Nach dem Trainingsauftakt in Estoril äußert sich Loris Baz zu seiner Zukunft und grübelt, ob das Ten-Kate-Team im kommenden Jahr überhaupt dabei ist

Loris Baz‘ Vertragsverlängerung bei Ten Kate war nach der Bekanntgabe der Yamaha-Pläne für 2021 eigentlich nur noch Formsache. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass Baz bei Ten Kate eine Werks-Yamaha pilotiert. Doch im Rahmen des WSBK-Saisonfinales in Estoril zog der Franzose mit überraschenden Äußerungen die Aufmerksamkeit auf sich.

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„Im Moment ist die Frage, ob das Team im kommenden Jahr dabei sein wird“, bemerkt Baz nach dem Trainingsauftakt am Freitag. „Ich bin weiter weg von einer Vertragsverlängerung als je zuvor.“

„Es liegt nicht in meinen Händen. Mir wurden von einigen Leuten Dinge versprochen. Wir müssen aber abwarten, ob daraus etwas wird“, berichtet Baz, der noch nicht weiß, wie es nach dem Saisonfinale weitergeht.

Loris Baz hat andere Angebote in der Superbike-WM

Eine Weile lang war Baz der heißeste Kandidat für die Nachfolge von Michael van der Mark im Yamaha-Werksteam. „Das Werksteam war etwas, das ich in Betracht gezogen habe. Doch ich habe immer gesagt, dass ich auch gern mit Ten Kate weitermachen will“, so der Franzose.

„Ich sehe hier noch Potenzial, wenn wir vom Werk unterstützt werden und ein Werks-Motorrad bekommen. Das wurde mir versprochen. Doch im Moment ist unklar, ob das passiert“, bemerkt Baz, der sich mittlerweile bei anderen Teams umschaut.

„Ich habe zum Glück andere Möglichkeiten. Wir müssen uns zeitnah entscheiden. Ich könnte ein anderes starkes Motorrad fahren“, deutet er einen potenziellen Wechsel an. Doch eine weitere Saison bei Ten Kate wäre Baz lieber: „Es ist frustrierend. Ich denke, dass ich gute Arbeit geleistet habe, seitdem ich zum Team stieß. Die Arbeit ist noch nicht beendet. Mit der R1 haben wir noch mehr Potenzial.“

Pläne für einen zweiten Fahrer mehrfach gescheitert

Bereits im vergangenen Jahr liebäugelte Ten Kate mit einer Ausweitung des Projekts. Ein zweiter Fahrer war das Ziel für 2020. Damals verhandelte das Team mit Sandro Cortese, doch die Verhandlungen scheiterten. Cortese kam in letzter Sekunde bei Pedercini unter. In diesem Jahr führte Ten-Kate-Teammanager Kervin Bos Gespräche mit Jonas Folger. Der schnelle Deutsche sollte Teamkollege von Loris Baz werden.

„Mit Kervin hatte ich Kontakt“, bestätigt Jonas Folger im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘. „In letzter Zeit hatten wir aber weniger Kontakt. Im August haben wir miteinander geredet. Er hat sich entschieden, mit Baz weiterzumachen. Einen zweiten Fahrer hatte er zuletzt nicht mehr in Betracht gezogen.“