Die MotoGP-Zwangspause bringt auch den Transfermarkt zum Erliegen – Davide Brivio glaubt, dass die meisten Piloten-Entscheidungen bei den Teams schon getroffen sind.

In den letzten Jahren hat sich die Transfer-Periode in der MotoGP immer weiter nach vorne verschoben. Auch in diesem Jahr wurden die ersten Entscheidungen schon vor dem ersten geplanten Rennen getroffen. Yamaha machte als erstes Nägel mit Köpfen und einigte sich mit Maverick Vinales und Fabio Quartararo für die Jahre 2021 und 2022. Honda konnte Marc Marquez sogar bis Ende 2024 an sich binden.

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Als nächstes Team wäre Suzuki an der Reihe gewesen. Mit Alex Rins und Joan Mir ist man sich prinzipiell einig. Es fehlt offenbar nur noch die Vertrags-Unterschrift. KTM wird voraussichtlich mit Pol Espargaro und den jungen Fahrern weitermachen. Offen ist dagegen, wie sich die Situation zukünftig bei Ducati gestalten wird.

Die Zwangspause durch die Corona-Pandemie hat auch den Fahrermarkt zum Erliegen gebracht. „Ich denke, 50 bis 60 Prozent der wichtigen Entscheidungen wurden schon getroffen“, sagt Suzuki-Teamchef Davide Brivio im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘.“Dann bleiben Aprilia, Ducati und KTM, die noch nicht formalisiert sind. Aber vielleicht haben sie in ihren Büros schon die Strategie oder die Entscheidungen im Kopf.“

Vertrags-Unterschrift offenbar nur noch Formsache

„Wir haben uns noch nicht formalisiert, weil alles noch etwas in dieser Phase steckengeblieben ist. Aber ich denke, dass wir mit Rins und Mir keine Probleme haben. Wir wollen sie behalten, sie wollen bleiben. Und wir sind uns bereits in allem einig. Es geht nur darum, das Stück Papier so schnell wie möglich zu unterzeichnen. Also hoffe ich, dass es keine Überraschungen gibt.“

Suzuki setzt weiter konsequent auf die Jugend, anstatt einen teuren Top-Star von einem anderen Team wegzulocken. „Um ehrlich zu sein, wollten wir schon immer einen langen Zyklus machen“, sagt Brivio. Und denkt an die Zeit seit der Rückkehr in die Königsklasse zurück: „Als wir 2015 mit diesem Projekt begannen, nahmen wir Vinales.“

„Damals wurden wir auch kritisiert, weil er nur ein Jahr in der Moto2 gefahren war. Und es nach Meinung vieler zu früh für ihn war, in die MotoGP zu wechseln. Wir wollten mit ihm einen Suzuki-Fahrer aufbauen. Doch dann entschied er sich, eine andere Route zu wählen und nach zwei Jahren zu Yamaha zu gehen.“

Suzuki: Junge Piloten sind weiterhin Trumpf

„Aber diese Idee gefiel uns immer noch. Also versuchten wir es noch einmal mit Rins. Und wir tun alles, was wir können, um die Beziehung zu Alex so gut wie möglich fortzusetzen, denn es lohnt sich. Das erste Jahr war sehr schwierig für ihn, er verlor ja fast eine halbe Saison wegen einer Verletzung. Doch schon im zweiten Jahr machte er einen großen Schritt nach vorne.“

„Letztes Jahr, in seiner dritten Saison bei uns, gewann er zwei Rennen und wurde Vierter in der Meisterschaft. Wir sind sehr zufrieden mit ihm und würden gerne noch zwei weitere Jahre zusammen verbringen. Aber diese Idee hatten wir schon immer. Auch wenn es klar ist, dass wir alle, Fahrer und Team, zustimmen müssen.“

„Nun haben wir diesen Weg im letzten Jahr mit Mir wieder aufgenommen. Auch mit ihm wollen wir mindestens vier Jahre verbringen und seinen Vertrag verlängern. Dann hoffen wir, dass er noch länger unser Pilot bleibt. Denn es sind zwei sehr talentierte Jungs, die in der Spitzengruppe mitfahren können. Und zwei davon im Team zu haben, ist sehr wichtig.“