Valentino Rossi ist mit dem Silverstone-Freitag weitestgehend zufrieden, sieht aber vor allem im zweiten Teil der Strecke noch Verbesserungsbedarf.

Yamaha-Werkspilot Valentino Rossi machte am Freitag in Silverstone ein Wechselbad der Gefühle durch. Zunächst wurde ihm seine persönliche schnellste FP2-Zeit aufgrund einer vermeintlichen Überschreitung der Track-Limits gestrichen. Dann aber hat „The Doctor“ seine Rundenzeit genau wie unter anderem Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) zurückerhalten.

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Wie Quartararo, so hatte auch Rossi in den Schlussminuten von FP2 eingangs der Hangar-Straight und somit am Ausgang von Kurve 6 minimal die weiße Linie hinter dem abschließenden Randstein überfahren.

Dabei befanden sich beide Piloten aber noch mit einem Teil des Reifens auf der weißen Linie und nicht komplett auf dem grün lackierten Asphalt auf der Außenseite der Piste. Daher wurde die Streichung der Rundenzeit einige Minuten nach Trainingsende revidiert.

Um Klarstellung gebeten

„Ich war überrascht. Denn ich hatte nicht das Gefühl, dass auf dem Grün fuhr“, berichtet Rossi. Er führt ein anderes Beispiel einer Track-Limit-Überschreitung an: „Im FP3 in Austin ist es mir passiert und damals war mir das sofort klar. Diesmal aber bat [Yamaha-Teammanager Massimo] Meregalli um Klarstellung. Wir mussten warten und nach einer Überprüfung hatten wir eine Viertelstunde nach Trainingsende unsere Rundenzeiten wieder.“

Für den weiteren Verlauf des Wochenendes hat die MotoGP-Sicherheitskommission dem Vorschlag zugestimmt, die weiße Linie ausgangs Kurve 6 breiter zu machen. Damit sollen vermeintliche Überschreitungen der Track-Limits an dieser Stelle ab Samstag einfacher erkennbar sein. Beziehungsweise im Idealfall ganz ausbleiben.

Quartararo ist durch die Revision nun neuer Inhaber des Silverstone-Streckenrekords., Er war nicht nur im FP1 am Vormittag, sondern auch im FP2 am Nachmittag der Schnellste. Rossi kann auf P4 des Tagesklassements wesentlich entspannter in den Samstag gehen. Wäre ihm seine Zeit von 1:59,937 Minuten tatsächlich gestrichen worden, hätte der Yamaha-Werkspilot auf P17 noch schwer um den direkten Q2-Einzug kämpfen müssen. So aber sieht es für ihn diesbezüglich deutlich besser aus.

Rossi: „Guter Auftakt“

Und so meint Rossi zusammenfassend weitgehend zufrieden: „Das war ein guter Auftakt. Schon an den beiden zurückliegenden Rennwochenenden [Brünn und Spielberg] lief es für uns etwas besser als davor. Diesen Eindruck konnten wir hier bestätigen. Mein Tempo ist ganz ordentlich. Am Ende von FP2 ist mir eine gute Runde gelungen, die für P4 gereicht hat. Klar, es wird sich noch einiges ändern. Das erste Gefühl ist aber gut. Und wir haben auch noch ein paar Ideen für Veränderungen.“

Was die Veränderungen betrifft, sieht Rossi vor allem im zweiten Teil der 5,9 Kilometer langen Strecke noch Nachholbedarf: „Ausgangs Kurve 17 (Luffield) rutsche ich noch ein bisschen zu stark. Und auch die letzte Kurve (Woodcote) macht mir noch ein bisschen Probleme. Auch im dritten Sektor mit den beiden engen Kurven können wir noch etwas tun. Im Gegensatz dazu komme ich im zweiten Sektor richtig gut zurecht und auch im ersten Sektor läuft es nicht so schlecht.“

Abgesehen von Rossi kamen auch die anderen Yamaha-Piloten am Trainingstag in Silverstone gut zurecht. Während Quartararo mit der Petronas-Yamaha in beiden Sessions der Schnellste war, fuhr dessen Teamkollege Franco Morbidelli auf P5 und P7. Maverick Vinales war in beiden Einheiten Drittschnellster und lag damit jeweils vor Teamkollege Rossi, der sich auf P7 und P4 einreihte.

„Im Vergleich zu Vinales fahre ich ein anderes Chassis“, bemerkt Rossi, um zu präzisieren: „Meine beiden Bikes sind aber identisch. Das ist schon das ganze Jahr so. Ich bin einfach seit Saisonbeginn beim Standard-Chassis geblieben.“ Vinales wiederum bevorzugt seit einigen Wochen eine Ausbaustufe, mit der er meistens besser zurecht kommt als mit dem Standard-Chassis.