Scott Redding gab im ersten Freien Training das Tempo vor. Weltmeister Jonathan Rea erlebte durchwachsenen Start.

Die Superbike-WM gastiert an diesem Wochenende zum ersten Mal seit 1993 in Estoril. Für die meisten Fahrer ist die Strecke Neuland. Entsprechend wichtig waren die 50 Minuten Trainingszeit in FP1 am Freitagvormittag. Bereits zu Beginn des FP1 fanden die Piloten gute Bedingungen vor. Bei blauem Himmel und 16°C konnten die 23 Fahrer die ersten Erfahrungen auf dem Kurs unweit von Lissabon sammeln.

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Schnellster war von Beginn an Ducati-Werkspilot Scott Redding, der lange in einer eigenen Liga fuhr. Am Ende behauptete sich Redding mit einer 1:37.181er-Runde klar vorn . Mehr als vier Zehntelsekunden nahm er seinen Verfolgern ab. Aber auch Wildcard-Starter Jonas Folger (Bonovo-MGM-Yamaha) erlebte einen vielversprechenden Start ins Wochenende. Der Deutsche mischte von Beginn an vorne mit.

Neben Folger sind in Estoril vier weitere neue Namen dabei. Loris Cresson übernimmt in Portugal die Pedercini-Kawasaki von Sandro Cortese. MIE-Honda schickt mit Eric Granado einen zweiten Fahrer ins Rennen. Sheridan Morais pilotiert in Estoril die Orelac-Kawasaki von Maximilian Scheib. Und Ex-MotoE-Weltcup-Sieger Matteo Ferrari sitzt auf der Barni-Ducati.

Redding geht entschlossen zur Sache

Bereits zu Beginn des FP1 duellierten sich Scott Redding und Jonathan Rea, als ob es um den Rennsieg gehen würde. Redding war zu Beginn des FP1 der mit Abstand schnellste Fahrer im Feld und fuhr als erster der 23 Piloten eine 1:37er-Zeit. Der Ducati-Pilot zog an Rea vorbei und setzte sich binnen weniger Runden klar ab. Redding fuhr über eine Sekunde schneller als alle anderen Fahrer.

Wildcard-Starter Jonas Folger hinterließ beim ersten Stint ebenfalls einen starken Eindruck. Der Deutsche lag in den Top 4 und fuhr auf Augenhöhe zu seinen Yamaha-Markenkollegen. Beim zweiten Stint fuhr Folger absolute Sektor-Bestzeiten und mischte auf den vorderen Positionen mit.

Scott Redding schraubte die Bestzeit beim zweiten Stint weiter nach unten und lag mit einer 1:37.373er-Runde an der Spitze. Doch der Vorsprung wurde kleiner. Toprak Razgatlioglu kam bis auf 0,358 Sekunden an den Spitzenreiter heran.

Yamaha in Estoril gut aufgestellt

Eine Viertelstunde vor dem Ende des FP1 lagen vier Yamahas in den Top 5. Toprak Razgatlioglu, Garrett Gerloff, Michael van der Mark und Jonas Folger verdeutlichten, dass die R1 gut auf dem Circuito do Estoril funktioniert.

In den finalen Minuten purzelten die Rundenzeiten der Fahrer, die sich immer besser auf den neuen Kurs einstellten. Scott Redding behauptete sich an der Spitze und schraubte die Bestzeit beim finalen Versuch auf 1:37.181 Minuten herunter.

Erster Verfolger war Yamaha-Pilot Garrett Gerloff, der am Ende des FP1 einen Rückstand von 0,438 Sekunden hatte. Und auch auf den folgenden Positionen lagen Yamaha-Piloten. Loris Baz wurde Dritter vor seinen Yamaha-Markenkollegen Toprak Razgatlioglu und Michael van der Mark.

Rea schiebt sich erst am Ende in die Top 6

Weltmeister Jonathan Rea (Kawasaki) erlebte einen durchwachsenen Start ins finale WSBK-Wochenende der Saison. Der Kawasaki-Pilot schob sich beim finalen Versuch noch in die Top 6. Der Rückstand auf WM-Herausforderer Scott Redding betrug 0,651 Sekunden. Zum sechsten WM-Titel fehlen Rea noch drei WM-Punkte.

Jonas Folger rutschte am Ende noch auf den Top 5 und beendete das FT1 auf der siebten Position. Folger lag etwas mehr als eine Sekunde zurück. Alex Lowes (Kawasaki), Federico Caricasulo (GRT-Yamaha) und Chaz Davies (Ducati) komplettierten die Top 10. Das HRC-Duo Alvaro Bautista und Leon Haslam folgte auf den Positionen elf und zwölf.

Die BMW-Piloten Tom Sykes und Eugene Laverty beendeten FP1 auf den Positionen 13 und 16. Und auch Michael Ruben Rinaldi hat noch Luft nach oben. Der zukünftige Ducati-Werkspilot lag 1,676 Sekunden zurück und landete auf Position 15.

Das zweite Freie Training wird um 16:00 Uhr (MESZ) gestartet.