Die Teamvereinigung IRTA ist alles andere als erfreut darüber, dass einige zwischen den Aragon-Rennen nach Hause fuhren – und richtet eine Ermahnung alle Beteiligten.

Um trotz Corona-Pandemie MotoGP-Rennen durchführen zu können, führten Promoter Dorna und Motorrad-Weltverband FIM ein strenges Sicherheits-Protokoll ein. Nachdem die Zahlen in ganz Europa wieder deutlich steigen, kommt es für alle Beteiligten im Fahrerlager auf ein verantwortungsvolles Handeln in dieser Blase an. Um die letzten drei Saison-Rennen nicht zu gefährden.

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Sowohl um die Logistik zu erleichtern als auch um die Reisetätigkeit zu senken, wurden im MotoGP-Kalender 2020 auf insgesamt vier Strecken je zwei Rennen geplant. Zu Saisonbeginn in Jerez mussten folglich alle Teams zwischen den beiden Rennen vor Ort bleiben.

Schließlich sollen sich laut Protokoll alle Beteiligten bei Doppel-Rennen in der „Bubble“ im Fahrerlager und im Hotel aufhalten, um so das Infektions-Risiko zu minimieren. Nur bei „wichtigen Business-Gründen“ sollte man die Blase verlassen, lautete die Vorgabe.

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Corona-Vorgaben wurden teils nicht beachtet

Über den Sommer wurde diese Regelung aber zunehmend lockerer genommen. Die Folge: Zwischen den beiden Aragon-Rennen waren viele Beteiligte aus dem Fahrerlager nach Hause gefahren respektive geflogen.

Darunter auch die Ducati-Piloten Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci, die beide für jeweils drei Tage nach Italien flogen. Beide waren sogar im gleichen Flieger. Selbst für den Fall, dass man nicht positiv getestet wird, kann man deshalb ein Rennen verpassen.

Das musste unlängst Tony Arbolino erfahren. Beim Flug von Le Mans (Frankreich) nach Italien saß er unweit eines anderen Passagiers, der später positiv getestet wurde. Obwohl Arbolino negative PCR-Tests vorweisen konnte, musste er für zehn Tage in Quarantäne – und verpasste so Aragon 1.

Jorge Martin, Valentino Rossi und Riccardo Rossi mussten schon Rennen wegen positiver Test-Ergebnisse auslassen. Vereinzelt traf es auch andere Personen aus dem Fahrerlager, wie zum Beispiel eine Gruppe von Yamaha-Ingenieuren.

Teams sollen im November vor Ort bleiben

Nach dem zweiten Aragon-Rennen verschickte die Teamvereinigung IRTA einen Brief an alle Teams, um ihnen das strenge Protokoll in Erinnerung zu rufen. Aufgrund der vielen Tests und der Sicherheits-Maßnahmen sei das Fahrerlager ein sicherer Ort vor Infektionen.

„Es ist unmöglich genau festzustellen, wo Infektionen stattgefunden haben. Aber die Anzeichen deuten darauf hin, dass sie außerhalb der Events stattgefunden haben“, heißt es in der Mitteilung an die Teams. „Das größte Risiko besteht daheim oder während Reisen.“

Vor allem jetzt, wo die Infektionszahlen in allen Ländern Europas wieder deutlich steigen. Die Rennen in Valencia/Spanien (8. und 15. November) sowie in Portimao/Portugal (22. November) sollen wie geplant stattfinden, wie Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta betonte.

Deshalb sollen sich alle Team-Mitglieder im November strikt an das Protokoll halten und die Blase so gut es geht nicht verlassen. Es wird dringend angeraten, dass sich alle während dieser drei Wochen auf der iberischen Halbinsel aufhalten. Und nicht irgendwann zwischendurch nach Hause fliegen.

Corona-Sündern drohen Handy-Fotos

„Für das Doppel-Rennen in Valencia und das Finale in Portimao bitten wir dringend, beim jeweiligen Team oder bei seinen Firmenkollegen in der Paddock-/Hotel-Blase zu bleiben. Und nicht zwischen den Rennen nach Hause oder woandershin zu reisen“, heißt es in dem Schreiben.

„Das minimiert die Chance, dass man von Events ausgeschlossen wird.“ Außerdem wird in dem Schreiben auch angemahnt, sich im Fahrerlager an die Vorschriften zu halten. Schließlich seien im Smartphone-Zeitalter Kameras immer und überall dabei.

„Es wurde festgestellt, dass einige Personen die Sicherheits-Maßnahmen im Paddock und in den Boxen locker nehmen. Im TV und auf Social Media sind Bilder aufgetaucht, die feiernde Teams ohne Maske zeigen.“

„Wenn wir wollen, dass es uns weiterhin erlaubt ist, diese Events durchzuführen, müssen wir der Welt zeigen, dass wir die Bedingungen respektieren, die wir für die Erlaubnis benötigen.“ Das Schreiben endet mit der Aufforderung: „Bitte beeinträchtigt nicht den Rest der Saison!“