Mit dem Wechsel zu Avintia-Ducati schlägt Johann Zarco ein neues Kapitel in seiner MotoGP-Karriere auf – und nimmt sich dafür ausgerechnet Jorge Lorenzo als Vorbild.

Kein MotoGP-Pilot konnte in der jüngsten Vergangenheit so viel Erfahrung auf unterschiedlichen Fabrikaten sammeln wie Johann Zarco. Von Tech-3-Yamaha wechselte der Franzose Ende 2018 erst ins Werksteam von KTM und absolvierte nach der vorzeitigen Trennung drei Renn-Wochenenden auf der LCR-Honda von Takaaki Nakagami.

Advertisement

2020 wird er bei Avintia-Ducati auf einen vierten Hersteller steigen. Dort hofft Zarco – trotz anfänglicher Skepsis gegenüber dem Team – zu alter Stärke zurückzufinden. Und will sich dadurch für einen Aufstieg ins Werksteam 2021 empfehlen.

Nach der Pleite mit KTM betont Zarco bei ‚MotoSprint‘: „Diese Ducati-Herausforderung macht mir keine Angst. Natürlich war ich nicht in der Lage, es mit KTM zu schaffen. Aber sie haben immer noch kein Motorrad, das gewonnen hat. Vielleicht schaffen sie es. Aber ich weiß nicht, wann das sein wird. Und ich habe nicht viel Zeit.“

Zarco: Desmosedici für verschiedene Fahrstile geeignet

Hoffnung, dass es für ihn bei Ducati besser laufen wird, zieht er ausgerechnet aus Jorge Lorenzo. Er erlebte ähnlich wie Zarco zwar auch ein echtes Seuchen-Jahr bei Honda und trat am Ende zurück. Zuvor hatte der Spanier jedoch schon bewiesen, dass ein Hersteller-Wechsel auch gelingen kann, als er von Yamaha zu Ducati ging.

„Lorenzo hatte letztes Jahr Probleme, aber er hat mit Ducati gewonnen. Viele Fahrer mit unterschiedlichen Fahrstilen haben es geschafft, auf der Desmosedici gut abzuschneiden. Daher denke ich, dass es ein ziemlich homogenes Motorrad ist. Das gibt mir Selbstvertrauen“, erklärt Zarco seinen Optimismus für die neue Saison.

Der Ducati-Neuzugang glaubt: „Lorenzos Beispiel ist sehr positiv für mich, denn er hat einen ganz besonderen Stil. Es ist ein einzigartiger Stil, so sauber und präzise, dass er nicht schnell sein kann, wenn er nicht das richtige Gefühl hat.“

Was Lorenzo bei Ducati gelang, will auch Zarco schaffen

Auch wenn es einige Zeit der Anpassung in Anspruch nahm, konnte Lorenzo in seiner zweiten Saison mit Ducati drei Siege feiern – in Barcelona, Mugello und Österreich. „Das alles lässt mich glauben, dass es den Ingenieuren von Ducati gelungen ist, sich an ihn anzupassen. Als er gewann, sahen wir den puren Lorenzo“, sagt Zarco.

Um es ihm gleichzutun, setzt der Franzose ganz auf die Zusammenarbeit mit dem Team und seinen Ingenieuren. „Das ist die Stärke von Ducati“, ist der Avintia-Pilot überzeugt. „Sie sind in der Lage, viel in die Richtung des Fahrers zu gehen. Während sie bei Honda, wo sie einen so starken Fahrer wie Marc haben, eher ‚konservativ‘ sind.“

Ducati habe mit Dovizioso, Petrucci und Miller hingegen gleich drei Fahrer, „die alle auf dem Podium stehen“. Um sich in diese Runde einzureihen, „muss ich nur an meiner Motivation, Entschlossenheit und natürlich an meiner Geschwindigkeit arbeiten.“

Nicht nur er selbst ist davon überzeugt: „Die Leute glauben immer noch an mich. Ich bin in der Vergangenheit schnell gefahren, und bei der kleinen Herausforderung mit Honda habe ich gezeigt, dass ich immer noch dieser Fahrer sein kann. Ich habe noch nicht gewonnen, aber es scheint, dass ich noch genug Kampfgeist in mir habe.“