Crutchlow spricht über seine Armverletzung, die Zukunft und den Karriereverlauf.

Cal Crutchlow wird sich Ende 2020 als MotoGP-Stammfahrer zurückziehen. Zu Aprilia wird der Brite nicht wechseln und somit auch nicht den leeren Platz des gesperrten Andrea Iannone übernehmen. Crutchlow wird 2021 voraussichtlich bei Yamaha die Rolle als Testfahrer einnehmen.

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„Ja, es stimmt, dass ich mich in weit fortgeschrittenen Gesprächen mit Yamaha befinde“, bestätigt Crutchlow. „Ich denke, wir werden in naher Zukunft eine Einigung erzielen, mit der beide Seiten glücklich sind.“

„Es ist ein Projekt, das mich sehr interessiert. Es passt nach dieser Saison auch sehr gut zu mir, denn ich verfüge über viel MotoGP-Wissen, habe Erfahrung und Speed. Ich denke, das kann gut funktionieren.“

Wildcard-Einsätze noch nicht entschieden

Mit 35 Jahren hat sich Crutchlow dazu entschieden, einen Schritt zurück zu machen und sich von seinem Job als Vollzeit-Rennfahrer zu verabschieden. In den vergangenen beiden Jahren hat er immer wieder von einem baldigen Karriereende gesprochen.

Könnten die MotoGP-Fans ihn im nächsten Jahr bei Wildcard-Einsätzen wieder in Action sehen? Drei wären pro Saison erlaubt. „Darüber sprechen wir noch“, sagt Crutchlow. „Wir sprechen über viele Dinge. Vielleicht sind Wildcards dabei, vielleicht auch nicht.“

Er redet nur noch mit Yamaha über 2021: „Ich habe Aprilia informiert, dass ich ihr Projekt nicht machen werde. Ich wollte das nicht mehr weiter verfolgen. Ich habe meine Gründe und möchte nicht darüber sprechen. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür.“

„Ich glaube, dass ich die korrekte Entscheidung getroffen habe“, betont der dreimalige MotoGP-Rennsieger. „Man muss auf sein Herz und sein Gefühl hören. Ich habe mich vermutlich anders entschieden als viele erwartet haben.“

Spielten seine Verletzungen in den vergangenen Monaten auch eine Rolle für seine Entscheidung? „Mein Arm ist noch nicht verheilt, aber für eine andere Rolle wäre es absolut in Ordnung“, meint Crutchlow. „Ich habe kein fortwährendes Problem damit.“

„Ich kann drei Wochen hintereinander fahren, so wie ich es in Le Mans und den beiden Aragon-Rennen gemacht habe. Ich bin immer noch konkurrenzfähig genug und habe mich für die erste Startreihe qualifiziert. Deswegen mache ich mir keine Sorgen.“

Crutchlow mit seiner MotoGP-Karriere zufrieden

Sollte es im nächsten Jahr mit Yamaha keine Renneinsätze als Wildcard oder als Ersatzfahrer geben, dann steht Crutchlow vor den letzten beiden Grands Prix seiner Karriere. „Ja, das stimmt im Grunde. Ich fühle mich glücklich, aber natürlich gleichzeitig auch traurig.“

„Ich bin im Herzen ein Rennfahrer. Ich komme hierher, um im Wettbewerb anzutreten. Ich habe immer daran geglaubt, dass ich es gut machen kann. Aber in diesem Sport versagt man öfter als es klappt. Wenn Erfolg gewinnen heißt, dann schaffen das mehr als 90 Prozent der Fahrer nicht.“

„Ich hatte zehn Jahre lang eine großartige Karriere in der MotoGP. Ich habe meine Erwartungen, was ich erreichen könnte, weit übertroffen. Damit bin ich sehr zufrieden“, sagt Crutchlow. „Ich habe ein tolles Leben für meine Familie und mich geschaffen.“

„Es ist natürlich traurig, dass ich womöglich nicht mehr ein Vollzeitfahrer in der MotoGP sein werde. Auf der anderen Seite bin ich zufrieden damit, was ich bisher erreicht habe. Das ist es. Wenn ich etwas anderes tun will, dann kann ich meine Energie dort investieren.“

Zwischen 2010 und 2013 fuhr Crutchlow für das damalige Yamaha-Kundenteam Tech 3.