ATP Tour

Comeback in Madrid: Thiem will neu durchstarten

26. Apr. 2021

Foto: GEPA Pictures / Tennis Australia / Jonathan di Maggio

Es ist so etwas wie ein Neubeginn: Nach mehreren Rückschlägen und längerer Spielpause kehrt Dominic Thiem beim Masters-Turnier in Madrid auf die ATP-Tour zurück.

Nach rund siebenwöchiger Auszeit kehrt Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem Anfang Mai auf die ATP-Tour zurück. Der US-Open-Sieger steckte in diesem Jahr zuletzt tief in der Krise, zog daraufhin körperlich und mental angeschlagen die Notbremse. Seit 16. März hat Thiem kein Match mehr bestritten. Nun will der Weltranglisten-Vierte beim Masters-1000-Event in Madrid (ab 2. Mai) auf seinem Lieblingsbelag an die starken letzten Jahre anschließen.

In Alt-Erlaa bereitet sich Thiem seit zwei Wochen auf das Tour-Comeback vor und berichtet von Fortschritten. Die Pause hat sich allerdings schon auch gezeigt. "Das merkst natürlich in den ersten Tagen, sowohl bei den Schlägen als auch körperlich. Die ersten paar Tage waren richtig hart. Der ganze Körper hat wehgetan, die Schläge haben nicht gepasst. Aber nach ein paar intensiven und langen Trainings-Tagen ist das richtig schnell zurückgekommen", erklärte Thiem. "Jetzt komme ich schön langsam in den Zustand, in dem ich wieder bereit bin für Matches auf hohem Niveau."

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French Open in Paris das große Ziel

Der Erfolgshunger sei definitiv wieder da - zumal das große Saisonziel, die French Open in Paris, in knapp einem Monat beginnen. "Das hat den ganzen Prozess auch beschleunigt. Solche Phasen wie in den letzten Wochen und Monaten sind ganz normal, glaube ich. Bei jedem Menschen wahrscheinlich, und bei Hochleistungs-Sportlern vielleicht noch ein bisserl verschärft", blickte Thiem zurück. Das Level im Spitzensport sei extrem hoch. "Wenn man da nicht ganz da ist, wirkt sich das sofort auf die Ergebnisse aus."

Ganz schmerzfrei ist Thiem allerdings noch nicht. Sein linkes Knie macht ihm noch immer Probleme, weshalb er zuletzt auch für Belgrad absagte. Sein Problem: Eine angeborene Hautfalte, sogar in beiden Kniegelenken. Diese bereitete ihm 2020 Schmerzen im rechten Knie, aktuell quält ihn links das gleiche Problem. "Es kann nichts passieren, egal wie sehr ich belaste. Es kommen nur nach zwei, zweieinhalb Stunden intensivem Training die Schmerzen. Aber das ist o.k. Wenn ich jetzt auf die Matches blicke, da ist ja noch mehr Adrenalin im Spiel. Generell wird es auch von Tag zu Tag besser."

Thiem: "Ich spiele wieder richtig gut"

Für seine nächsten Auftritte in Madrid, Rom und Paris hofft der Lichtenwörther, dann wieder schmerzfrei zu sein. Im Training attestierte sich Thiem auf dem Weg dorthin schon gute Fortschritte. "Ich spiele wieder richtig gut, bewege mich auch gut. Körperlich habe ich ein bisserl abgebaut. Aber sobald ich wieder richtig motiviert war, ist es dann richtig schnell gegangen."

Sorgen wegen der langen Pause mache er sich nicht. Immerhin habe es im Vorjahr wegen Corona eine viel längere Pause gegeben. "Danach bin ich auch sehr gut zurückgekommen in New York", erinnert sich der 27-Jährige. In den nächsten Wochen stehen für Thiem, der trotz seiner bisher bislang bescheidenen 2021er-Bilanz (Achtelfinale bei den Australian Open, Viertelfinale in Doha, Erstrunden-Aus in Dubai) im Ranking nur eine Position verloren hat, dann aber doch einige Punkte auf dem Spiel. Am meisten freilich mit 1.200 Zählern in Paris.

Novak-Abgang tangiert Thiem nicht

Für Schlagzeilen sorgte kürzlich der Abgang von Kumpel Dennis Novak aus der Akademie von Wolfgang Thiem zurück zu Günter Bresnik. Im Gegensatz zu seinem Vater hat Thiem junior damit aber kein Problem. "Dennis ist ja nicht abhängig von mir oder sonst irgendwem. Von dem her kann er machen, was er will. Das Ganze beeinträchtigt unsere Freundschaft nicht. Das haben wir sowieso immer komplett getrennt."

Seit zwei Wochen in Wien ist übrigens auch Coach Nicolas Massu (Thiem: "Er ist eine Riesen-Stütze"). Der Chilene sieht eine tägliche Verbesserung bei Thiem und ist froh, in Wien zu sein. "Es ist immer einfach, nahe an deinem Spieler zu sein, wenn alles gut läuft. Aber wenn sich die Dinge anders anfühlen, wenn auch die Erfolge ausbleiben - das ist der Moment, wo Du für Deinen Spieler da sein musst."

Der zweifache Olympiasieger steigert täglich die Trainings-Intensität, berichtet er. "Seit ich vor zwei Wochen hier angekommen bin, sehe ich den normalen Dominic - er trainiert unglaublich. Jetzt müssen wir daran arbeiten, seine Trainings-Leistung in die Matches umzusetzen. Wenn er so drauf ist, ist er imstande, Großes zu leisten", ist der Südamerikaner überzeugt. (APA/red.)

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