In der MotoGP drängen in diesem Jahr immer mehr neue Namen an die Spitze: Altmeister Valentino Rossi nennt die Gründe dafür und weshalb er 2021 weitermacht.

Der Generationenwechsel ist in der MotoGP voll im Gange. Mit Fabio Quartararo, Brad Binder, Miguel Oliveira und Franco Morbidelli gab es 2020 schon vier Premierensieger. Und Namen wie Joan Mir und Francesco Bagnaia drängen immer mehr in den Vordergrund. Doch warum gibt es plötzlich so viele starke Fahrer, die sich erst in ihrer ersten oder zweiten Saison befinden? „Ich denke, es gibt keine klare Erklärung dafür“, findet Valentino Rossi. Er ist mit 41-Jahren der mit Abstand älteste Fahrer im Feld.

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„Die neue Generation junger Fahrer ist bereit, um an der Spitze zu sein. Sie haben in der Moto2 viel gelernt. Über die Jahre haben wir herausgefunden, dass es eine tolle Klasse ist, um die MotoGP zu verstehen.“

Morbidelli, Bagnaia, Binder und Quartararo haben in der mittleren Klasse Rennen gewonnen. Morbidelli und Bagnaia wurden auch Weltmeister. Von den neuen Talenten gelang nur Mir kein Sieg in seiner einzigen Moto2-Saison.

Valentino Rossi: „Als Rookie sehr schnell“

„Fahrer wie Binder sind als Rookie sehr schnell“, lobt Rossi. „Bagnaia und Oliveira haben schon ein Jahr Erfahrung. Diese neue Fahrergeneration ist sehr konkurrenzfähig. Quartararo war schon in seinem ersten Jahr sehr stark.“

Deshalb kommt Rossi zu dem Schluss: „Einerseits haben sie in der Moto2 sehr viel gelernt. Andererseits müssen wir über Namen sprechen und nicht über einen bestimmten Grund. Wir haben drei, vier junge Fahrer, die die Zukunft der MotoGP sein können.“

Einer davon ist Binder, der KTM in Brünn den ersten Sieg in der Königsklasse beschert hat. „Mir gefällt diese Situation“, lacht der Südafrikaner bei der Frage nach dem Generationenwechsel. „Die MotoGP war für viele Jahre recht statisch. Es waren immer die gleichen Fahrer vorne.“

„Wenn ich mir jetzt die Ergebnisse ansehe, dann fahre ich gegen viele Namen schon seit Jahren. Wir sind gemeinsam aufgewachsen und es ist schön, dass wir jetzt alle in der MotoGP sind. Ich denke, die Zukunft sieht für uns gut aus.“

Warum Valentino Rossi wirklich 2021 weitermacht

Valentino Rossi stellt sich der Herausforderung und wird auch im nächsten Jahr gegen die vielen jungen Talente antreten. Es hätte aber auch passieren können, dass er seine Karriere beendet. Weniger die Ergebnisse, sondern das Gefühl auf dem Motorrad waren für ihn der Knackpunkt.

„Im Vorjahr war ich sehr frustriert. Denn nach einigen guten Rennen, haben wir ab Le Mans und Mugello den Faden verloren“, blickt Valentino Rossi auf 2019 zurück. „Ich hatte sehr, sehr große Probleme. Mugello war ein Albtraum. Barcelona war bis zum Crash mit Lorenzo nicht so schlecht.“

„Aber dann war Assen ein Desaster, Sachsenring war ein Desaster. Bei ein paar Rennen gegen Saisonende – wie Aragon oder Valencia – konnte ich das Motorrad nicht fahren und war nicht stark genug. Also haben wir im Team mit David etwas verändert.“

Trennung von Crew-Chief brachte frischen Wind

Valentino Rossi trennte sich von Crew-Chief Silvano Galbusera und ersetzte ihn mit David Munoz aus seinem Moto2-Team. Das brachte den erhofften frischen Wind in die Box. Schon beim zweiten Rennen in Jerez stand Rossi wieder auf dem Podium.

Trotzdem gibt er zu: „Wenn ich zu Saisonbeginn wieder solche Rennen gehabt hätte wie im Vorjahr, dann wäre es besser gewesen, wenn ich aufhöre. In der Realität ist die Situation aber viel besser. Ich fühle mich gut. Natürlich ist es schwierig, weil das Level sehr hoch ist. Aber wir arbeiten gut und ich denke, wir können stark sein. Deshalb mache ich mit diesen Ergebnissen ein weiteres Jahr weiter.“

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