MotoGP-Superstar Valentino Rossi wehrt sich in Brünn gegen Rücktrittsgerüchte. Er äußert sich zur aktuellen Form aber längst nicht so euphorisch wie Maverick Vinales.

Die beiden Yamaha-Werkspiloten nehmen das erste MotoGP-Rennen 2019 nach der dreiwöchigen Sommerpause, den Grand Prix von Tschechien an diesem Wochenende ein Brünn, aus unterschiedlichen Ausgangslagen in Angriff.

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Maverick Vinales geht mit dem Rückenwind seines ersten Saisonsieges (Assen) und eines direkt anschließenden zweiten Platzes (Sachsenring) in die zweite Saisonhälfte. Valentino Rossi hingegen wurde auf dem Sachsenring nur Achter, nachdem er zuvor bei drei Rennen in Folge gestürzt war.

Rossi widerspricht Rücktrittsgerüchten

Rossi, der bei Yamaha genau wie Vinales bis Ende 2020 unter Vertrag steht, wehrt sich zunächst gegen das Gerücht, wonach sein Rücktritt aus der MotoGP-Szene bevorstehe. Dieses Gerücht machte kürzlich in Italien die Runde, entbehrt laut Rossi aber jeglicher Grundlage.

„Die Meldung, die meinen Rücktritt ankündigt, ist falsch und unbegründet“, stellt Rossi klar und unterstreicht mit Nachdruck, seinen aktuellen Vertrag zu erfüllen: „Ich fahre dieses und nächstes Jahr. Daran bestand nie ein Zweifel. Das war meiner Meinung nach selbst diejenigen klar, die es [das Rücktrittsgerücht] in die Welt gesetzt haben.“

„Zu schreiben, dass ich zurücktrete, ist das Einfachste auf der Welt, wenn es wie zuletzt nicht lief. Ich habe vier sehr schwierige Rennen hinter mir. Wir hatten da jeweils mit guten Ergebnissen gerechnet, diese aber nicht eingefahren“, sagt Rossi und meint damit insbesondere seine Hälfte der Yamaha-Box.

Vinales sprüht vor Tatendrang

Vinales blickt nach P1 und P2 bei den beiden letzten Rennen vor der Sommerpause ausgesprochen euphorisch auf das Brünn-Wochenende. „Ich bin voller Energie, denn ich habe die beiden zurückliegenden Rennen stark beendet“, sagt der Spanier und glaubt, seinen erfolgreichen Trend der vergangenen Wochen fortsetzen zu können.

„Ehrlich gesagt war mir die Sommerpause fast zu lang“, so Vinales. „Ich gehe hier aber mit der gleichen Mentalität wie zuletzt an die Arbeit. Wir haben nichts zu verlieren. Ich werde von der ersten Trainingsrunde am Freitag an versuchen, maximal zu pushen. Schauen wir mal, welches Ergebnis am Sonntag drin sein wird. Unser Ziel ist es, das Potenzial des Bikes maximal zu nutzen und dabei viel zu lernen.“

Am kommenden Wochenende geht es dann direkt mit dem Grand Prix von Österreich in Spielberg weiter. In der Saison 2018 tat sich Vinales sowohl in Brünn als auch in Spielberg schwer. Beim Tschechien-Grand-Prix startete er nur von P12 und stürzte direkt in der ersten Runde im Zuge einer Kollision mit Stefan Bradl. Beim Österreich-Grand-Prix kämpfte Vinales dann wie Rossi mit Reifenproblemen und kam nur auf P12 ins Ziel.

In diesem Jahr rechnet Vinales für den Auftakt der zweiten Saisonhälfte nicht mit derartigen Schwierigkeiten. Auf die Frage, ob es verglichen mit 2018 besser laufen wird, antwortet der Spanier entschlossen: „Ja, das glaube ich. Unser Bike funktioniert jetzt anders als vor einem Jahr. Es ist ein ganz anderes Motorrad.“ Interessant: Als Rossi, der in derselben Pressekonferenz sitzt, diese Worte seines Teamkollegen hört, blickt er ganz verdutzt und ungläubig drein.

Rossi über aktuelle Probleme: „Müssen anderen Weg finden“

Rossi selbst plant im Gegensatz zu Vinales nämlich mit deutlich kleineren Schritten und klingt längst nicht so euphorisch: „Wir müssen uns jetzt konzentrieren und versuchen, besser zu arbeiten, um in der zweiten Saisonhälfte stärker zu sein“, sagt er. Und er unterstreicht abermals, dass „die letzten Rennen der ersten Saisonhälfte sehr schwierig für mich waren, denn wir hatten damit gerechnet, stärker zu sein“.

Quartararo und Maverick sind schon seit Jerez sehr stark unterwegs. Das zeigt, dass das Bike konkurrenzfähig ist“, bemerkt Rossi, der diese Konkurrenzfähigkeit selber jedoch zuletzt vermissen ließ. Wie genau sich das ändern soll, weiß „The Doctor“ selbst noch nicht so recht. Er sagt nur: „Wir müssen einen anderen Weg finden, wie ich mit diesem Bike ein gutes Gefühl entwickeln kann, um am Limit zu fahren.“

Auf Nachfrage, was er genau damit meint, entgegnet Rossi: „Ich weiß nicht, ob es ein Problem der Herangehensweise ist. Das eigentliche Problem ist, dass ich zuletzt einfach nicht schnell genug war. Wir haben unterschiedliche Dinge probiert, aber ich war nicht konkurrenzfähig genug. Deshalb müssen wir jetzt einen anderen Weg finden, wie ich das Bike am Limit bewegen kann.“

Immerhin: In Brünn lief es für Rossi im vergangenen Jahr nicht so schlecht. Vom zweiten Startplatz losgefahren konnte der Italiener zwar nicht um den Sieg mitfahren, kam aber als solider Vierter ins Ziel. Dass Ähnliches auch am Sonntag möglich sein wird, will er aber noch nicht versprechen. „Es stimmt, Brünn ist normalerweise eine gute Strecke für die Yamaha. Es ist aber auch Fakt, dass sich die Situation im Vergleich zum vergangenen Jahr stark geändert hat“, so Rossi.

Wichtiger Test am Montag und die Hoffnung auf „etwas Neues“

Am Montag steht in Brünn noch der traditionelle Test in Vorbereitung auf die kommende Saison auf dem Programm. Aber auch diesbezüglich äußert sich Rossi zurückhaltend: „Ich weiß noch nicht genau, was wir am Montag testen werden. Das werden wir nach dem Rennen besprechen. Ich hoffe, dass wir etwas Neues haben werden.“

„Den Unterschied macht unterm Strich das gesamte Paket aus Elektronik, Motor und Chassis aus. Man kann das inzwischen nicht mehr trennen. Es ist das große Ganze, was wir verbessern müssen. Ich bin gespannt auf den Montag, aber jetzt konzentrieren wir uns erst einmal auf das Rennwochenende“, so Rossi.

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