Aragon 1, Aragon 2, Valencia: Yamaha-Teammanager Massimo Meregalli über die Chance, dass Jorge Lorenzo Valentino Rossi ersetzt, während der „Doctor“ in Corona-Isolation ist.

Während sich MotoGP-Superstar Valentino Rossi aufgrund des positiven Ergebnisses seines Corona-Tests vom Donnerstag zu Hause in Tavullia in Isolation befindet, vertritt Teamkollege Maverick Vinales am laufenden Aragon-Wochenende bislang allein die Farben des Yamaha-Werksteams.

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Dass man für Rossi noch an diesem Wochenende einen Ersatzpiloten nominiert, schließt man bei Yamaha weitestgehend aus. Mehr noch: Auch für das zweite Aragon-Wochenende (23. bis 25. Oktober) rechnen die Japaner derzeit nicht damit, dass Rossi ersetzt wird. Ganz ausschließen will das Team das aber nicht. Schließlich wird mit einer Rückkehr des „Doctors“ nicht vor November gerechnet.

„Wir haben derzeit noch nicht darüber nachgedacht, Rossi für Aragon 1 zu ersetzen. Und werden das wohl auch für Aragon 2 nicht tun. Laut Reglement haben wir aber ein paar Tage Zeit, bevor wir eine Entscheidung treffen müssen“, erklärt Yamaha-Teammanager Massimo Meregalli.

Tracklap: Onboard mit Alex Hofmann

Neben Rossi auch „Uccio“ mit Corona infiziert

Aktuell geht man nicht davon aus, dass Rossi für das zweite Aragon-Wochenende wird zurückkehren können. Vielmehr rechnet Yamaha für das erste der beiden Valencia-Wochenenden (6. bis 8. November) mit seinem Comeback. „Wir gehen davon aus, dass er in Valencia zurückkehren wird. Dass er schon für Aragon 2 zurück sein wird, glauben wir dagegen nicht“, so Meregalli gegenüber ‚MotoGP.com‘.

„Gestern haben wir eine schlechte Nachricht erhalten, mit der wir nicht gerechnet hatten“, spricht Meregalli Rossis positiven Corona-Test an. Und beteuert das, was auch Rossi selbst in seinem Statement vom Donnerstag schon hatte verlauten lassen. „Er versuchte, auf der sicheren Seite zu sein, hat sich das Virus aber leider eingefangen. Wir wünschen ihm jetzt, dass er so schnell wie möglich zurückkehren kann. Er spürt aber ein paar Symptome.“

Wie inzwischen bekannt ist, hat sich neben Rossi auch dessen langjähriger Kumpel und persönlicher Betreuer Alessio „Uccio“ Salucci infiziert. Dies hat Pablo Nieto, der Teammanager des VR46-Teams, gegenüber einem spanischen Journalisten bestätigt.

Rossi-Ersatz bei Yamaha: Wer soll es machen?

Bleibt die Frage, wer im Fall der Fälle für Rossi einspringen könnte. Womöglich Yamaha-Testpilot Jorge Lorenzo? „Wir haben jetzt zehn Tage Zeit, um über einen Ersatz für Aragon 2 zu beraten, haben aber noch mit niemandem gesprochen“, hält sich Meregalli vorerst bedeckt.

Auf konkrete Nachfrage zur Option Lorenzo antwortet der Yamaha-Teammanager jedoch: „Ich schließe Lorenzo nicht aus. Ich glaube aber, es ist offensichtlich, dass er nach dem Portimao-Test noch etwas mehr Strecken-Zeit braucht.“

Besagter Zweitages-Test in Portugal am Mittwoch und Donnerstag letzter Woche war für Lorenzo erst der dritte und vierte Testtag, seit er im Winter bei seinem Ex-Team als Testfahrer angeheuert hat. Auf Aprilia-Pilot Aleix Espargaro, der beim Portimao-Test die Bestzeit markierte, fehlten Lorenzo mit der 2019er-Yamaha mehr als vier Sekunden. Und die 2020er-Yamaha hat der Spanier überhaupt noch nicht bewegt.

Yamaha zieht Lorenzo in Betracht

Aber: Für den Fall, dass Rossi entgegen der aktuellen Yamaha-Planung auch für Valencia 1 noch nicht wieder einsatzfähig sein wird, muss man sich laut Meregalli ernsthaft mit dem Thema Lorenzo beschäftigen. „Sollte Valentino in Valencia nicht zurückkehren können, werden wir ihn [Lorenzo] stärker in Betracht ziehen“, sagt Meregalli.

Immerhin: Nach all den schlechten Nachrichten für Yamaha gibt es am Freitag endlich auch wieder eine positive. Die sechs Team-Mitglieder, die am Le-Mans-Wochenende positiv getestet wurden (zu ihnen zählt auch Projektleiter Takahiro Sumi) haben inzwischen allesamt negative Corona-Tests vorliegen. Sie sollen ab Samstag wieder an der Strecke sein, dann natürlich im MotorLand Aragon.