Lin Jarvis klärt auf, warum der neue Vertrag von Valentino Rossi mit Yamaha so viele Monate auf sich warten hat lassen – und warum der Vertrag nur für 2021 gilt.

Seit Wochen war klar, dass Valentino Rossi 2021 für Petronas-Yamaha fahren wird. Trotzdem dauerte es sehr lange, bis der Vertrag fertig war und unterschrieben wurde. Im Rahmen des Grand Prix in Barcelona war es dann am Samstag soweit.

Advertisement

„Wir haben den Vertrag ungefähr 17 Minuten vor der Aussendung der Pressemitteilung unterschrieben“, lacht Yamaha-Manger Lin Jarvis. „Valentino hat mich daran erinnert, dass es acht Monate gedauert hat.“

Ende Januar gab Yamaha bekannt, dass man 2021/22 auf Fabio Quartararo und Maverick Vinales im Werksteam setzt. Rossi wollte man Quartararos-Platz bei Petronas anbieten. Seit der „Doctor“ seine persönliche Entscheidung getroffen hatte, dass er weitermachen will, wurde am Vertrag gearbeitet.

„Er ist kein normaler Fahrer“

Von allen Seiten wurde immer betont, dass man keine Eile hat, weil man sich prinzipiell einig war. „Ich bin sehr froh, dass alles erledigt ist. Der finale Vertrag ist relativ dünn, weil es eigentlich eine Erweiterung des bisherigen Vertrages ist“, sagt Jarvis.

„Es war kompliziert, weil wir eine japanische Firma sind. Wir mussten einen Deal mit einem Team aus Malaysia und den Italienern machen. Und ein Engländer hat versucht, alle Details zu klären. Es gab keine Schwierigkeiten, aber es war kompliziert, weil er kein normaler Fahrer ist.“

„Mit einem normalen Fahrer kann man Deals sehr schnell abschließen. Aber bei jemandem wie Valentino Rossi muss man sehr präzise bezüglich der technischen Unterstützung, dem Personal des Teams und der Bildrechte sein. Es geht um jeden Aspekt.“

„Diese Dinge brauchen Zeit, wenn man sie gut machen will. Wir haben dieses Ziel nun erreicht und ich bin sehr glücklich“, sagt Jarvis. In den vergangenen Jahren bestand der Vertrag nur zwischen Yamaha und Rossi. Das war speziell bei Vertragsverlängerungen einfach, da nur Details geändert werden mussten.

Yamaha: Verträge mit Dorna und Sepang-Racing als Knackpunkte

Rossi hat auch weiterhin einen Vertrag mit Yamaha. Dieser Vertrag wurde dann mit dem Petronas-Team erweitert, damit er dort fahren kann. Das machte die Sache komplizierter. Außerdem wollte Rossi Razlan Razali und Co. zwischen den beiden Misano-Rennen zu sich einladen.

Der Vertrag gilt nur für die Saison 2021. Eine Option zur Verlängerung gibt es nicht. „Wenn man einen Vertrag abschließt, dann kann man nur etwas hineinschreiben, das man auch umsetzen kann“, sagt Jarvis diesbezüglich.

Yamaha hat noch keinen neuen Vertrag mit MotoGP-Promoter Dorna für die Periode 2022 bis 2026 abgeschlossen. Auch der Vertrag zwischen Sepang-Racing und Yamaha gilt nur bis Ende 2021. Deshalb war es rein rechtlich nicht möglich, Rossi auch etwas für 2022 anzubieten.

2021: Zur Halbzeit über mögliche Verlängerung sprechen

„Ich persönlich habe keinen Zweifel, dass wir von 2022 bis 2026 dabei sein werden, aber ich habe keinen Vertrag“, sagt Jarvis. „Man kann einen Vertrag nur über etwas machen, das man auch garantieren kann. Das ist der Hauptgrund.“

„Außerdem will Valentino jedes Jahr bewerten, ob er konkurrenzfähig ist. Er wollte auch in diesem Jahr einige Rennen abwarten und dann seine Situation beurteilen. In unserem Vertrag steht sehr, sehr klar, dass wir die Absicht haben, zur Halbzeit der kommenden Saison über eine mögliche Verlängerung zu sprechen.“

Warum haben dann Quartararo und Vinales Verträge für 2022? „Wie gesagt, ich habe keine Zweifel, dass wir auch von 2022 bis 2026 dabei sind. Deswegen kann unser Topmanagement unsere Werksfahrer bestätigen“, erklärt Jarvis. „Aber wir können keinen dritten Fahrer bestätigen, wenn Yamaha kein Satellitenteam hat. Erst wenn das bestätigt ist, kann man es auch in einen Vertrag schreiben.“

Wrap-Up: Die Experten-Analyse zum Katalonien-GP