In der WSBK zählt Toprak Razgatlioglu zu den WM-Favoriten: Der 23-Jährige gilt als Naturtalent und kann sich durchaus Chancen auf einen Sitz in der MotoGP ausrechnen.

Beim WSBK-Saisonauftakt in Australien war Toprak Razgatlioglu gleich mit einem Sieg ins Jahr 2020 gestartet. Bereits beim ersten Rennen mit der Yamaha R1 setzte sich der Türke gegen Jonathan Rea, Scott Redding & Co. durch. Ohne den Patzer seiner Crew – Razgatlioglu rollte in Lauf 2 mit leerem Tank aus – hätte er Phillip Island als WM-Leader verlassen. Kein Wunder, dass er zuletzt gleich mehrfach mit einem Wechsel in die MotoGP in Verbindung gebracht wurde.

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Dabei könnte Razgatlioglu bei einem MotoGP-Angebot von Yamaha problemlos aus seinem WSBK-Vertrag herauskommen. „Während der Verhandlungen haben wir eine Klausel eingebaut. Toprak kann frei entscheiden, wenn er ein Angebot von Yamaha für die MotoGP bekommt“, bestätigt Yamaha-Manager Andrea Dosoli bei ‚GPOne‘.

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Will Razgatlioglu überhaupt in die MotoGP?

Aber offenbar ist die MotoGP aktuell gar nicht der größte Wunsch von Razgatlioglu. „Es erstaunt mich, dass er im Moment überhaupt nicht an die MotoGP denkt. Er will in der Superbike-WM Weltmeister werden“, erklärt Dosoli.

„Er hat mir mehrfach gesagt, dass es sein Traum ist, der erste Fahrer nach Ben Spies zu sein, der die R1 ganz nach oben bringt“, erklärt der Yamaha-Verantwortliche. Seit der Saison 2009 wartet Yamaha auf einen WM-Titel mit der R1. Sorgt Razgatlioglu für Erlösung und wechselt danach in die MotoGP?

„Bislang ist kein MotoGP-Test geplant“, stellt Dosoli klar. „In der Vergangenheit war es so, dass die Superbike-Abteilungen Piloten an das MotoGP-Team ausgeliehen haben, wenn dort Bedarf ist. Aber das ist nur dann möglich, wenn dieser Fahrer nicht um etwas Wichtiges kämpft.“

Viele haben den schnellen Türken auf dem Zettel

„Er hat sich mit dem Sieg beim ersten Rennen in die Köpfe vieler Beobachter gefahren“, ist sich Dosoli bewusst. Und schwärmt: „Seine Fähigkeiten beim Bremsen beeindrucken. Er hat eine unglaubliche Kontrolle und ist grundsätzlich sehr feinfühlig beim Fahren.“

Obwohl Razgatlioglu beim Saisonstart in Australien nur in zwei von drei Rennen ins Ziel kam, rangiert der schnelle Türke in der Fahrerwertung auf Platz drei. Auf Kawasaki-Pilot Alex Lowes fehlen ihm aktuell 17 Punkte, Ducati-Pilot Scott Redding hat nur fünf Zähler mehr als Razgatlioglu.