Christian Klien: „Eine Mutstrecke, die in jeder Rennserie Spaß macht“

24. Aug.

Foto: (C) ServusTV/Leo Neumayr

Die Formel 1 ist zurück aus der Sommerpause: ServusTV-Experte Christian Klien blickt auf den Großen Preis von Belgien voraus.

Mit dem Großen Preis von Belgien meldet sich die Formel 1 zurück aus der Sommerpause - der Ardennen-Klassiker von Spa-Francorchamps ist zugleich der Auftakt zum einzigen Triple-Header der Saison. ServusTV-Experte Christian Klien: "Das ist eine Mutstrecke, die in jeder Rennserie wahnsinnig viel Spaß macht."

Stress nach der Pause

Vier Wochen hatten die Piloten Zeit zum Durchschnaufen, ehe es nun mit Spa, Zandvoort und Monza wieder Schlag auf Schlag geht. ServusTV-Experte Christian Klien: „Die Pause war ganz wichtig, um die Akkus aufzuladen. Der Kalender ist dicht gepackt. Und die Überseerennen werden noch stressiger. Da auch der Jetlag hinzukommt, wenn es auf den Kontinenten von links nach rechts geht.“

Ereignisreicher Sommer

Langweilig gestaltete sich aber auch der August nicht. So brachte der zurücktretende Sebastian Vettel das Fahrerkarussell mächtig in Schwung. „Solche Geschichten kann man nicht erfinden“, schmunzelt Klien über Fernando Alonsos Aston Martin-Coup und Oscar Piastris Twitter-Absage an Alpine. „Fernando ist ein Fahrer, der viel für das Team macht und den du auch marketingtechnisch haben willst.“ Beim australischen Supertalent vermutet der 39-Jährige einen Deal zwischen Manager Mark Webber und McLaren-Teamchef Andreas Seidl. „Piastri war ein Jahr auf der Ersatzbank geparkt. Mit so einem Talent musst du aber in die Formel 1.“

Transfer neben der Strecke

Dass Red Bull Racing indessen bei Mercedes wildert und den Chefingenieur der Motorenabteilung Phil Prew abwirbt, hält der ServusTV-Experte für einen ganz normalen Vorgang. „Jedes Team sucht nach dem besten Personal und will gleichzeitig den Gegner schwächen. Prew braucht nach der ewig langen und erfolgreichen Zeit bei Mercedes vielleicht auch eine neue Herausforderung.“

Neues Reglement öffnet Türen

Mit dem Absegnen des Motorenreglements für 2026 sorgte die Königsklasse in der letzten Urlaubswoche noch einmal für Schlagzeilen. Die in diesem Zuge kolportierten Einstiege zweier VW-Töchter in die Königsklasse bewertet Klien durchwegs positiv. „Porsche und Audi sind Top-Marken, die mehr Spannung in die WM bringen und der Formel 1 sicher guttun.“

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Vorentscheidung gefallen

Aktuell schätzt der 49-fache Grand-Prix-Starter den Abstand von 80 Punkten zwischen Weltmeister Max Verstappen und Herausforderer Charles Leclerc für zu groß ein, dass in der WM noch Entscheidendes passieren könnte. „Red Bull erweist sich heuer wieder als extrem stark. Obwohl es in Silverstone und Budapest nicht rund gelaufen ist, hat man das Maximum herausgeholt.“

Ferrari soll auf 2023 blicken

Umgekehrt unterlaufen Ferrari weiterhin zu viele Fehler. „Das Auto ist gut, es hapert aber an der Umsetzung und Standfestigkeit.“ Mitleidsbekundungen vom größten Rivalen müsste man beinahe als Höchsstrafe empfinden. „Auch Red Bull wünscht sich einen spannenden WM-Kampf. Vielleicht nicht so eng wie 2021, aber zu Beginn des Jahres war dieses Duell ein angenehmer, cooler Fight.“ Deshalb empfiehlt Klien der Scuderia, die zweite Saisonhälfte zum Aufbau für die kommende Saison zu nützen. „Das Auto wird ja auch 2023 nicht schlechter sein.“

Wackelkandidat Belgien

Am Wochenende sollen die Formel 1-Stars auf dem umgebauten Circuit de Spa-Francorchamps die letztjährige Regen-Farce vergessen machen. Mit nur einer gewerteten Runde war der Große Preis von Belgien 2021 nicht nur das kürzeste Rennen der WM-Geschichte, sondern auch das bislang einzige, das zu keinem Zeitpunkt unter grüner Flagge in Szene ging. „Spa steht jedes Jahr auf der Kippe“, weiß Klien. „Den Grand Prix zu streichen wäre aber extrem schade, weil es eine Mutstrecke mit tollen Kurven und schönen Rennen ist.“ Und: „Da die Autos durch das neue Reglement näher hintereinander fahren, wird es jetzt noch interessanter.“

Faszination Eau Rouge

So gilt der Raidillon de l’Eau Rouge als wohl berüchtigtste Kurvenkombination in der Formel 1. Auch nach dem Umbau bleibt die Passsage speziell, glaubt der Hohenemser. „Die wunderschön in die Landschaft gebaute Kurvenführung mit Kompression und seitlichen g-Kräften macht die Faszination aus. Wie steil es nach der Senke tatsächlich bergauf geht, kommt im Fernsehen gar nicht richtig rüber. Du fährst die Stelle blind an, schaust vor der Kuppe direkt in den Himmel.“

Offener Aufgang

Klien erwartet jedenfalls einen knappen Ausgang. „Die Strecke sollte sowohl Red Bull als auch Ferrari liegen. Die einen haben beim Topspeed einen Vorteil, die anderen in den schnellen Ecken.“ Doch will der ServusTV-Experte nicht auf die Silberpfeile vergessen: „Ungarn kommt ihnen normalerweise nicht entgegen, trotzdem waren sie dort unheimlich stark – genauso wie davor in Silverstone. Sie machen einfach keine Fehler. Ich bin gespannt, wie sehr Mercedes den Rückstand in den verbleibenden Rennen aufholen kann.“

Mick schumacher im Exklusiv-Talk

Rund um die Rennaction spricht Mick Schumacher im exklusiven Interview u.a. über Vater Michael. Weiters beschäftigt sich ServusTV mit dem Mythos Spa nach dem Umbau und zeigt die spektakulärsten Überholmanöver sowie die tragischsten Momente in der Eau Rouge. Auch das Wechseltheater um Alonso, Piastri & Co. sowie das überraschende Duell um Platz zwei werden thematisiert. Andrea Schlager und Christian Klien melden sich direkt aus der Boxengasse des Circuit de Spa-Francorchamps. Auf Stimmenfang ist Patrick Laub. Und für Kommentar und Analysen sind Andreas Gröbl, Nico Hülkenberg und Philipp Brändle zuständig.

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