Seine Motivation scheint ungebrochen: Erstmals sagt Valentino Rossi konkret, dass er auch 2021 MotoGP fahren will – noch ehe 2020 Rennen stattfinden, wird er sich entscheiden.

Valentino Rossi steht vor einer wichtigen Entscheidung. Setzt er seine MotoGP-Karriere 2021 fort, oder hängt er seinen Helm an den berühmten Nagel? Dass derzeit wegen der Coronavirus-Pandemie keine Rennen stattfinden, erschwert die Situation für den 41-Jährigen zusätzlich. Denn eigentlich wollte er in den ersten Rennen sehen, wie konkurrenzfähig er ist. Aber Rossi lässt durchblicken, dass er wahrscheinlich auch im nächsten Jahr noch dabei sein wird.

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„Ich bin in einer schwierigen Situation. Denn ich will weitermachen, weil ich noch genug Motivation habe“, stellt Rossi klar. „Aber dafür ist sehr wichtig zu wissen, wie konkurrenzfähig ich bin. Speziell in der zweiten Vorjahres-Hälfte hatten wir viele Probleme. Ich war oft zu langsam, konnte dadurch nicht um die Top 5 kämpfen.“

„In meinen Gedanken habe ich noch ein weiteres Jahr im Werksteam. Ich brauche Zeit für die Entscheidung. Ich brauche fünf, sechs Rennen mit meinem neuen Crew-Chief und den Änderungen im Team. Um zu sehen, ob ich stärker bin. Das Problem ist, dass es keine Rennen gibt. Ich denke, ich muss mich deshalb entscheiden, bevor es wieder Rennen geben wird.“

Rossi will in der jetzigen Situation nicht aufhören

„Die optimistische Situation ist, dass wir im August oder September wieder fahren können. Ich muss meine Entscheidung davor treffen. Ich will weitermachen und muss diese Entscheidung ohne Rennen treffen“, so Rossi. Deshalb könnte es schon in den nächsten Wochen soweit sein. Der Italiener könnte 2021 im Petronas-Team mit Werks-Unterstützung von Yamaha weiterfahren.

Unter den aktuellen Umständen der Corona-Krise will Rossi seine Karriere nicht beenden. „Das stimmt. Es wäre nicht die richtige Art. Weil es auch sein könnte, dass wir 2020 gar keine Rennen haben. Deshalb wäre es fairer, eine weitere Saison zu fahren und dann aufzuhören. Ich hoffe, dass ich 2021 weitermachen kann.“

Hoffnung macht Rossi offenbar die Aufbruchstimmung bei Yamaha. Bei den Winter-Tests waren klare Fortschritte zu erkennen. Auch die Arbeit mit seinem neuen Crew-Chief David Munoz motiviert den „Doctor“. „Er hat eine andere Arbeitsweise, weil er nicht so viel Erfahrung hat. Aber er ist noch sehr jung. Ich fühle mich gut mit ihm, weil er eine sehr gute Herangehensweise hat.“

Rossi schwärmt von seinem neuen Crew-Chief

„Er ist immer ruhig und hat auch schon zum restlichen Team eine gute Beziehung aufgebaut. Die Atmosphäre im Team ist sehr positiv, weil alle glücklich sind. Das ist auf alle Fälle eine große Hilfe bezüglich des Resultats. Auch aus technischer Sicht ist David für alles vorbereitet. Ich bin gespannt darauf, mit ihm ein Renn-Wochenende zu bestreiten. Denn ich glaube, das Potenzial ist größer als im Vorjahr.“

Trotzdem hat sich Rossi auch schon konkrete Gedanken für die Zeit nach der MotoGP gemacht. „Wir haben viele gute Programme für die Zukunft. Die Arbeit mit unseren Teams in der Moto2 und Moto3 macht viel Spaß. Das wollen wir fortführen und junge Italiener fördern. Das ist das erste Programm. Das zweite Programm ist, dass ich Autorennen in irgendeiner Meisterschaft fahren will. Es sollten pro Jahr sieben, acht Rennen sein. Das ist der Plan für die Zukunft.“