Marc Marquez braucht in Thailand „nur“ zwei Punkte mehr als Andrea Dovizioso, um schon beim fünftletzten Rennen wieder MotoGP-Weltmeister zu werden.

Schon beim Grand Prix von Thailand an diesem Wochenende kann Marc Marquez erneut MotoGP-Weltmeister werden. Der Vorsprung des Honda-Stars in der WM-Wertung ist mit aktuell 98 Zählern vor Andrea Dovizioso (Ducati) gewaltig. Und damit groß genug, dass Marquez, holt er am Sonntag zwei Zähler mehr als „Dovi“, schon beim fünftletzten Rennen der Saison der WM-Titel nicht mehr zu nehmen wäre.

Marquez gibt sich noch gelassen. „Man versucht natürlich, das Wochenende ganz normal anzugehen. Gleichzeitig realisiert man aber auch, dass es unter Umständen etwas richtig Großes werden kann.“ Das sagt der WM-Spitzenreiter in Anspielung auf den Titel 2019, der allein in der „Königsklasse“ MotoGP bereits sein sechster wäre. Über alle WM-Klassen hinweg wäre es sogar schon sein achter…

Marquez: „Wenn es hier nicht klappt, …“

Dem Druck, den WM-Titel schon am Sonntag in Thailand zu fixieren, will sich Marquez aber gar nicht erst aussetzen. „Wenn es hier nicht klappt, haben wir noch weitere Chancen in Motegi, Australien, Malaysia und Valencia“, sagt er. Und will stattdessen einfach alles auf sich zukommen lassen: „Ich werde wie immer von Beginn an attackieren. Dann schauen wir einfach, was dabei herauskommt.“

„Hier haben wir jetzt den ersten Matchball, und den wollen wir natürlich verwandeln. Wenn das nicht klappt, gibt es aber noch weitere Chancen“, unterstreicht Marquez. Der Honda-Star weiter: „Mein Ziel ist es, jedes der verbleibenden Rennen in dieser Saison auf dem Podium zu beenden.“

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Dovizioso: Ducatis Fokus nicht mehr auf der WM

Vor einem Jahr stand Marquez bei der Thailand-Premiere im MotoGP-Kalender ganz oben auf dem Podium. Es war das bislang einzige Mal, dass der Spanier Andrea Dovizioso in einem Zielkurven-Duell bezwingen und triumphieren konnte. Die übrigen fünf Herzschlag-Finishes der beiden hat jeweils der Italiener für sich entschieden.

Im WM-Kampf 2019 hat Dovizioso aber aufgegeben. „Natürlich versuche auch ich, wie jeder andere, immer das Maximum herauszuholen. Die Realität ist aber, dass Marc speziell seit Barcelona einen Schritt voraus ist. Er kämpft quasi in jedem Rennen um den Sieg. Und selbst, wenn er mal Zweiter wird, ist er ganz knapp am Sieg dran.“

„In der aktuellen Situation sind wir nicht in der Lage, um die WM zu kämpfen. Wir müssen uns zunächst selbst steigern“, bemerkt der Ducati-Pilot. Und stellt klar: „Das ist es, worauf wir uns konzentrieren. Die WM ist im Grunde gelaufen. Ihm (Marquez, Anm. d. Red.) fehlen ja nur noch zwei Punkte.“

Rossi lobt Marquez – wird er ihm auch gratulieren?

Und was sagt Marquez‘ Erzrivale Valentino Rossi, der selber für den WM-Titel 2019 nicht mehr in Frage kommt? „Zusammen mit der Saison 2014 ist die aktuelle Saison wohl seine beste in der MotoGP-Klasse. Schnell ist er schon seit seiner ersten Saison. Mittlerweile hat er trotz seines immer noch jungen Alters aber sehr viel Erfahrung“, so Rossi.

„Hinzu kommt noch“, so der Yamaha-Pilot weiter, „das Gefühl für das Motorrad, das je nach Saison mal besser, mal schlechter ist. In diesem Jahr scheint er wieder ein richtig gutes Gefühl zu haben. Abgesehen von Austin ist ja er immer als Erster oder Zweiter ins Ziel gekommen. Daher kann man sagen, dass er die nahezu perfekte Saison fährt.“

Marquez dazu: „Die absolute Perfektion ist wohl nicht möglich. Aber es stimmt natürlich, dass es eine meiner besten Saisons ist. Das gilt vor allem auch deshalb, weil wir uns in diesem Jahr stärker auf unsere Schwächen und unsere schwächeren Strecken konzentrieren.“

„Selbst auf schwächeren Strecken siegfähig“

„Selbst auf diesen Strecken sind wir in dieser Saison in der Lage, bis zur letzten Kurve um den Sieg zu kämpfen. Daher bin ich natürlich glücklich und weiß, dass es sehr schwer wird, das im nächsten Jahr zu wiederholen. Ungeachtet dessen arbeiten wir aber weiter daran, noch stärker zu werden“, so Marquez.

Der insgesamt achte WM-Titel für Marquez in der Motorrad-WM und der sechste in der Königsklasse steht bevor. Erzrivale Rossi, der selbst bei sieben WM-Titeln in der Königsklasse und über alle Klassen gerechnet bei neun WM-Titeln steht, antwortet auf die Frage, ob er Marquez zum diesjährigen Titel gratulieren wird: „Ja, ich denke schon…“