In Assen hatte Valentino Rossi einen Unfall mit Takaaki Nakagami verursacht – daher rühren die Schulterprobleme, die den Japaner jetzt zur OP zwingen.

Takaaki Nakagami wird auch 2020 für LCR-Honda an den Start gehen. Das ist aus Sicht des Japaners die positive Nachricht der Woche. Auf der anderen Seite wird Nakagami die MotoGP-Saison 2019 nach seinem Heimrennen in Motegi vorzeitig beenden. Anschließend wird er sich einer Operation an der rechten Schulter unterziehen und die letzten drei Saisonrennen verpassen. Für viele kam das überraschend, denn Nakagami hatte in den letzten Wochen nicht über körperliche Probleme geklagt.

Advertisement

„Seit dem Unfall in Assen habe ich mit niemandem darüber sprechen wollen“, sagt er über die Ursache seiner Schulterprobleme. Wir erinnern uns an die Dutch TT in Assen am 30. Juni. In der Anfangsphase des Rennens kam es damals zu einem Unfall zwischen Valentino Rossi und Nakagami. Rossi war damals bei einem Überholversuch gestürzt und hatte Nakagami mit ins Kiesbett gerissen.

„Vor Aragon habe ich das Gefühl bekommen, dass ich mit meinem Team und vor allem mit Lucio sprechen muss“, schildert Nakagami die aktuelle Entwicklung. „Seit dem Crash hatte ich Schmerzen in der rechten Schulter. Und von Rennen zu Rennen wurde es schlimmer. Es war eine schwierige Entscheidung, die letzten drei Rennen auslassen zu müssen. In den letzten Rennen hatte ich aber schon große Mühe, überhaupt ins Ziel zu kommen.“

Schmerzen und mangelnde Kraft wurden immer schlimmer

„Es hing natürlich vom Strecken-Layout ab. Aragon war halbwegs o.k. Aber in Thailand hatte ich Mühe, mich auf dem Motorrad zu halten. Mir ist komplett die Kraft ausgegangen. Somit habe ich mich dazu entschieden, die Operation zu machen. Natürlich bin ich enttäuscht, dass ich Australien, Malaysia und Valencia auslassen muss. Ich muss mich auf die kommende Saison konzentrieren.“

Deswegen zieht Nakagami die Operation vor, um über den Winter genügend Zeit zu haben, wieder fit zu werden. Die ersten Vorsaison-Tests finden Anfang Februar 2020 in Sepang (Malaysia) statt. Eine ähnliche Schulter-Operation ließ Marc Marquez Anfang Dezember 2018 durchführen. Weil beim Spanier der Rehabilitations-Prozess länger dauerte, will man Nakagami mehr Genesungszeit geben.

„Ich habe mit Taka in Thailand gesprochen“, sagt Marquez. „Seine Verletzung ist anders, als sie bei mir war. Zu mir haben die Ärzte gesagt, dass es drei Monate dauern wird. Aber ich habe ihnen nicht geglaubt und gesagt, dass ich es in eineinhalb Monaten schaffe. Es wurden dann zweieinhalb Monate, also sehr lang. Mein Ratschlag an ihn lautet, dass er auf die Ärzte hören muss. Denn es wird eine langwierige Rehabilitation. Aber seine Verletzung ist etwas anders als meine.“

Nakagami ist gespannt, wie Johann Zarco sich schlägt

Zuletzt ist Nakagami schlichtweg die Kraft ausgegangen. „Mein größtes Problem ist, dass ich mich auf der Bremse nicht auf dem Motorrad halten kann. Am schlimmsten ist es bei langen Bremsvorgängen. Hier in Motegi wird es ein hartes Wochenende, aber ich hoffe auf das Beste. Hoffentlich werden die Schmerzen nicht schlimmer. Ab dem ersten Training werde ich Schmerzmittel nehmen.“

Im Jahr 2016 hatte sich Nakagami bei einem Sturz auf Phillip Island die Schulter ausgekugelt. Die damalige Verletzung hat mit seiner aktuellen Situation nichts zu tun. Für seine geplante Operation gehen die Ärzte von einer Rehabilitations-Zeit von drei Monaten aus. Bei den restlichen drei Rennen wird Johann Zarco die 2018er-Honda des Japaners übernehmen. Nachdem der Franzose bei KTM gescheitert ist, wird er wieder auf einer V4-Maschine sitzen.

„Ich finde, es wird für Zarco sehr interessant sein, mein Motorrad zu fahren“, sagt Nakagami. „Er war bei Yamaha, KTM – und jetzt wird es die 2018er-Honda sein. Natürlich bin ich auf sein Potenzial mit der Honda gespannt. Ich werde alle Trainings in Australien verfolgen. An der Strecke werde ich nicht sein, also kann ich mir die Daten nicht genau ansehen. Aber ich werde mit dem Team in Kontakt stehen.“