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MotoGP World Championship

Alle Jahre wieder: MotoGP-Piloten schimpfen über Bodenwellen in Austin

2. Okt.
Motorsport Images

Foto: (c) Motorsport Images

Zum ersten Mal seit sage und schreibe 30 Monaten fahren wieder MotoGP-Bikes auf dem Circuit of The Americas (COTA) in Austin. Die Hauptthemen aber sind die gleichen wie eh und je.

Marc Marquez führt die Zeitenlisten an. Und die Bodenwellen auf dem 5,5 Kilometer langen Kurs, der südöstlich der Hauptstadt des US-Bundesstaats Texas gelegen ist, bereiten den MotoGP-Piloten Kopfzerbrechen.

In diesem Jahr sind die Bodenwellen laut Aussage zahlreicher Fahrer schlimmer denn je. "Es ist im Grunde die Strecke, auf der ich immer mit dem Motocross-Bike trainiere, nur dass wir mit den MotoGP-Bikes deutlich schneller sind", so der Kommentar von Fabio Quartararo nach den beiden Freitagstrainings, wovon nur das zweite auf komplett trockener Piste über die Bühne ging.

Bodenwellen "an den denkbar ungünstigsten Stellen"

Laut Quartararo befinden sich die größten der Bodenwellen "an den denkbar ungünstigsten Stellen". Er zählt auf, "Kurve 1, Kurve 2, Kurve 3 und Kurve 10 sind die schlimmsten Stellen, die man sich für Bodenwellen ausdenken könnte", und kommt zum Schluss: "Es ist ein Witz. Für mich ist das keine MotoGP-Strecke."

Insbesondere Kurve 10 - der schnelle Linksknick auf der Kuppe, bevor es in die Haarnadel geht, welche die Gegengerade eröffnet - macht den Piloten zu schaffen. In den TV-Aufnahmen von dieser Kurve, und auch der direkt vorherigen Kurve 9, lässt sich erkennen, wie selbst die Stars alle Hände voll zu tun haben, ihr Bike unter Kontrolle zu halten. Grund: Das Vorderrad, und teilweise sogar das Hinterrad, verliert regelmäßig den Bodenkontakt.

So sagt selbst Austin-Spezialist Marc Marquez, der am Freitag sowohl im FP1 auf abtrocknender Piste als auch im FP2 auf komplett trockener Piste der Schnellste war: "Ich mag die Strecke und ich mag das Layout, aber die Bodenwellen sind grenzwertig."

Immerhin: Wenngleich Quartararo die Situation ob der Bodenwellen als "sehr gefährlich" einschätzt, bezeichnet er den Zustand der Strecke als "gerade so akzeptabel, um ein Rennen zu fahren". Diese Meinung des MotoGP-Tabellenführers und Titelfavoriten teilen aber nicht alle seiner Kollegen.

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Wird die Renndistanz verkürzt?

"Der Zustand der Strecke ist ziemlich kritisch", mahnt Valentino Rossi und schlägt vor, die Renndistanz von derzeit 20 geplanten Runden zu verkürzen: "Weniger Runden lösen zwar nicht das Problem der Bodenwellen, aber weniger Runden machen das Ganze weniger gefährlich."

Was Rossi damit meint? "Austin ist an sich schon eine Strecke, die körperlich sehr anspruchsvoll ist, denn es gibt harte Bremszonen und jede Menge Richtungswechsel. Normalerweise fahren wir hier im April, wenn es kühler ist. Diesmal aber ist es sehr heiß. Das in Kombination mit den vielen Bodenwellen macht es echt schwierig. Ich glaube, alle werden am Sonntag Probleme bekommen, die Renndistanz durchzustehen."

Noch am Freitagabend sind die Bodenwellen das Hauptthema beim Treffen der MotoGP-Sicherheitskommission. Diesem Treffen will sich diesmal auch Quartararo anschließen. "Normalerweise gehe ich nicht zur Sicherheitskommission, aber wenn es etwas Ernsthaftes ist, dann schon. Und heute ist es etwas Ernsthaftes, denn die Strecke ist unsicher", sagt der WM-Spitzenreiter.

Warum eine Absage des Rennens unwahrscheinlich ist

So wird man in der Sicherheitskommission unter anderem über eine Verkürzung der Renndistanz sprechen. Rossi aber, der das Thema in seiner Medienrunde selber angesprochen hat, sagt: "Ich weiß nicht, ob das möglich sein wird" und erwähnt in diesem Zusammenhang noch, dass "wir das Thema Bodenwellen hier [in den vergangenen Jahren] schon hundertmal in der Sicherheitskommission angesprochen haben".

Der noch amtierende MotoGP-Champion Joan Mir fasst das Thema so zusammen: "Wenn wir nächstes Jahr wieder hierher kommen und die Strecke bis dahin nicht neu asphaltiert wurde, dann können wir ein Rennen vergessen, keine Chance." Aleix Espargaro freilich will gar nicht erst so lange warten. "Die Strecke ist sehr gefährlich. Meiner Meinung nach ist es zu gefährlich, hier am Sonntag ein Rennen zu fahren", sagt der Aprilia-Pilot.

An eine Absage des Rennens am Sonntag glaubt aber zumindest Francesco Bagnaia nicht: "Ich bin mir sicher, dass einige Fahrer die Meinung vertreten werden, hier nicht zu fahren. Es wird aber sicherlich auch jemanden geben, der sagt, es ist fahrbar. Und dann werden wir fahren müssen, wenn wir schon mal hier sind."

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