Aus mehreren Gründen glaubt Stefan Bradl nicht daran, dass er noch einmal einen Vertrag als MotoGP-Stammpilot bekommen würde – in seiner jetzigen Rolle ist er glücklich.

Seit 2018 ist Stefan Bradl als Test- und Ersatzfahrer für Honda im Einsatz. In den vergangenen beiden Jahren bestritt der Deutsche insgesamt neun MotoGP-Rennen. Seine letzte volle Saison fuhr er 2016 mit Aprilia. Anschließend folgte 2017 mit Honda noch eine Renn-Saison in der Superbike-WM, die Bradl wegen einer Verletzung aber nicht zu Ende fahren konnte.

Advertisement

Von den Honda-Ingenieuren wird Bradl, der zudem als ServusTV-Experte im Einsatz ist, geschätzt. Könnte er sich vorstellen, noch einmal eine komplette Saison zu fahren? „Ich kann es mir auf alle Fälle vorstellen. Aber realistisch sehe ich die Chance dafür gering“, erklärte Bradl jetzt in einem Interview. „Erstens werde ich nicht jünger, zweitens ist die Auswahl an verfügbaren Bikes auch ziemlich gering.“

„Wäre schön, wenn es eine Honda wäre“

Der Moto2-Weltmeister von 2011 würde die Honda-Familie ungern verlassen, um noch einmal eine Saison zu bestreiten. „Wenn es geht, wäre es auch schön, wenn es eine Honda wäre. Ich fühle mich sehr wohl in meiner Rolle als Testfahrer für Honda.“ Auch die Verantwortlichen bei Honda sind mit Bradl zufrieden.

Allerdings wurde er nicht berücksichtigt, als es im November 2019 darum ging, kurzfristig einen Ersatz für Jorge Lorenzo zu finden. Rein theoretisch hätte Bradl die Saison 2020 als Teamkollege von Marc Marquez bestreiten können. Honda hätte sich dann in Ruhe nach einem neuen Fahrer für die Jahre 2021/22 umsehen können. Stattdessen setzt man auf Moto2-Weltmeister Alex Marquez.

Bradl: Junge Piloten drängen nach

Deshalb glaubt der 30-jährige Bradl, dass auch das Alter gegen ihn spricht. „Ehrlich gesagt, die Jungen drücken zu sehr nach – jetzt auch mit Alex Marquez im Werksteam. Dann gibt es auch Kandidaten, die in den nächsten Jahren von der Moto2 aufsteigen werden. Deshalb sehe ich mich nicht mehr in der Rolle, dass ich noch einmal einen Stammfahrer-Vertrag für die MotoGP bekommen würde.“

Insgesamt hat Bradl in seiner Karriere 182 Grands Prix bestritten, 95 davon in der Königsklasse. In der 125er-Klasse hat er zwei Rennen gewonnen, in der Moto2 fünf. Seine besten MotoGP-Ergebnisse gelangen ihm 2013 in Laguna Seca. Dort eroberte Bradl seine einzige Pole-Position und im Rennen mit Platz zwei seinen einzigen Podestplatz.