein sollten. Wir haben das nötige Material und das nötige Wissen bezüglich der Strecken. Ich muss also nichts dazu lernen. Zudem muss ich mir nicht erarbeiten, wie das Format mit den drei Rennen funktioniert. Ich habe das Selbstvertrauen zu wissen, dass ich um Siege kämpfen kann und die nötige Erfahrung. Jetzt kann ich mich darauf konzentrieren, zu gewinnen“, so der Ducati-Werkspilot.

Ducati Panigale V4R mit mehr Konstanz?

In der Saison 2019 schickte Ducati mit der Panigale V4R erstmals ein Superbike mit vier Zylindern an den Start. Und beendete damit die jahrelange V2-Tradition. In der dritten Saison mit dem V4-Superbike soll endlich wieder der Titel sichergestellt werden.

„Sie arbeiten erst seit zwei Jahren mit dem Motorrad. Deshalb konnten sie das Bike nicht so intensiv entwickeln wie die Kawasaki. Die Kawasaki ist seit fünf, sechs oder sieben Jahren mehr oder weniger unverändert. Die Ducati ist ein neues Projekt. Deshalb gibt es immer ein paar Dinge, die wir verbessern müssen“, erklärt Redding.

„Die alte Ducati war ziemlich konstant. Und ich glaube, dass auch unser jetziges Motorrad sehr konstant ist. Es ist nur in ein oder zwei Bereichen schwach. Das sind genau die Bereiche, an denen wir arbeiten können“, ist Redding überzeugt. Und fügt hinzu: „Wenn wir das verbessern können, dann ist unser Paket super stark.“

Saisonstart im April? Redding wartet ab

Theoretisch beginnt die WSBK-Saison 2021 im April in Assen. Doch die Region Drenthe hat ein Verbot für Großveranstaltungen verhängt, das vorerst bis Juni gilt. Noch ist offen, ob und wenn ja wie sich dieser Beschluss auf das WSBK-Event in Assen auswirken wird.

„Die Saison soll Ende April starten. Ich sage aber nicht, dass das zu 100 Prozent klappt. Aber egal wie es am Ende kommt, ich werde bereit sein“, bemerkt Redding, der sich in den letzten Monaten bestmöglich mit der für alle schwierigen Corona-Situation arrangiert hat.

„Ich würde meinen, dass sich alle daran gewöhnt haben. Wir wissen, wie wir richtig damit umgehen. Die Frage ist, ob die Events genehmigt werden oder nicht. Man will in der Winterpause wissen, wofür man sich vorbereitet. Aber aktuell ist alles in einer Art Standby-Modus“, bemerkt der Brite, der den Winter in Kalifornien verbrachte.