Beim Großen Preis von Australien feiert Valentino Rossi ein besonderes Jubiläum – auf Phillip Island stechen für den Altmeister drei Erinnerungen besonders heraus.

Seit 1996 geht Valentino Rossi in der Motorrad-Weltmeisterschaft an den Start, und hat seitdem den einen oder anderen Rekord aufgestellt. Am Wochenende beim Großen Preis von Australien kommt für den Altmeister eine weitere Bestmarke in Form eines runden Jubiläums dazu.

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Denn das Rennen auf Phillip Island wird für Rossi über alle WM-Klassen hinweg der 400. Grand Prix seiner Karriere. Diese Marke hat in der 70-jährigen Geschichte der Motorrad-WM bislang noch keiner erreicht. Auf Platz zwei der ewigen Bestenliste der Grand-Prix-Starts liegt der nicht mehr aktive Loris Capirossi mit 328. Auf Platz drei rangiert Andrea Dovizioso mit 310.

Als der „Doctor“ beim Grand Prix von Malaysia 1996 in Shah Alam im zarten Alter von 17 Jahren sein WM-Debüt gab, hätte sich Rossi nicht vorstellen können, dass er mehr als 23 Jahre später noch immer aktiv sein und die beeindruckende Zahl von 400 Rennen voll machen würde.

Rossi mit 17: Als schon 25-Jährige „Opas“ waren

„Das ist natürlich etwas, womit man nicht rechnet“, sagt der Jubilar. Und gesteht lachend: „Ich hatte in meiner Karriere eigentlich nie eine klare Vorstellung davon, was passieren oder wie lange ich fahren würde. Mit 17 kamen mir ja damals schon die 25-Jährigen wie Opas vor. Jetzt bin ich selber 40. Das muss man sich mal vorstellen!“

„Das war eine lange Reise bis hierher“, blickt der neunmalige Weltmeister bildlich auf seine bisherige Karriere zurück. Jetzt freut er sich, dass sein 400. Grand-Prix-Start auf Phillip Island zustande kommt: „Dieser Ort hat in der MotoGP Kult-Charakter.“

„Alle Piloten lieben die Strecke, weil sie sich einfach von den anderen Kursen abhebt. Es ist einer der besten Orte, die wir bereisen. Und obwohl die Wetterprognose nicht allzu gut ist, ist es immer eine Freude, hierher zu kommen“, so Rossi.

Rossi mit 40: Seine Top 3 auf Phillip Island

An den Ort seines Jubiläums hat Rossi gute Erinnerungen. Schließlich hat er auf dem schnellen und flüssigen Kurs auf der kleinen Insel vor der Südküste Australiens nicht weniger als acht Mal gewonnen – allein sechs Mal in der Königsklasse. Und drei dieser Siege stechen für ihn besonders heraus.

Als erstes seiner drei persönlichen Phillip-Island-Highlights nennt Rossi das Finale der Saison 2001. „Als ich in der 500er-Klasse den WM-Titel gewonnen habe, war das auf Phillip Island. Damals bezwang ich Biaggi in der letzten Runde. Ich denke, das war eines der besten Rennen meiner Karriere.“

„Auch in meinem ersten Jahr mit Yamaha habe ich auf Phillip Island gewonnen und den WM-Titel geholt“, spricht Rossi auf 2004 an. Und nennt damit sein zweites Highlight auf dieser Strecke. Chronologisch gesehen lag ein anderes Highlight aber noch vor jenem von 2004.

„2003 bekam ich eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe und habe trotzdem gewonnen“, erinnert Rossi an seinen denkwürdigen letzten Australien-Grand-Prix als Honda-Pilot. Die eingangs erwähnten anderen zwei Erinnerungen ordnet der „Doctor“ persönlich aber höher ein.

2019 wohl keine weiteren Helden-Taten

„Was die Titelgewinne angeht, ist es schwierig, sich zu entscheiden. Es waren die Kämpfe gegen Biaggi und Gibernau, meine großen Rivalen in der jeweiligen Saison. Das ist beides gleichwertig“, urteilt Rossi.

In der Saison 2019 ist Rossi von derartigen Helden-Taten freilich weit entfernt. Seit Mitte April fährt er einem Podestplatz hinterher. Beim Rennen am letzten Wochenende in Motegi fiel er an zehnter Stelle liegend mit Sturz aus.

In der MotoGP-Gesamtwertung 2019 wurde der Routinier bei dieser Gelegenheit vom besten Rookie des Jahres – Yamaha-Markenkollege Fabio Quartararo – auf den siebten Tabellenplatz verdrängt.

Dagegen hat Rossis Teamkollege Maverick Vinales zuletzt zu Alex Rins aufgeschlossen und kämpft nun punktgleich mit dem Suzuki-Piloten um WM-Platz drei. Auf Phillip Island tritt Vinales an diesem Wochenende als Vorjahressieger an. Die Schlagzeilen dürfte trotzdem einmal mehr Rossi bestimmen.