Hohe Temperaturen, ein schwer zu bespielender Gegner: Red Bull Salzburg nimmt einen wichtigen Auswärtssieg im Champions League-Playoff mit zurück in die Heimat. Worauf es jetzt ankommt.

Die Zitterpartie bleibt Red Bull Salzburg auch im zwölften Anlauf über die Qualifikation nicht erspart. Österreichs Fußball-Meister nahm zwar aus dem Corona-Hotspot Tel Aviv einen 2:1-Sieg samt guter Ausgangslage für das Rückspiel um den Einzug in die Champions League am kommenden Mittwoch in der Heimat mit. Der Auftritt genügte den gehobenen Ansprüchen der Salzburger aber nur phasenweise.

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Kalte Dusche für Red Bull Salzburg

„Es ist nur Halbzeit, wir haben sicher noch mehr zu tun. Aber eine Führung mit zwei Auswärtstoren ist sehr wichtig für uns“, sah Trainer Jesse Marsch vor allem das Positive nach einem soliden, aber glanzlosen Auftritt. Möglicherweise war dieser auch dem mental herausfordernden Kennenlernen der neuen internationalen Corona-Fußball-Welt geschuldet. Trotz Lockdown in Israel und nicht weniger als neun positiv auf das Coronavirus getesteten Spielern von Maccabi Tel Aviv fand das Play-off unter Zuschauerausschluss statt.

Das Fehlen der Infizierten machte sich für Salzburg zunächst nicht gewinnbringend, sondern mit einer kalten Dusche bemerkbar. Dan Biton brachte die über Konter gefährlichen Gastgeber früh in Führung (9.). Der Umschwung in Hälfte zwei durch einen von Dominik Szoboszlai verwandelten Elfmeter (49.) und Masaya Okugawa (57.) war der höheren individuellen Klasse der Salzburger geschuldet.

„Es hat weniger Gutes funktioniert als Schlechtes“, bekannte Szoboszlai. „Aber wichtig ist, dass wir 2:1 gewonnen haben. Von uns kann jeder besser spielen, auch wir als Mannschaft.“ Der hochtalentierte Ungar, der dennoch wieder bei beiden Toren seine Beine im Spiel hatte, erkannte in den schwülwarmen Temperaturen in Tel Aviv „vielleicht einen Vorteil“ beim Gegner. „Vom Wetter her war es komisch, weil es war nicht nur heiß, sondern du kriegst einfach keine Luft.“

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22. Sep

Stankovic: „Kennen unser Stadion“

Selbst Goalie Cican Stankovic schnaufte nach einer für ihn fordernden Schlussphase wenige Minuten nach dem Abpfiff noch kräftig durch. Er blickte schon aufs Rückspiel, in dem die „Bullen“ ihre zweite CL-Teilnahme in Folge fixieren könnten. „Es zählt nur, dass wir das Spiel zuhause nicht verlieren. Wir sind sehr heimstark, kennen unser Stadion und die Temperaturen sind gefühlt 20 Grad weniger – das wird sicher ein Vorteil sein.“

Der ÖFB-Teamgoalie hatte viel Lob für den Gegner parat. „Maccabi Tel Aviv war sehr gut, finde ich. Sie haben sehr gut gespielt.“ Überrascht vom Auftritt wollte er aber nicht sein. „Wir waren auf diese Mannschaft eingestellt, die aufgelaufen ist.“

Das betonte auch Marsch. „Wir waren uns schon vor dem Spiel sicher, dass es gegen den Gegner nicht einfach sein wird.“ Er wirkte im Anschluss zufrieden. „Natürlich kann man sagen, dass der Gegner viele Schwierigkeiten mit der Corona-Situation hat und Spieler vermisst. Aber mit der Hitze, gegen einen guten Gegner, einen Meister, der im Vorjahr (in der Liga, Anm.) ungeschlagen war, ist das ein super Ergebnis.“

Maccabi-Trainer Giorgios Donis lobte ob der speziellen Situation seine Rumpfmannschaft. „Sie hat alles in jeder Phase des Spiels gegeben.“ Die lukrative Königsklasse – alleine das Startgeld beträgt wieder etwa 15 Millionen Euro – hat er noch nicht aufgegeben. „Wir müssen daran glauben, dass in Salzburg noch etwas möglich ist, mit Selbstvertrauen antreten und unseren Club auf die bestmögliche Art und Weise repräsentieren.“ (APA/RED)