Böse Vorahnung bei Yamaha: Saison 2022 wird “sehr schwierig”

16. Feb.

Foto: Dorna Sports

Nach den Winter-Tests bescheinigt Teammanager Massimo Meregalli der 2022er-Yamaha zwar eine gute Basis, doch großer Optimismus hört sich irgendwie anders an.

Mit der Yamaha M1 des Jahrgangs 2022 schloss Fabio Quartararo die letzten Testfahrten vor dem Saison-Auftakt 2022 zwar auf Platz zwei ab. Dennoch ist beim Weltmeister-Team von Euphorie keine Spur - das Gegenteil ist der Fall.

"Es wird mit Sicherheit eine richtig schwierige Saison", ahnt Yamaha-Teammanager Massimo Meregalli gegenüber 'MotoGP.com' nach dem letzten Testtag, der am Sonntag in Mandalika (Indonesien) über die Bühne ging.

"Wir haben keine Revolution vorgenommen, sondern lediglich Updates gebracht", beschreibt Meregalli die Philosophie bei der Entwicklung der 2022er-Yamaha. Das Bike habe zweifellos eine "gute Basis". Ob das allein aber gegen die Konkurrenz von Ducati, Honda & Co. reichen wird, daran hat man sogar bei Yamaha selbst seine Zweifel.

Yamaha-Teammanager: "Der erste Tag war ein Desaster"

"Positiv ist, dass wir das gesamte Material, das wir im Winter vorbereitet haben, tatsächlich evaluieren konnten", meint Meregalli. Und gibt gleichzeitig zu, dass es vor allem in Mandalika Bedenken gegeben hatte. Grund war zunächst die Wetter-Prognose, die einiges an Regen erwarten ließ. Als dieser weitestgehend ausblieb, war es die vor allem zu Beginn der drei Testtage noch extrem schmutzige Strecke, die Kopfzerbrechen machte.

"Der erste Tag war ein Desaster. Dann aber wurden die Bedingungen sukzessive besser, und wir konnten alle Teile evaluieren", sagt der Yamaha-Teammanager. Und spricht zugleich von "einem Schritt vorwärts" im Vergleich zum Sepang-Test, der Anfang Februar in Szene ging.

Dennoch: "Wir erwarten wirklich eine sehr schwierige Saison", unterstreicht Meregalli. Achillesferse für Yamaha ist und bleibt das Thema Topspeed. Sowohl beim Sepang- als auch beim Mandalika-Test war die M1 regelmäßig acht bis zehn km/h langsamer als die Ducati Desmosedici GP22. Und das, obwohl es in Mandalika gar keine übermäßig langen Geraden gibt.

Topspeed-Manko: Es fehlen bis zu 10 km/h

Meregalli hat diesbezüglich für die kommende Saison schon eine Vorahnung. Im Hinblick auf die extrem hohe Leistungsdichte im MotoGP-Feld 2022 erklärt er vielsagend: "Für diejenigen, die die Rennen daheim auf dem Sofa verfolgen, wird es sicher sehr interessant. Auf uns wird das aber nicht zwingend zutreffen. In der Box wird die Stimmung sicherlich angespannt sein."

Ob Titelverteidiger Quartararo dem Team über 2022 hinaus erhalten bleiben wird, müssen die kommenden Monate zeigen. Seitens Yamaha hat eine Vertrags-Verlängerung mit dem Franzosen "oberste Priorität", wie Meregalli schon am Rande des Sepang-Tests unterstrich. Ob Quartararo das auch so sieht, darüber kann man zum jetzigen Zeitpunkt nur spekulieren...

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