2019 wurde Franco Morbidelli von Teamkollege Fabio Quartararo deutlich in den Schatten gestellt. Wie will der Petronas-Pilot das in der neuen Saison ändern?

Petronas-Yamaha beendete gleich die erste MotoGP-Saison als bestes Satelliten-Team. Vor allem Fabio Quartararo zeigte mit sechs Pole-Positions und sieben Podestplätzen auf. Der beste Rookie des Jahres stellte seinen Teamkollegen Franco Morbidelli deutlich in den Schatten.

Für Morbidelli war es die zweite Saison in der Königsklasse. Und nicht wenige erwarteten von ihm, die Rolle des Teamleaders zu übernehmen. Vier Mal startete Morbidelli aus der ersten Startreihe, ein Podestplatz sprang dabei aber nie für ihn heraus. Vier Mal Platz fünf waren seine besten Ergebnisse. Und während Quartararo WM-Fünfter wurde, schloss Morbidelli das Jahr als Zehnter ab.

Wie ging der Moto2-Weltmeister von 2017 damit um, dass Quartararo erfolgreicher war? „Natürlich war das schwierig. Es war schwierig für jeden. Er schoss ja wie ein Pilz aus dem Boden. Sofort lieferte er tolle Ergebnisse und starke Leistungen, fuhr superschnelle Runden. Das war schon unglaublich.“

Morbidelli ist mit seinem Speed zufrieden

„Zu Beginn war das natürlich schwierig. Aber letztendlich ist er nur ein weiterer Fahrer in diesem verrückten Feld. Er verdient, was er in diesem Jahr erreicht hat. Er ist unsere Referenz. Ich werde versuchen, mir in diesem Winter den Arsch abzuarbeiten, um im nächsten Jahr gut vorbereitet und bereit für den Kampf zu sein. Nicht nur gegen Fabio, sondern auch gegen jeden anderen.“

Insgesamt war es für Morbidelli kein schlechtes Jahr. Seine Ergebnisse waren deutlich besser als in seiner Rookie-Saison mit der Honda. Regelmäßig war der 25-Jährige in den Top 10 zu finden. „Mit meinem Speed war ich 2019 zufrieden“, sagt er deshalb. „Aber wenn ich zurückblicke, habe ich bessere Ergebnisse erhofft. Mein Speed war das ganze Jahr über sehr gut.“

Deswegen sieht Morbidelli auch nicht komplett schwarz. „Wenn ich die Saison zwischen eins und zehn bewerten würde, würde ich sieben vergeben.“ Dass er trotz der internen Konkurrenz nicht aufgegeben hat, brachte ihm Lob von Teammanager Wilco Zeelenberg ein. Morbidelli konnte mit mehr Erfahrung auch präziseres Feedback an die Ingenieure weitergeben.

„In der vergangenen Saison habe ich eines gelernt. Es reicht nicht, der Schnellste zu sein, um in einem MotoGP-Rennen erfolgreich zu sein. Dazu braucht es auch andere Dinge. Und diese Dinge will ich im nächsten Jahr umsetzen“, nimmt er sich vor. „Wenn ich erzählen würde, was ich besser machen muss, würde ich aber meine Geheimnisse verraten.“

Hoffnung auf weiteren Fortschritt 2020

Entscheidend ist auch die Konstanz. Marc VDS war für Morbidelli ein Lernjahr. Es war keine einfache Situation, denn das Team löste sich Ende 2018 auf. Das Petronas-Team formte sich im vergangenen Winter komplett neu. Nun hat man ein Jahr lang Erfahrungen gesammelt und geht mit unveränderter Aufstellung in das nächste Jahr.

„Das könnte ein Schlüsselfaktor sein. Ich hoffe es“, meint Morbidelli. „Als ich zwei Jahre beim selben Team in der Moto2 verbrachte, gewann ich die Weltmeisterschaft. Okay, auch bei Italtrans verbrachte ich zwei Jahre. Ich hoffe, dass mir das auch hier hilft und nächstes Jahr alles noch ein wenig besser funktioniert.“

„Für mich wird es keine Veränderungen im Team geben. Ich werde mit Sicherheit noch besser mit Ramon [Forcada] zusammenarbeiten. Er kennt mich jetzt besser, genauso wie all die anderen Leute im Team. Aber ich denke, insbesondere mit Ramon wird die Arbeit leichter fallen, nachdem wir uns nun ein Jahr kennenlernen konnten. Das ist sicher ein Vorteil.“