Johann Zarco bestätigt, dass die Yamaha-Tür für ihn zugegangen ist – Valentino Rossi und Maverick Vinales sind enttäuscht über die aktuellen Entwicklungen.

Für Johann Zarco hat sich mit seiner Verpflichtung als Ersatzfahrer für drei Rennen bei LCR-Honda eine unerwartete neue Chance nach seinem KTM-Aus ergeben. Gleichzeitig geht damit eine andere Chance verloren. Aber dessen ist sich der Franzose voll bewusst.

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Angesichts der jüngsten Entwicklungen, die von LCR-Teamchef Lucio Cecchinello ohne vorherige Honda-Empfehlung in Gang gesetzt wurden, kommt Zarco für Yamaha nicht mehr in Frage. Dort galt der Franzose über Wochen als möglicher neuer Testfahrer für 2020. Diese Überlegungen haben sich nun aber erledigt.

„Es ist schade für Yamaha. Es ist ja kein Geheimnis, dass er als Testfahrer im Gespräch war“, sagt Yamaha-Werkspilot Valentino Rossi. Zarco selbst bestätigt dies nicht nur, sondern er gibt ganz klar zu verstehen, dass die Yamaha-Tür für ihn zugegangen ist.

Zarco stellt klar: Yamaha-Tür „ist definitiv zu“

Auf die Frage der französischen Tageszeitung ‚L’Equipe‘, ob er nicht Angst hat, dass die Yamaha-Tür verschlossen sein könnte, antwortet Zarco: „Sie ist definitiv zu. Honda und Yamaha sind zwei große Rivalen. Ich habe mit beiden gesprochen und im vollen Wissen um die Fakten meine Entscheidung getroffen.“

Rossi bedauert, dass Zarco dem Yamaha-Lager verloren gegangen ist. „Er wäre wichtig gewesen für uns“, sagt der Werkspilot über den ehemaligen Satelliten-Fahrer, der bei Tech-3-Yamaha in den Jahren 2017 und 2018 für Aufsehen gesorgt hatte. Als Rookie in der MotoGP-Klasse fuhr Zarco 2017 zweimal auf die Pole-Position und dreimal auf das Podest. 2018 ließ er zwei weitere Poles und drei weitere Podestplätze folgen.

„Jetzt aber ist er Honda deutlich näher als Yamaha“, weiß Rossi. Zwar ist derzeit noch unklar, ob Zarco dem Honda-Lager über die drei vereinbarten Rennen hinaus erhalten bleiben wird. Aber der Franzose macht dem Italiener keine Hoffnungen.

„Ich habe mich für die Konkurrenz entschieden. Jetzt liegt es an mir, etwas daraus zu machen“, sagt Zarco. Und so schlussfolgert Rossi: „Yamaha wird nun für 2020 einen anderen Testfahrer finden müssen. Auch wenn der wahrscheinlich nicht so schnell sein wird wie Johann.“

Bleibt Jonas Folger Yamaha-Testpilot?

Aktuell ist Jonas Folger der Yamaha-Testfahrer. Aber wie Rossis Teamkollege Maverick Vinales anmerkt, konnte die Arbeit des Deutschen nur bedingt für die Weiterentwicklung herangezogen werden. „In diesem Jahr hatten wir ja im Grunde gar kein Test-Team, weil Jonas nur ein paar Tests bestritten hat“, sagt Vinales. Und teilt Rossis Meinung: „Zarco wäre gut gewesen für uns, denn er ist ein schneller Fahrer.“

Ob Folger dem Yamaha-Lager für 2020 erhalten bleiben wird, ist noch offen. Durch die jüngsten Entwicklungen um Zarco dürften seine Chancen aber zumindest nicht schlechter geworden sein. Bis zur Saison 2020 sind es freilich noch ein paar Monate. Die Gegenwart heißt für Yamaha zunächst einmal Motegi, wo an diesem Wochenende gefahren wird.

Rossi in Motegi: Bringt neue Gewichtsverteilung einen Fortschritt?

Im Hinblick auf das Japan-Wochenende hatte Rossi verlauten lassen, „etwas anderes probieren“ zu wollen, um seine zuletzt nicht überragenden Ergebnisse vergessen zu machen. Auf einen Podestplatz wartet der „Doctor“ inzwischen schon seit einem halben Jahr.

Auf konkrete Nachfrage, was er mit „etwas anderes probieren“ meint, antwortet Rossi am Donnerstag in Motegi: „Leider hatte ich bei den zurückliegenden Rennen größere Probleme mit dem Hinterreifen als die anderen (Yamaha-Piloten, Anm. d. Red.). Ich leide immer etwas mehr und bekomme nach ein paar Runden Probleme mit dem Grip. Um das zu lösen, müssen wir die Balance des Bikes verbessern.“

Bei einer Besprechung mit seiner Crew im Anschluss an den Grand Prix von Thailand ist daher „die gemeinsame Entscheidung gefallen, an diesem Wochenende hier etwas Neues hinsichtlich der Gewichtsverteilung zu probieren“, so Rossi.

Damit ist aber nicht zwangsläufig nur das Motorrad gemeint, wie der Italiener anmerkt. „Ich kann natürlich auch an meinem Fahrstil arbeiten, obwohl der sich nicht sehr stark von dem der anderen (Yamaha-Piloten, Anm. d. Red.) unterscheidet. Letzten Endes geht es immer darum, dass ich das für mich beste Gesamtkonzept finde.“