In der dritten Qualifikationsrunde der Champions League trifft Rapid Wien auswärts auf Gent. Bei den Belgiern herrscht nach dem nächsten Trainerwechsel Chaos.

Rapid will dem Traum Fußball-Champions-League am Dienstagabend (20:30 Uhr) wieder einen Schritt näher rücken. Beim belgischen Fußball-Vizemeister KAA Gent kämpfen die Hütteldorfer in der leeren Ghelamco Arena um den Einzug ins Play-off. Die Formkurve spricht für Österreichs Rekordmeister. In dessen Lager wollte man vor dem Abflug allerdings von einer Favoritenrolle nichts wissen.

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„Sie sind leichter Favorit, weil sie bessere Möglichkeiten als wir haben. Wir wollen dort aber alles daran setzen, um in die nächste Runde zu kommen und dafür brauchen wir einen guten Tag“, sagte Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer. Auch der zuletzt beim Heim-4:1 gegen die Admira zum Ligastart überzeugende Offensivspieler Thomas Murg sah das ähnlich. „Wir werden Außenseiter sein, aber ich denke, wenn wir eine Leistung bringen wie gegen Admira, wenn wir so ruhig bleiben und wenn wir defensiv so gut arbeiten, dann gibt es auf jeden Fall gute Chancen, dass wir auch weiterkommen können.“

Rapids Saisonstart ist mit dem siegreichen Auftakt in der CL-Quali (1:0 bei Lok Zagreb), dem ÖFB-Cup (5:0 gegen St. Johann) und eben der Liga vollauf gelungen.

Rapid-Trainer Kühbauer: „Wir müssen sehr aktiv sein“

Im Vergleich zum Duell mit den Südstädtern erwartete Kühbauer eine „weitaus schwierigere“ Partie. „Das wird ein komplett anderes Spiel, sie sind schon eine Nummer besser als die Admira“, ist sich der Burgenländer bewusst. In der Bundesliga verglich er den kommenden Gegner am ehesten mit dem LASK. „Sie haben eine robuste, physische Mannschaft, die gute Spieler in den Reihen hat. Da muss jeder Spieler von Anfang an da sein und voll in die Zweikämpfe gehen“, forderte der Rapid-Coach.

Zu viel will man sich mit dem Champions-League-Achtelfinalisten von 2016 aber gar nicht beschäftigen. „Wir müssen sehr aktiv sein. Ich will von der ersten Minute an sehen, dass wir das Kommando übernehmen wollen, gute Aktionen spielen und Tore machen“, gab Kühbauer die Marschroute vor. Dejan Ljubicic, der zuletzt seinen Verbleib bei Rapid bestätigte, führt die Wiener wieder als Kapitän aufs Feld. „Sie sind der Favorit, aber wir werden alles reinhauen, damit wir dort auch gewinnen“, betonte der Mittelfeldspieler. Die beiden Teams treffen zum ersten Mal überhaupt im Europacup aufeinander.

Bei den Wienern steht neben den Langzeitverletzten Christopher Dibon und Philipp Schobesberger auch der angeschlagene Thorsten Schick nicht zur Verfügung. Der zuletzt gegen die Admira ebenfalls fehlende Kelvin Arase meldete sich hingegen rechtzeitig fit.

Nächster Trainerwechsel bei Gent: Bölöni schon Geschichte

Bei Gent hingegen herrscht Chaos. Nach fünf Runden hat man nach einem Sieg und gleich vier Niederlagen erst drei Punkte auf dem Konto. Statt ganz vorne um den Titel zu kämpfen, befindet man sich derzeit als Drittvorletzter in einer ganz anderen Tabellenregion.

Noch vor dem Drittrunden-Spiel der Fußball-Champions-League-Qualifikation gegen Rapid hat sich KAA Gent von Trainer Laszlo Bölöni getrennt. Der 67-jährige Rumäne war damit nicht einmal ein Monat im Amt. Unter seiner Führung gab es in der Liga zwei Niederlagen und immerhin den ersten Saisonsieg in bisher fünf Partien.

Die Entscheidung kam nicht ganz überraschend, hatte es doch viel Kritik auch an der taktischen Ausrichtung unter Bölöni gegeben. Etwa auch von Starstürmer Roman Jaremtschuk. „Wir spielen wie eine Zweitliga-Mannschaft, die Art, wie wir Fußball spielen, ist einfach schlecht“, hatte dieser gemeint. Als Folge wurde er vom Coach für das jüngste Ligaspiel aus dem Kader gestrichen. Nun hat Bölöni den Machtkampf verloren.

Die Atmosphäre im und rund um das Team mache eine weitere Zusammenarbeit unmöglich, gab der belgische Vizemeister am Montag die sofortige Absetzung des Coaches, der erst im August die Nachfolge von Jess Thorup angetreten hatte, bekannt. Als Interimstrainer wurde vorerst der erst im Sommer als Co-Trainer gekommene 38-jährige Wim de Decker eingesetzt. Unterstützt wird er vom Technischen Direktor Peter Balette.

Kühbauer zeigt sich unbeeindruckt

Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer hat sich von der kurzfristigen Rochade auf der Betreuerbank von Gent unbeeindruckt gezeigt. „Die Entscheidung zum Trainerwechsel beeinflusst uns nicht. Wir kennen die Mannschaft und ihre Stärken“, erklärte der Burgenländer bei der Abschluss-Pressekonferenz in Belgien. (APA/red.)

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