Nach der Saison ist vor der Saison: Kawasaki, Honda und Yamaha testen zwei Tage lang in Jerez für das Superbike-Jahr 2021 – Jonathan Rea rückt erstmals mit der neuen Ninja aus.

Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche (17. & 18. November) war der Circuito de Jerez in Spanien Schauplatz von privaten Tests gleich mehrerer Teams der Superbike-WM. Als einziger MotoGP-Pilot war Stefan Bradl vor Ort, der dabei das Test-Programm von Honda fortsetzte.

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Aus der WSBK waren etwas mehr als zehn Fahrer für ihre Rennställe im Einsatz. Darunter die Werksteams von Kawasaki (Jonathan Rea & Alex Lowes), Yamaha (Toprak Razgatlioglu & Andrea Locatelli) sowie Honda (Alvaro Bautista & Leon Haslam).

Von den Privatteams nutzten GRT-Yamaha (Garrett Gerloff & Kohta Nozane), Orelac-Kawasaki (Isaac Vinales), Puccetti-Kawasaki (Lucas Mahias) und Pedercini-Kawasaki (Loris Cresson) diese Gelegenheit.

Professor Nebel: Die Airbox

Alle Blicke auf Kawasaki-Box gerichtet

Am Mittwoch waren die Blicke dabei auf die Kawasaki-Box gerichtet. Denn die Japaner brachten erstmals ihre neue ZX-10RR an den Start. Ins Auge sticht vor allem eine neue Verkleidung, die im Bereich der aufgeklebten Scheinwerfer und dem Lufteinlass für die Airbox sehr aerodynamisch gestaltet ist.

Vor allem Weltmeister Rea rückte mit dem neuen Bike aus. Dagegen war Lowes mit der 2020er-Version unterwegs, damit das Team Vergleichsdaten erhält. Rea testete zudem einen neuen Motor, sowohl im 2020er-Modell als auch im neuen Bike.

Bei Honda gab es dagegen keine allzu großen oder sichtbaren neuen Entwicklungen. Stattdessen konzentrierte man sich darauf, jeden Aspekt des Motorrads zu analysieren und Vergleiche anzustellen. Um so über den Winter das beste Paket aus den vorhandenen Teilen schnüren zu können.

Keine sichtbaren Entwicklungen bei Honda

Yamaha hatte ein 2021er-Modell in der Box, das sich Razgatlioglu und Gerloff jeweils teilten. Der Türke hatte insgesamt drei Motorräder zur Verfügung. Er arbeitete vorrangig am Set-Up für die Bremse, um so die letzte Bremsphase zu verbessern.

Zusätzlich wurde mit der Geometrie experimentiert, und auch eine neue Schwinge kam zum Einsatz. Insgesamt beschäftigte sich Razgatlioglu damit, das beste Set-Up für sich zu finden. Daneben wurde auch an der Elektronik gearbeitet.

Am Dienstag stellte Gerloff mit 1:39,571 Minuten die Superbike-Bestzeit auf. Ein Sturz des US-Amerikaners blieb folgenlos, ebenso wie bei Bautista und Cresson. Bradls Dienstags-Zeit mit der MotoGP-Honda lautete 1:38,562 Minuten. Tags darauf kam der Deutsche auf 1:38,340 Minuten.

Rea mit WSBK-Bike etwas schneller als Bradl

In der letzten Viertelstunde von Tag 2 ging Rea dann zweimal auf Zeitenjagd. Der Weltmeister wurde mit 1:38,324 Minuten gestoppt, war damit einen Tick schneller als Bradl auf dem MotoGP-Bike.

Für das Kawasaki-Werksteam stehen kommende Woche noch zwei Test-Tage im MotorLand Aragon auf dem Programm, während die restlichen Superbike-Teams schon in ihre Winterpause starten.