HRC-Testpilot Stefan Bradl bereitet beim Shakedown-Test den eigentlichen Sepang-Test vor. Damit erleichtert er dem angeschlagenen Weltmeister die Arbeit.

Honda-Testpilot Stefan Bradl hat an den vergangenen drei Tagen in Sepang wichtige Erfahrungen für HRC gesammelt. Der Zahlinger bereitete den eigentlichen Sepang-Test vor, indem er für Honda neue Teile probierte. Und er besprach diese dann zusammen mit den Ingenieuren. Für Honda war Bradls Einsatz besonders wichtig, da MotoGP-Champion Marc Marquez angeschlagen nach Sepang reist. Der Spanier kämpft noch mit den Folgen der Schulter-Operation.

„Nachdem der Jerez-Test wegen des schlechten Wetters und meiner gesundheitlichen Probleme mehr oder weniger wertlos war, war dieser Anlass umso wichtiger für uns“, bemerkt Bradl. „Natürlich gab es einiges aufzuholen. Zum Glück hat das Wetter die drei Tage gehalten, sodass wir unser straffes Programm vollkommen durchziehen konnten.“

„Die ersten Tests am Beginn eines neuen Jahres sind immer enorm anstrengend. Dieses Mal war der Ablauf allerdings noch ein bisschen strenger. Honda hat sehr viele Neuentwicklungen gebracht. Überhaupt gab es sehr viele verschiedene Dinge und Komponenten zum Ausprobieren. Daher war der Zeitplan minutiös geplant und knapp getaktet“, berichtet der Honda-Testpilot.

Bradl: „Rundenzeiten nicht ausschlaggebend“

„Das war körperlich als auch mental sehr anstrengend, weil wir bei den Debriefs immer sehr ins Detail gehen mussten. Das gesamte Team sowie alle Techniker mussten also acht bis zehn Stunden am Tag immer hellwach bleiben und sehr konzentriert arbeiten“, so Bradl.

„Obwohl die Ziele für diesen Test sehr hochgesteckt waren, konnten wir aber alle Aufgaben auf der langen Liste vollends abarbeiten. Darüber hinaus sogar mit positiven Ergebnissen. Daher können wir mit unserem Job zufrieden sein“, bilanziert Bradl. Den finalen Testtag beendete er mit einer Sekunde Rückstand auf Position acht. „Rundenzeiten war allerdings nicht ausschlaggebend für uns“, betont er.

„Wir haben hingegen einen sehr konstanten Rhythmus gehabt, was für die Ingenieure in Japan viel wertvoller ist. Das ermöglicht ihnen die die Daten sauber zu analysieren und daher auch die Weiterentwicklung voranzutreiben“, erklärt Bradl. „Ein weiterer Bestandteil unserer Aufgaben war es auch eine ordentliche Basis für das Werksteam für den ersten offiziellen Test an diesem Wochenende zu schaffen.“

„Vor allem haben wir viel für Marc (Marquez) erledigen können, der wegen seiner Schulter bestimmt noch ein wenig gehandicapt sein wird“, bemerkt Bradl. „Ich denke, er wird sicher noch nicht fit genug sein, um 50 bis 60 Runden pro Tag fahren zu können.“