Dicke Luft bei Aprilia: Auf die jüngsten Kommentare von Andrea Iannone reagiert Aleix Espargaro extrem sauer – beim Test-Auftakt in Katar landet das Team in den Top 10.

Aleix Espargaro ist auch beim MotoGP-Test in Katar der einzige Stammfahrer, der für Aprilia auf die Strecke geht. Wie schon in Sepang fehlt der wegen Dopings gesperrte Andrea Iannone und wird durch Test-Pilot Bradley Smith ersetzt.

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Beim offiziellen Team-Launch von Aprilia am gestrigen Freitag war Iannone noch vor Ort und zog mit seinen Kommentaren offenbar den Zorn des Teamkollegen auf sich. „Ich bin sehr stolz auf Aprilia. Denn ich denke, dass sie meinem Input gefolgt sind“, kommentierte der Italiener die Fortschritte, die man mit der neuen RS-GP erzielt hat.

Damit legte er nahe, dass diese vor allem auf seine Zuarbeit zurückzuführen seien. Eine Aussage, die Aleix Espargaro gar nicht schmeckt. „Ich finde das super respektlos“, reagiert er am Rande des heute gestarteten Katar-Tests auf Iannones Worte.

Katar-Test: Highlights vom 1. Tag

Iannone beansprucht Fortschritte bei Aprilia für sich

„Ich hatte schon viele Teamkollegen bei Aprilia. Aber ich hatte noch nie ein Problem mit jemandem. Ich habe das Gefühl, dass ich in meinen Teamkollegen gute Freunde habe, auch in Andrea. Aber mit dem, was er gestern gesagt hat, ist für mich das Ende unserer guten Beziehung erreicht“, macht der Spanier seinem Ärger Luft.

Und weiter: „Was er gesagt hat, ist eine große Respektlosigkeit gegenüber meinen Ingenieuren, meinen Mechanikern. Auch gegenüber Bradley, denn es stimmt nicht. Er weiß genau, dass es nicht wahr ist, was er gesagt hat. Ich war vier Jahre lang bei Aprilia und habe die Ingenieure auf die Entwicklung gedrängt. Jetzt ist sie schließlich da.“

Dass Iannone die Lorbeeren nun für sich beansprucht, ist aus Sicht von Espargaro deshalb ein Unding. Zumal der Aprilia-Pilot betont: „Er benutzt meine Einstellungen die ganze Saison über. Und in 90 Prozent aller Sessions war er hinter mir.“

Katar: Espargaro hadert mit sinkenden Temperaturen

„Es ist also nicht fair, was er gesagt hat. Für alle Menschen um mich herum, für alle Menschen bei Aprilia. Aber wir alle wissen, wie es Andrea geht. Ich werde weiterhin meinen Lebensstil leben, und er wird seinen leben. Und die Zukunft wird darüber entscheiden“, sagt Espargaro abschließend, ohne näher auf die Doping-Affäre einzugehen.

Während das Verhältnis der beiden damit mehr als angespannt zu sein scheint, war der Aprilia-Pilot auch mit dem ersten Testtag in Katar nicht zu 100 Prozent zufrieden: „Im ersten Teil des Tages war es ähnlich wie in Malaysia. Ich fühle mich konkurrenzfähig. Aber dann, als die Sonne unterging und es kälter wurde, hatte ich mehr Mühe als erwartet.“

Allzu große Sorgen bereitete Espargaro das aber nicht. „Schließlich ist es das erste Mal, dass ich mit der RS-GP bei kühlen Temperaturen fahre. Wenn man bei fast 50 Grad startet und dann unter 30 Grad fällt, muss man sich anpassen“, so der Spanier.

Espargaro mit Test-Auftakt in Katar zufrieden

Bei sinkenden Temperaturen hatte er vor allem Grip-Probleme: „Der Grip und die Stabilität des Hinterreifens waren wirklich schlecht. Es sieht so aus, als ob wir die Einstellung verändern müssen. Vielleicht indem wir das Gewicht des Motorrads verlagern. Aber ehrlich gesagt habe ich einen großen Unterschied gespürt.“

Insgesamt zieht Espargaro nach seinen ersten Runden in Katar – insgesamt 41 – ein positives Fazit. „Ich denke, dass die Top 10 für den ersten Tag und vor allem unsere Runden-Zeit nicht so schlecht sind“, resümiert er. Mit 0,806 Sekunden Rückstand auf die Tages-Bestzeit belegte er am Ende einen soliden zehnten Platz.