Bei seinem Comeback findet Marco Melandri laut ServusTV-Experte Stefan Nebel beste Voraussetzungen vor, um die enttäuschende Saison 2019 vergessen zu machen.

Wenn die Superbike-WM am Wochenende in Jerez ihren Betrieb wieder aufnimmt, taucht in der Nennliste ein alter Bekannter auf. Marco Melandri steht vor seinem Comeback in der WSBK und wird die Ducati Panigale V4R des Barni-Teams pilotieren. Wie schätzt ServusTV-Experte Stefan Nebel Melandris Chancen bei dessen Rückkehr ein?

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Das Comeback der Nummer 33 freut Nebel. „Mega“, kommentiert der ServusTV-Experte im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘. Den für ihn enttäuschenden Verlauf der Saison 2019 will Melandri schnell vergessen machen.

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02. Aug

„Er hatte im vergangenen Jahr gar keine Ahnung mehr, warum er überhaupt noch fährt. Die Leidenschaft war verschwunden. Sein Problem war, dass er das Vertrauen verloren hatte, weil sie sich bei Yamaha im Kreis gedreht haben. Er benötigt eine sehr spezielle Abstimmung. Und diese passte überhaupt nicht zur Yamaha“, analysiert Nebel.

Melandri hat nur ein Renn-Wochenende verpasst

Nun also der Rücktritt vom Rücktritt. „Ich habe ihn letztes Jahr gefragt, ob er sich sicher ist, was danach kommt“, erinnert sich Nebel. „Er meinte, dass er keine Ahnung hat. Er fuhr sein gesamtes Leben und wollte schauen, ob ihm ein normales Leben auch taugt.“

„Ich erkannte, dass er gar nicht wusste, was ein normalen Leben ist. Und sagte ihm, dass er sich wundern wird, wie langweilig das eigentlich ist, wenn man nicht regelmäßig die Adrenalin-Spritze bekommt“, berichtet Ex-Racer Nebel.

„Witzigerweise hat er nur ein Rennen ausgelassen. Er war also nie richtig weg und jetzt kommt er auf einer Ducati zurück. Und das völlig befreit. Das sehe ich als riesige Chance für ihn, um richtig aufzublühen. Weil er einfach Bock hat, zu fahren“, so Nebel.

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Nebel traut Melandri mit der Ducati einiges zu

„Ich könnte mir vorstellen, dass er für eine Überraschung sorgt. Ich glaube nicht, dass er sofort in die Top 5 fährt. Das glaube ich nicht, weil es in dieser Saison extrem hart ist. Es wird schwierig, wenn man nicht die ganze Zeit in dem Modus war. Aber ich glaube, dass er spätestens beim Saisonfinale in Misano in Richtung Podium fahren kann“, prophezeit der ServusTV-Experte. Und fügt hinzu: „Davon bin ich zu 100 Prozent überzeugt.“

Melandris Fahrstil, seine Statur und seine MotoGP-Vergangenheit erinnern an Alvaro Bautista, der im letzten Jahr mit der Ducati Panigale V4R Rennen in Serie gewann. „Absolut. Da stimme ich zu 100 Prozent zu. Die Frage ist nur, wie viel Risiko er eingeht“, grübelt Nebel.

„Da trennt sich die Spreu vom Weizen, wenn man gegen Fahrer wie Razgatlioglu, Redding, Rea, Lowes und van der Mark kämpft. Doch wenn man einen guten Tag hat, dann macht man es mit Souveränität und nicht mit Aggressivität. Und wenn Melandri seine Souveränität wiederfindet, dann wird es gut“, kommentiert Nebel.

Barni-Ducati und Melandri die perfekte Kombination?

Barni bekommt von Ducati Werks-Material, einzelne Komponenten unterscheiden sich jedoch. So verwendet Barni Feder-Elemente von Showa, während das Ducati-Werksteam auf Öhlins vertraut. „Für ihn ist es gut. Er hat nichts zu verlieren. Er muss nicht den Titel holen. Mit Barni kann man nicht den Titel holen, weil sie auch Fehler machen“, erklärt Nebel.

„Aber ich glaube auch, dass bei Barni viel Enthusiasmus auf der Strecke geblieben ist nach den letzten Jahren. Jetzt haben sich zwei Parteien gefunden, die wieder richtig wollen. Das passt besser zusammen als je zuvor“, meint der ServusTV-Experte.