Joan Mir und Alex Rins spielen in Barcelona den Vorteil der Suzuki beim Reifenmanagement aus. Den Sieg hat man aber bereits im Qualifying verspielt.

Im Reifenkrimi von Barcelona spielten die Suzuki-Fahrer die Stärken der GSX-RR aus und wurden mit zwei Podestplätzen belohnt. Von Startplatz acht fuhr Joan Mir auf Rang zwei nach vor. Alex Rins war von Position 13 losgefahren und feierte als Dritter bei der Siegerehrung.

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Zum ersten Mal seit Suzuki im Jahr 2015 in die Motorrad-WM zurückgekehrt ist, waren beide Fahrer auf dem Podium. In der modernen MotoGP-Ära (seit 2002) hat das erst zum zweiten Mal geklappt. In Misano 2007 standen Chris Vermeulen und John Hopkins auf dem Podest.

„Es war natürlich schwierig, weil ich aus der dritten Reihe gestartet bin“, sagt Mir zu seiner Aufholjagd. „Man muss in den ersten Runden viel Risiko eingehen. Momentan ist es okay, aber es kann auch das passieren, was bei Dovizioso der Fall war.“

Mir fuhr lange an der fünften Stelle. Als bei Yamaha und Jack Miller die Reifen nachließen, war der Spanier schließlich auf dem Vormarsch. Im Ziel fehlte Mir nur eine Sekunde auf Sieger Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha).

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Joan Mir: Entscheidende Zeit hinter Miller verloren

Eine Runde mehr und der Sieger hätte Mir heißen können. „Ja, aber das Rennen hat nur 24 Runden und nicht 25. Er hat es absolut gut gemacht“, gratuliert er dem Franzosen. Den möglichen Sieg hat Suzuki schon im Qualifying verspielt.

„Wenn ich nach den ersten Runden vor Miller gewesen wäre, dann hätte ich beim Überholversuch nicht so viel Zeit verloren“, weiß Mir. „Das hat den Unterschied gemacht. Aber es ist, wie es ist. Wir wissen, dass wir das Qualifying verbessern müssen und wir arbeiten daran.“

„Jack ist immer schwierig zu überholen. Ich habe hinter ihm sicher einige Sekunden verloren. Das hat mich den Sieg gekostet. Ich konnte einen guten Speed halten und Plätze gutmachen. Es war knapp mit dem ersten Sieg, aber Fabio hat es super gemacht.“

Für Mir war es der vierte Podestplatz in den vergangenen fünf Rennen. In der Weltmeisterschaft ist er mit acht Punkten Rückstand der erste Verfolger von Quartararo. In der Teamwertung verbesserte sich Suzuki auf den zweiten Platz hinter Petronas-SRT.

Alex Rins: Im Kopf fit, aber erschöpft und am Limit

Für Rins war Rang drei der erste Podestplatz seit seinem Sieg in Silverstone im vergangenen Jahr. In den vergangenen Rennen hatte der Spanier Mühe mit seiner rechten Schulter, die er sich beim Saisonauftakt in Jerez verletzt hat.

„In meinem Kopf war ich bei 100 Prozent, weil ich keine Schmerzen spürte. Aber nach vier, fünf Runden bin ich erschöpft und am Limit“, sagt Rins zu seiner körperlichen Situation. „Das ist schwierig zu verstehen. Wir arbeiten auf und neben der Strecke so hart.“

„Mein Ziel war es, einen guten Start zu haben und in den ersten Runden Positionen gutzumachen. Das hat auch geklappt. Zu Beginn war es schwierig, Pol [Espargaro] zu überholen. Dabei habe ich etwas Zeit verloren. Dann habe ich mich auf meinen Fahrstil konzentriert und auf die Reifen.“

Rins: „Müssen besseren Kompromiss finden“

Ähnlich wie Mir wurde Rins im Vergleich zur Konkurrenz im letzten Renndrittel immer stärker. Mit der Rückkehr zur Siegerehrung ist ihm eine Last von den Schultern gefallen: „Ich habe es geschafft und bin sehr glücklich. Ich freue mich sehr über diesen Podestplatz.“

Auch Rins weiß, dass mit besseren Startplätzen noch größere Erfolge möglich sein könnten: „Wir haben im Qualifying mit einem neuen Reifen Probleme, vorne dabei zu sein. Aber im Rennen können wir die Pace halten. Wir müssen einen etwas besseren Kompromiss finden.“

„Suzuki arbeitet unglaublich gut. Es ist schade, dass ich bei den vergangenen Rennen nicht auf dem Podest war, weil ich das Potenzial dazu hatte. Für dieses Jahr hat Suzuki einen großen Schritt gemacht.“

Wann Suzuki mit zwei Fahrern auf dem Podest war:

2007: GP San Marino – Misano
1. Casey Stoner (Ducati)
2. Chris Vermeulen (Suzuki)
3. John Hopkins (Suzuki)

2001: GP Valencia – Circuit Ricardo Tormo
1. Sete Gibernau (Suzuki)
2. Alex Barros (Honda)
3. Kenny Roberts jun. (Suzuki)

1992: GP Japan – Suzuka
1. Mick Doohan (Honda)
2. Doug Chandler (Suzuki)
3. Kevin Schwantz (Suzuki)

1990: GP Deutschland – Nürburgring
1. Kevin Schwantz (Suzuki)
2. Wayne Rainey (Yamaha)
3. Niall Mackenzie (Suzuki)

1990: GP Jugoslawien – Rijeka
1. Wayne Rainey (Yamaha)
2. Kevin Schwantz (Suzuki)
3. Niall Mackenzie (Suzuki)

Letzter Suzuki-Doppelsieg:

1981: GP Finnland – Imatra
1. Marco Luccinelli (Suzuki)
2. Randy Mamola (Suzuki)
3. Kork Ballington (Kawasaki)

Letzter Suzuki-Dreifachsieg:

1982: GP Westdeutschland – Hockenheim
1. Randy Mamola (Suzuki)
2. Virginio Ferrari (Suzuki)
3. Takazumi Katayama (Suzuki)

Das Rennen der MotoGP: Grand Prix of Catalunya