Nick Kyrgios gilt in Corona-Zeiten als „Stimme der Vernunft“, die auf Twitter gerne gegen die Kollegen schießt. Nun hat er Borna Coric im Visier.

Nick Kyrgios im Jahr 2020: Eher einer von den Guten. Zu Beginn des Jahres hatte der Australier zu Spendenaktionen gegen die australischen Buschbrände aufgerufen. Dann bei den Australian Open ein gutes (und skandalfreies) Turnier hingelegt, sich halbwegs mit Lieblings-Feind Rafael Nadal vertragen und am Ende verkündet, als Mensch Fortschritte gemacht zu haben./

Advertisement

Auf dem Tennisplatz war Nick Kyrgios seit Beginn der Corona-Krise nicht mehr zu sehen. Zum einen äußerte er früh seinen Unmut über Leichtfertigkeiten im Umgang mit COVID-19, vor allem im Rahmen der Adria-Tour. Zum anderen musste er einen Start in Berlin wegen der verschärften Situation in seiner Heimat absagen.

Als aktiver Beobachter der Geschehnisse ist Nick Kyrgios aber präsent wie kaum ein anderer. Zwei Spieler hatte er besonders im Blick: Alexander Zverev und Dominic Thiem. Zu Zverevs Party-Auftritt in Monte Carlo verlor Kyrgios per Video die Fassung („Wie egoistisch kann man sein?“), auf die Zverev-Verteidigung von Thiem folgte ein ebenso empörter Tweet („Wovon sprichst du, Dominic Thiem?“).

Coric über Nick Kyrgios: „Wie ein General nach einer Schlacht“

Nun scheint Borna Coric dran zu sein. Der Kroate war ebenfalls aktiv auf der Adria-Tour und hatte als zweiter Akteur nach Grigor Dimitrov seinen positiven Corona-Test bekannt gegeben. Zuletzt spielte Coric wieder in Belgrad beim Einladungsturnier von Janko Tipsarevic. Und äußerte sich im Gespräch mit sportske.jutarnji.hr insoweit, als dass sich Kyrgios „wie ein General nach einer Schlacht“ verhalte. „Ich habe gelesen, was er gesagt hat. Aber es ist mir egal“, so Coric. „Er mag es, sich wie ein General nach einer Schlacht zu verhalten. Wenn das von jemand anderem käme, würde ich das vielleicht verstehen… aber von Kyrgios… da ist das nicht glaubhaft.“  

Zverev habe sich schlecht verhalten, stimmte Coric zwar zu, „aber ich verstehe nicht, wie er einen Kollegen so kritisieren kann. Ich hätte das nicht getan. Aber noch mal: Es ist Kyrgios.“

Kyrgios: „Hast du Steine im Kopf?“

Der gab natürlich Kontra. „Es sollte dir nicht egal sein“, twitterte Kyrgios am Mittwoch. „Hast du vielleicht Steine im Kopf? Noch mal: Man kann seinen Kumpels zur Seite stehen, aber ich halte sie für verantwortlich.“ Und Kyrgios versuchte mal wieder, den Nimbus „Tennisprofi“ abzulegen. „Es sind Tennisspieler, sie sind nichts Besonderes. Aber wie ich dachte, Corics intellektuelles Level ist gleich 0.“ 

Dass Kyrgios gerne via Lebensmittel kritisiert, machte er auch hier deutlich. Schon einige Profis waren für ihn in früheren Tweets als „Potatos“ abgekanzelt, Corics „0“ dekorierte Nick Kyrgios mit dem ebenfalls beliebten „Doughnut“. Als solchen hatte er kürzlich erst Boris Becker bezeichnet.