Vor dem Europa-Grand-Prix in Valencia wird Valentino Rossi erneut positiv auf das Coronavirus getestet – Yamaha nominiert den US-Amerikaner Garrett Gerloff als Ersatz.

Ob Valentino Rossi am kommenden Wochenende beim Grand Prix von Europa in Valencia an den Start gehen wird, ist weiterhin offen. Zumindest hat Yamaha Garrett Gerloff als möglichen Ersatzfahrer für Rossi nominiert. Der US-Amerikaner fährt für die Japaner in der Superbike-WM.

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Rossi musste wegen positiver Tests auf das Coronavirus schon die beiden Rennen im MotorLand Aragon auslassen. Als Vorbereitung für seine Reise nach Valencia absolvierte Rossi jetzt am Dienstag einen weiteren PCR-Test.

Das Ergebnis fiel ebenfalls positiv aus. Um aber in Valencia fahren zu können, muss Rossi zwei negative Test-Ergebnisse vorlegen. Am Mittwoch wird der Altmeister nun erneut getestet. Sollte dieser Test negativ ausfallen, gäbe es noch genügend Zeit für einen weiteren Test.

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Rossi wartet auf weitere Test-Ergebnisse

Sollte Rossi nicht zwei negative Test-Ergebnisse vorweisen können, wird Gerloff für ihn einspringen und sein MotoGP-Debüt geben. Für den US-Amerikaner wäre es ein Sprung ins kalte Wasser. Er kannt weder die Yamaha M1 noch den Circuit Ricardo Tormo.

„Dieses Virus ist sehr kompliziert und ernst“, sagt Rossi. „Ich habe mich zwei Tage lang schlecht gefühlt. Danach war ich aber nach wenigen Tagen wieder zu 100 Prozent fit. Ich habe mich die ganze Zeit daheim selbst isoliert und mich an die Anweisungen der Mediziner gehalten.“

„Es ist eine sehr traurige und schwierige Situation. Aber so ist es eben. Leider war mein gestriger Test erneut positiv, so wie alle vorherigen. Glücklicherweise habe ich noch zwei weitere Chancen, um eventuell am Freitag oder Samstag auf die Strecke zurückkehren zu können.“

„Ich bin sehr traurig, weil ich mich wohlfühle“, bedauert der 41-Jährige. „Und ich hoffe wirklich, dass der nächste PCR-Test negativ ist. Zwei Rennen auszulassen, waren definitiv schon zu viele.“ Jetzt bleibt abzuwarten, wie diese Test-Ergebnisse ausfallen. Und ob Rossi von Italien nach Spanien fliegen kann oder nicht.

Sprung ins kalte Wasser für Gerloff

Gerloff wurde in den USA groß und gewann 2016 und 2017 die Supersport-Klasse der MotoAmerica. 2018 und 2019 fuhr er in der Superbike-Klasse für das Yamaha-Werksteam. Für 2020 wechselte er in die Superbike-WM und ging für GRT-Yamaha an den Start.

In seiner Debüt-Saison eroberte Gerloff in Barcelona mit Platz drei seinen ersten Podestplatz. Beim WSBK-Saisonfinale in Estoril bestätigte der 25-Jährige seine aufstrebende Form mit einem weiteren dritten und einem zweiten Platz.

Die Saison beendete Gerloff auf WM-Platz elf. Nun könnte er überraschend zu seinem MotoGP-Debüt kommen. „Ich fühle mich sehr geehrt, dass mich Yamaha dafür in Betracht zieht“, sagt der US-Amerikaner. „Aber es ist natürlich schade, dass sich diese Chance unter diesen Umständen ergibt.“

„Für Valentino tut es mir sehr leid. Ich hoffe, dass er bald wieder dabei ist. Denn wir alle vermissen die Nummer 46 auf der Strecke. Ich wünsche ihm alles Gute. Sollte ich an diesem Wochenende fahren, dann wird es natürlich schwierig. Schließlich kenn ich weder das Motorrad noch die Reifen oder die Bremsen. Ich bin auch noch nie in Valencia gefahren. Aber ich habe Selbstvertrauen und bin bereit für diese Herausforderung.