Davide Brivio kommt angesichts vieler MotoGP-Veteranen auf dem Absprung ins Grübeln – dennoch befürchtet der Suzuki-Teamchef kein Nachwuchs-Problem.

Was die Fahrer-Wahl angeht, hat sich Suzuki seit der MotoGP-Rückkehr 2015 verstärkt der Förderung junger Talente gewidmet. Sowohl Maverick Vinales (2015/16) als auch das aktuelle Fahrer-Duo Alex Rins (seit 2017) und Joan Mir (seit 2019) kamen aus der Moto2 als Rookies ins Team des japanischen Herstellers.

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Zwar betont Teamchef Davide Brivio, auf absehbare Zeit nichts an dieser Paarung ändern zu wollen. Allerdings gibt er zu, die Nachwuchs-Stars in der Moto2 weiter aufmerksam zu verfolgen. „Ich habe nicht das Problem, dass ich suchen muss. Aber ich schaue auf jeden Fall. Und es gibt einige Fahrer, die in aller Munde sind“, sagt er.

Dabei nennt der Suzuki-Mann im gegenüber ‚Motorsport-Total.com‘ auch einige Namen. „Ich bin sehr neugierig, was ein Fahrer wie Jorge Martin, der jetzt die Kalex fährt, ausrichten kann.“ Im Vorjahr pilotierte er als Rookie noch eine KTM. „Und ich bin neugierig auf Augusto Fernandez nach dem hervorragenden Jahr 2019, das er erlebt hat.“

Moto2: Diese Newcomer hat Brivio auf dem Zettel

Beim ersten Moto2-Rennen der Saison stachen für Brivio aber drei andere Piloten heraus. „Lorenzo Baldassarri könnte ein Pilot sein, der aus seinen Fehlern gelernt hat. Aber im ersten Rennen waren auch Enea Bastianini und Luca Marini gut, die dann Probleme mit den Reifen hatten“, erinnert er sich. Baldassarri und Bastianini schafften es aufs Podest.

Marini kam hingegen nicht ins Ziel. Dabei hatte der Halbbruder von MotoGP-Star Valentino Rossi den Grand Prix von Katar in der ersten Rennhälfte dominiert, fiel dann aber weiter zurück und stürzte schließlich. Brivio glaubt: „Dies wird ein sehr wichtiges Jahr für Luca. Daher wird es interessant sein zu sehen, wie es läuft.“

„Das gilt auch für Marco Bezzecchi“, blickt der Suzuki-Teamchef auf Marinis neuen Teamkollegen. „Er kämpfte bis zum Ende mit einem sehr starken Fahrer wie Martin um die Moto3-Weltmeisterschaft 2018, hatte aber im vergangenen Jahr mit der KTM zu kämpfen. Man wird sehen müssen, was er auf der Kalex leisten kann.“

Generations-Wechsel in der MotoGP deutet sich an

Sie und einige andere Fahrer sind aus Brivios Sicht potenzielle Kandidaten für einen künftigen MotoGP-Aufstieg. „An Interesse an der Moto2 mangelt es sicher nicht“, sagt er, „auch weil es bald einen Generationswechsel geben könnte. Was wir schon im Hinterkopf hatten, als wir diese Strategie mit Rins und Mir begonnen haben.“

Mit Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa haben zwei erfahrene Piloten die Königsklasse vor Kurzem verlassen, zumindest als Stammfahrer. „Jetzt müssen wir die anderen Veteranen im Auge behalten. Es heißt, dass Crutchlow in den Ruhestand gehen könnte. Wir wissen auch nicht, was Dovizioso tun wird. Und dann ist da immer noch Valentino.“

Auch wenn die Corona-Krise einige Rücktritts-Kandidaten noch einmal zum Umdenken anregen dürfte, prognostiziert Brivio: „In den nächsten zwei bis drei Jahren könnte es einen Ersatz geben. Und diese Moto2-Jungs könnten die Zukunft der MotoGP sein. Also haben sie eine große Chance, sich abzuheben und einen Platz zu gewinnen.“