Yamaha-Trio im FP1 vorne: Toprak Razgatlioglu vor Michael van der Mark und Garrett Gerloff. Jonas Folger mit vielversprechendem Start mit der WSBK-R1.

Der Trainingsauftakt beim WSBK-Event in Barcelona fand bei bewölktem Himmel statt. Zwischenzeitlich wurden sogar ein paar Regentropfen gemeldet. Das bremste den Fahrbetrieb aber nicht. Die WSBK-Piloten nutzten die 50 Minuten Trainingszeit beim FP1 intensiv, um den in diesem Jahr neu zum Kalender hinzugekommenen Kurs besser zu verstehen.

Advertisement

Lange Zeit führte Honda-Pilot Alvaro Bautista die Wertung an, doch am Ende schoben sich drei Yamahas an die Spitze. Auch Jonas Folger (Bonovo-MGM-Yamaha) kam gut zurecht. Beim ersten Kennenlernen mit der für ihn neuen WSBK-Version der Yamaha R1 lag Folger nur 1,5 Sekunden zurück und wurde auf Position 15 geführt. Eine kleine Schrecksekunde am Ende des FP1 verhinderte weitere Verbesserungen.

Weltmeister Jonathan Rea ließ das FP1 sehr ruhig angehen, als das Training freigegeben wurde. Nach einer Besichtigungsrunde kehrte der Kawasaki-Pilot wieder an die Box zurück und fuhr erst nach elf Minuten Trainingszeit auf die Strecke.

FP1: Honda mit 325 km/h Topspeed

Zu diesem Zeitpunkt war Honda-Pilot Alvaro Bautista der schnellste Fahrer auf der Strecke. Der Spanier führte die Wertung mit einer 1:42.513er-Runde an. Mit 325 km/h Topspeed gab Bautista auch auf den Geraden das Tempo vor und demonstrierte, dass die neue Fireblade kein Leistungsmanko hat.

Jonas Folger erlebte einen vielversprechenden Start ins erste Training. Der Deutsche lag bereits nach wenigen Runden mit der für ihn unbekannten WSBK-Version der Yamaha R1 innerhalb der Top 15 und verringerte seinen Rückstand von Runde zu Runde. Lediglich 1,5 Sekunden lag Folger nach seinem ersten Stint zurück.

Für Rückkehrer Leandro „Tati“ Mercado endete die erste Session zeitig. Der Argentinier, der sich bei einem Zwischenfall mit BMW-Pilot Tom Sykes am ersten Aragon-Wochenende verletzt hatte, fand sich nach wenigen Minuten im Kiesbett wieder. Nach einem Sturz in Kurve 13 wirkte Mercado benommen, konnte die Unfallstelle aber später aus eigener Kraft verlassen. Der Ducati-Pilot wurde ins Medical Center eingeliefert.

Bei Barni-Ducati gab es vor dem Barcelona-Wochenende eine personelle Änderung. Marco Melandri einigte sich nach dem zweiten Aragon-Wochenende, die Zusammenarbeit mit dem privaten Ducati-Team zu beenden und seine WSBK-Karriere endgültig zu beenden. Samuele Cavalieri übernahm die Ducati Panigale V4R des Barni-Teams. Er beendete das FP1 auf Position 20.

Kopfschütteln in der Box des Weltmeisters

Jonathan Rea erlebte einen schwierigen Start ins Wochenende. Der Titelverteidiger lag nach der Hälfte der Trainingszeit im FP1 nur auf Position neun. Beim Anbremsen von Kurve 1 hatte sich Rea verschätzt und musste durch die asphaltierte Auslaufzone und später durchs Kiesbett fahren, um seinen Weg zurück auf die Strecke zu finden. Bei der Rückkehr an die Box machte Rea seiner Crew deutlich, dass er überhaupt nicht zufrieden ist mit dem Fahrverhalten seiner Kawasaki ZX-10RR.

20 Minuten vor dem Ende des FP1 wurden Regentropfen im ersten Sektor gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt war Bautistas 1:42.513er-Runde die nach wie vor beste Rundenzeit der Session.

Dahinter folgte Kawasaki-Pilot Alex Lowes vor Yamaha-Pilot Michael van der Mark. BMW-Pilot Tom Sykes und Ducati-Pilot Scott Redding komplettierten die Top 5. Somit befanden sich alle fünf Hersteller in den Top 5. Jonas Folger war bereits bis auf 1,151 Sekunden an die Bestzeit herangekommen.

Rea wurde bis auf die zehnte Position durchgereicht. Beim finalen Stint steigerte sich der Brite aber deutlich und machte einige Positionen gut. Drei Minuten vor dem Ende schob sich Rea in die Top 3 und lag in Schlagdistanz zur Spitze.

FP1: Spannende Schlussoffensive bringt Yamaha-Trio an die Spitze

Michael Ruben Rinaldi attackierte Alvaro Bautistas Bestzeit und scheiterte nur um 0,122 Sekunden an der Zeit des Lokalmatadors. Rinaldi übernahm die zweite Position vor dem Kawasaki-Duo Alex Lowes und Jonathan Rea.

Michael van der Mark übernahm eine Minute vor dem Ende des FP1 die Spitze. Der Holländer fuhr eine 1:42.309er-Runde. Wenig später übernahm Yamaha-Teamkollege Toprak Razgatlioglu mit nur 0,034 Sekunden Rückstand die zweite Position. Razgatlioglu steigerte sich beim finalen Versuch auf 1:42.140 Minuten und holte sich damit die Bestzeit. GRT-Yamaha-Pilot Garrett Gerloff schob sich auf Position drei und komplettierte damit das Yamaha-Trio an der Spitze.

Alvaro Bautista konnte sich in der Schlussphase nicht weiter steigern und rutschte auf die vierte Position ab. Weltmeister Jonathan Rea beendete das FP1 auf der fünften Position. Michael Ruben Rinaldi, Alex Lowes, Tom Sykes, Scott Redding und Loris Baz (Ten-Kate-Yamaha) komplettierten die Top 10.

FP1: Jonas Folger kollidiert mit einem Vogel

Jonas Folger erlebte in der Schlussphase des FP1 eine kleine Schrecksekunde, als er auf der Zielgeraden mit einem Vogel kollidierte. Folger kam dabei nicht zu Sturz. Für den Vogel hatte die Kollision deutlich ernstere Konsequenzen.

Das FP1 ging für den WSBK-Rookie mit einer 1:43.664er-Runde zu Ende. Damit war Folger nur 1,5 Sekunden langsamer als Spitzenreiter Razgatlioglu. Zu Yamaha-Markenkollege Federico Caricasulo (GRT-Yamaha), der in der Schlussphase in Kurve 5 stürzte, fehlten Folger nur wenige Hundertstelsekunden.

Um 15:00 Uhr haben die WSBK-Piloten im FP2 noch einmal 50 Minuten Zeit, um ihre Superbikes für die Rennen vorzubereiten.

Teruel Round: Rennen 2