Drei Hersteller in der ersten Startreihe: Kawasaki vor Yamaha und Honda – Ducati-Werksduo enttäuscht – Jonas Folger kämpft mit Problemen und wird Letzter

Weltmeister Jonathan Rea hat sich beim WSBK-Event in Barcelona in der Superpole die Bestzeit gesichert. Der Kawasaki-Werkspilot wird Lauf eins am Samstagnachmittag und das Superpole-Rennen am Sonntagvormittag von der Pole-Position starten.

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Yamaha-Pilot Toprak Razgatlioglu und Honda-Pilot Alvaro Bautista komplettieren Reihe eins. Jonas Folger (Bonovo-MGM-Yamaha) kämpfte in der Superpole mit der Technik und wurde Letzter.

„Wir hatten nicht viel Zeit im Trockenen“, schaut Pole-Setter Rea besorgt auf das erste Rennen am Nachmittag. „Das FT1 war das einzige trockene Training. Ich musste in dieser Session lange Zeit pausieren, weil wir Probleme hatten. Es ist merkwürdig, so ins Rennen zu gehen. Doch ich fühle mich sehr wohl. Das Motorrad liefert eine gute Rückmeldung. Wir können froh sein, dass wir hier im Sommer den Test hatten.“

Razgatlioglu brachte sich mit Startplatz zwei in eine gute Ausgangsposition. „Ich bin sehr froh, hier zu stehen nach den schwierigen Aragon-Rennen“, atmet der Türke auf. „Es ist ein wichtiges Rennen. Startplatz zwei ist das, was ich brauche. Ich muss gut starten und will in der Führungsgruppe fahren. Ich bin froh und schaue gespannt aufs Rennen.

Bautista deutete bereits am Freitag an, dass mit Honda zu rechnen ist. „Wir machen Fortschritte. Schritt für Schritt wird der Rückstand auf die Spitze kleiner. Ich freue mich sehr, weil wir unsere bisher beste Startposition mit diesem neuen Projekt erreichen konnten“, so der Spanier.

„Die Bedingungen waren schwierig, weil der Kurs nach dem Regen etwas schmierig war. Ich wollte mit Rennreifen das bestmögliche Gefühl erhalten“, erklärt Bautista. „Das Gefühl war nicht schlecht. Mit dem Qualifying-Reifen machte ich einen Fehler im zweiten Sektor. Unsere Rundenzeit hätte besser sein können.“

Trockene Bedingungen in der Superpole

Toprak Razgatlioglus FT1-Bestzeit war vor der Superpole beste Runde des Wochenendes. Am Freitagvormittag umrundete der Türke den GP-Kurs in Katalonien in 1:42.140 Minuten. Das FT2 und das FT3 fanden auf nasser Strecke statt. Zu Beginn der Superpole war der Kurs komplett abgetrocknet. Die Fahrer setzten auf Trockenreifen.

Jonas Folger verpasste den Beginn der Superpole. Nach einer Besichtigungsrunde kehrte der Deutsche an die Box zurück und fuhr erst zur Halbzeit der Session wieder auf die Strecke. Erneut kam Folger direkt wieder in die Box und konnte zehn Minuten vor dem Ablaufen der Zeit noch keine gezeitete Runde vorweisen.

Michael Ruben Rinaldi (GoEleven-Ducati) und Loris Baz (Ten-Kate-Yamaha) fuhren zeitig 1:42er-Runden und führten die Wertung an. Yamaha-Werkspilot Michael van der Mark erlebte beim Anbremsen von Kurve 10 eine heftige Schrecksekunde. Die R1 des Holländers schaukelte sich beim Bremsen auf. Van der Mark konnte das Motorrad mit großer Mühe beruhigen und musste in die Auslaufzone ausweichen.

Knappe Abstände an der Spitze

WSBK-Rookie Garrett Gerloff übernahm zehn Minuten vor dem Ende der Superpole mit einer 1:42.663er-Runde die Spitze. Bereits in den drei Freien Trainings behauptete sich der US-Amerikaner mit seiner Vorjahres-Yamaha im vorderen Feld.

Lange konnte sich Gerloff nicht über die Führung freuen. Michael Ruben Rinaldi übernahm sieben Minuten vor dem Ende die Spitze. Der Italiener schraubte die Bestzeit auf 1:42.525 Minuten herunter. Zur FT1-Bestzeit fehlten somit noch vier Zehntelsekunden. Die Fahrer kehrten an ihre Boxen zurück und ließen die Qualifying-Reifen montieren. Jonas Folger hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine gezeitete Runde.

Fabelzeiten mit dem Qualifying-Reifen

Honda-Pilot Leon Haslam fuhr als erster Fahrer mit dem Qualifying-Reifen. Der WSBK-Routinier übernahm mit einer 1:42.421er-Runde die Führung. Doch der finale Schlagabtausch stand noch bevor. Es waren noch vier Minuten übrig.

Scott Redding (Ducati) setzte sich mit einer 1:42.222er-Runde an die Spitze, doch wenig gelang Alvaro Bautista die erste 1:41er-Runde des Wochenendes. Der Honda-Pilot übernahm mit einer 1:41.757er-Runde souverän die Führung.

FT1-Spitzenreiter Toprak Razgatlioglu fuhr beim finalen Versuch 0,044 Sekunden schneller als Bautista und behauptete sich kurz an der Spitze. Jonathan Rea schraubte die Bestzeit um weitere 0,094 Sekunden herunter und fuhr in 1:41.619 die provisorische Pole-Zeit.

Rinaldi fuhr im ersten Sektor eine absolute Bestzeit, konnte die Runde aber nicht zu Ende bringen. Rea blieb vorn und holte sich die Pole-Position. Razgatlioglu und Bautista komplettieren Reihe eins. Somit schafften es Kawasaki, Yamaha und Honda in die erste Startreihe.

BMW in der zweiten Startreihe, Rinaldi bester Ducati-Pilot

BMW-Pilot Tom Sykes führt die zweite Startreihe an. Michael van der Mark und Michael Ruben Rinaldi vervollständigen die erste Startreihe. WM-Herausforderer Scott Redding startet nur aus Reihe drei und steht am Samstagnachmittag beim Start von Lauf eins neben den WSBK-Routiniers Alex Lowes (Kawasaki) und Loris Baz (Ten-Kate-Yamaha).

Leon Haslam wurde bis auf die zehnte Position durchgereicht. Der Honda-Werkspilot führt die vierte Startreihe an, in der auch Ducati-Werkspilot Chaz Davies und BMW-Pilot Eugene Laverty stehen.

Für Jonas Folger verlief die Superpole enttäuschend. Der Wildcard-Starter konnte keine einzige gezeitete Runde fahren und muss Lauf eins und das Superpole-Rennen von der 21. und letzten Position in Angriff nehmen.

Lauf eins wird um 14:00 Uhr gestartet.