Im zweiten Jahr der Panigale V4 R bläst Ducati mit Scott Redding und Chaz Davies zum Angriff: Die Roten wollen Weltmeister werden und Kawasaki mit Jonathan Rea vom Thron stoßen.

2020 ist die zweite Saison der Ducati Panigale V4 R in der Superbike-WM. Im ersten Jahr gewannen die Italiener zwar 17 Rennen, zogen in der Gesamtwertung aber gegenüber Kawasaki und Jonathan Rea den Kürzeren. Am Ende hatte Alvaro Bautista als Vize-Weltmeister 165 Punkte Rückstand. Chaz Davies belegte gar nur WM-Platz sechs. Und in der Marken-WM verlor Ducati um 50 Punkte gegen Kawasaki.

„Die vergangene Saison war auf eine Art schockierend“, konstatiert Teamchef Stefano Cecconi. „Wir haben nicht erwartet, dass wir elf Rennen hintereinander gewinnen würden. Auf der anderen Seite haben wir nicht erwartet, dass Chaz so schwierig starten würde. Laguna Seca war der Wendepunkt für ihn. Natürlich waren wir vom Endergebnis enttäuscht.“

Bautista ist zum neuen Honda-Projekt abgewandert, als Ersatz hat Ducati Scott Redding engagiert. Der ehemalige MotoGP-Pilot gewann im letzten Jahr mit der Panigale die Britische Superbike-Meisterschaft (BSB) und kehrt nun in eine Weltmeisterschaft zurück. Bei den ersten Testfahrten in Jerez und Portimao hat Redding sein Potenzial bereits gezeigt.

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11. Feb | 2:00 Min

Redding fühlt sich bei Ducati pudelwohl

„Ich fühle mich in diesem Team sehr willkommen“, freut sich der Brite. „Es ist auch wichtig, dass wir Fahrer gut miteinander auskommen. Momentan kann ich mir keinen besseren Platz vorstellen. Die Tests sind für uns sehr gut verlaufen. Ich fühlte mich auf Anhieb wohl, wir haben ein gutes Paket. Es ist wichtig, die Saison mit einem guten Gefühl zu starten. Ich bin relaxt und denke, wir haben eine gute Chance auf eine großartige Saison.“

Davies fährt bereits seit 2014 für Ducati und wurde dabei drei Mal Vize-Weltmeister. „Jeder kennt die Stärken von Chaz“, sagt Teammanager Serafino Foti. „Eine davon ist sein Bremspunkt. Er hat jetzt auch ein Jahr Erfahrung mit der V4 R. Ab Laguna Seca hatte er eine tolle Saison. Nun hoffen wir, dass er den Titel gewinnen kann.“

Ducati hat die Panigale V4 R weiterentwickelt

Ein Rennen konnte Davies im Vorjahr gewinnen. Er ist überzeugt, dass die Vorzeichen jetzt besser sind: „Dieses Jahr wird ganz anders. Denn jetzt bin ich körperlich in Top-Form. Unsere Techniker haben gut gearbeitet, um das Motorrad abzustimmen und feinzutunen. Ich glaube, es wird eine gute Saison für uns werden.“ Denn technisch hat Ducati an Details gearbeitet und die V4 R verfeinert.

„Die Aerodynamik ist neu. Dazu ist das Bike auch leichter geworden“, verrät General Manager Gigi Dall’Igna. „Es gab auch kleine Änderungen beim Motor in Bezug auf das Drehmoment. Auch am Chassis und der Hinterrad-Schwinge haben wir gearbeitet. Den Fahrern haben diese Änderungen bei den Testfahrten gefallen.“

WM-Kampfansage an Jonathan Rea & Co.

Das Ziel für Ducati ist dabei klar: Man will Kawasaki und Rea besiegen und Weltmeister werden. „2020 erwarten wir ein anderes Ergebnis“, betont Cecconi. „Die Vergangenheit ist Vergangenheit. Wir sind optimistisch, denn wir haben viele Änderungen am Bike vorgenommen. Die Entwicklung ist nie vorbei. Unsere Rivalen sind natürlich auch stark aufgestellt, das Niveau der Serie ist sehr hoch. Man muss viele Rennen gewinnen, um eine Chance in der Meisterschaft zu haben.“

Bei der Einstufung der FIM bezüglich des Drehzahl-Limits ist für Ducati alles gleich geblieben. Es bleibt bei 16.100 Umdrehungen pro Minute. Der Ausgangswert von 16.350 Umdrehungen pro Minute wurde in der WSBK-Saison 2019 nach drei Events um 250 Umdrehungen reduziert.

Die neue Saison in der Superbike-WM startet vom 28. Februar bis 1. März traditionell auf Phillip Island in Australien.